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Magazin6. Juli 2026 · 5 Min. Lesezeit

Kiwi: die große Kiwi im Weinbauklima ziehen

Die große, pelzige Kiwi gelingt nur im milden Weinbauklima: Männchen plus Weibchen, geschützter Platz, stabiles Gerüst. Wann die winterharte Kiwibeere die bessere Wahl ist.

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Reife braune Kiwifrüchte der großen Kiwi
Die große Kiwi trägt die bekannten pelzigen Früchte, braucht dafür aber ein mildes Weinbauklima. · Foto: David Adam Kess, CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
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Die pelzige Kiwi, wie man sie aus dem Supermarkt kennt, ist eine subtropische Liane und galt lange als bei uns unkultivierbar. Doch in den mildesten Ecken Deutschlands, in Weinbaulagen und an sehr geschützten Wänden, gelingt sie inzwischen tatsächlich. Wer den Platz und das Klima hat, kann eigene große Kiwis ernten, muss aber ein paar Dinge beachten, an denen der Anbau sonst scheitert.

Anders als ihre winterharte kleine Schwester, die Kiwibeere, ist die große Kiwi eine Diva: wärmebedürftig, spätfrostempfindlich, riesig im Wuchs und auf Bestäubung angewiesen. Dieser Beitrag zeigt dir ehrlich, wo sie gelingt, was sie braucht und wann du besser zur robusteren Alternative greifst.

Nur im Weinbauklima

Der entscheidende Punkt bei der großen Kiwi ist das Klima. Sie stammt aus den subtropischen Bergwäldern Chinas und braucht einen langen, warmen Sommer, um ihre Früchte auszureifen, und einen milden Winter, um nicht zu erfrieren. In den Weinbaulagen am Oberrhein, an der Mosel oder in geschützten Stadtlagen kann das gelingen, in rauen, kalten Regionen dagegen nicht.

Selbst am richtigen Ort ist der Spätfrost die größte Gefahr. Die Kiwi treibt relativ früh aus, und ein später Frost im Mai kann die jungen Triebe und Blütenansätze vernichten, sodass die Ernte des Jahres ausfällt. Ein sehr geschützter Platz, klassisch vor einer warmen Südwand, ist deshalb Pflicht. Wer diese Bedingungen nicht bieten kann, wird mit der großen Kiwi selten glücklich.

Reife braune Kiwifrüchte der großen Kiwi
Der Lohn im Weinbauklima: die bekannten großen, pelzigen Kiwifrüchte, die im Handel meist aus wärmeren Ländern kommen.· Foto: David Adam Kess, CC BY-SA 4.0

Männchen und Weibchen

Wie beim Sanddorn und der Kiwibeere stellt sich auch bei der großen Kiwi die Geschlechterfrage. Die meisten Sorten sind zweihäusig: Es gibt rein männliche und rein weibliche Pflanzen, und nur die weiblichen tragen Früchte. Ohne ein männliches Exemplar in der Nähe bleibt das schönste Weibchen fruchtlos.

Cremeweiße Kiwiblüten an der Rebe
Die Kiwi blüht cremeweiß. Männliche und weibliche Blüten sitzen an getrennten Pflanzen, beide sind für die Ernte nötig.· Foto: Wouter Hagens, Public Domain

Ein männlicher Strauch reicht rechnerisch für mehrere weibliche. Beim Kauf sind die Geschlechter ausgewiesen, und für die Bestäubung muss das Männchen zur selben Zeit blühen wie die Weibchen. Es gibt inzwischen auch selbstfruchtbare Sorten wie ‚Jenny' oder ‚Solissimo', die ohne Partner tragen, allerdings oft mit geringerem Ertrag. Wer nur Platz für eine Pflanze hat, greift zu einer solchen selbstfruchtbaren Sorte.

Eine Liane für Jahrzehnte

Die große Kiwi ist keine Pflanze für den Balkonkasten, sondern eine mächtige, verholzende Liane, die viele Meter lang und mit den Jahren zentnerschwer wird. Sie braucht ein sehr stabiles, großzügiges Rankgerüst, etwa eine kräftige Pergola, ein robustes Drahtspalier an der Hauswand oder ein eigens gebautes Pfostengerüst. Filigrane Rankhilfen reißt sie mit der Zeit einfach herunter.

  1. Standort und Gerüst zuerst

    Wähle den wärmsten, geschütztesten Platz im Garten und baue ein sehr stabiles, großes Rankgerüst, bevor du pflanzt. Die Kiwi wird es über Jahrzehnte beanspruchen.

  2. Männchen und Weibchen setzen

    Pflanze im Frühjahr, KW 16 bis 20, ein Männchen zu deinen Weibchen, oder wähle eine selbstfruchtbare Sorte. Achte auf humosen, durchlässigen, nicht kalkreichen Boden.

  3. Vor Spätfrost schützen

    Schütze den Austrieb in kalten Nächten mit Vlies. Der Spätfrost ist die größte Gefahr für die Ernte des Jahres.

  4. Wie eine Rebe schneiden

    Erziehe und schneide die Kiwi ähnlich wie eine Weinrebe: ein waagerechtes Gerüst aus Haupttrieben, von denen die Fruchttriebe abgehen. Ein jährlicher Schnitt hält sie in Form und fördert den Ertrag.

  5. Geduld haben

    Rechne damit, dass die große Kiwi erst nach einigen Jahren zum ersten Mal trägt. Bis dahin baut sie ihr Gerüst und ihre Wurzeln auf.

Warmes Weinbauklima, geschützter Platz, Männchen plus Weibchen und ein sehr stabiles Gerüst. Nur wenn all das stimmt, lohnt die große Kiwi. Sonst ist die winterharte Kiwibeere die bessere Wahl.

Die Kern-Regel zur großen Kiwi

Häufige Fragen

Kann man große Kiwis in Deutschland anbauen?

Ja, aber nur in milden Weinbaulagen und an sehr geschützten, warmen Plätzen. Die große Kiwi braucht einen langen, warmen Sommer und einen milden Winter. In raueren Regionen ist sie ein Wagnis, dort ist die winterharte Kiwibeere die sichere Alternative.

Braucht die große Kiwi eine männliche und eine weibliche Pflanze?

Meist ja. Die große Kiwi ist zweihäusig, nur weibliche Pflanzen tragen Früchte und brauchen ein Männchen zur Bestäubung. Ein Männchen reicht für mehrere Weibchen. Es gibt aber auch selbstfruchtbare Sorten für Gärten mit wenig Platz.

Warum trägt meine Kiwi keine Früchte?

Häufige Gründe sind eine fehlende Bestäuberpflanze, ein zu kühler Standort, Spätfrostschäden am Austrieb oder eine noch zu junge Pflanze. Die große Kiwi trägt oft erst nach einigen Jahren und nur bei ausreichender Wärme und Bestäubung.

Wie groß wird eine Kiwipflanze?

Sehr groß. Die große Kiwi ist eine mächtige, verholzende Liane, die viele Meter lang und mit den Jahren sehr schwer wird. Sie braucht ein stabiles, großzügiges Rankgerüst wie eine kräftige Pergola oder ein Drahtspalier, das ihr Gewicht dauerhaft trägt.

Was ist der Unterschied zwischen Kiwi und Kiwibeere?

Die große Kiwi trägt die bekannten pelzigen Früchte, ist aber wärmebedürftig und nur bedingt winterhart. Die Kiwibeere trägt traubengroße Mini-Kiwis mit essbarer Schale, ist sehr winterhart und für fast jeden Garten geeignet, oft auch selbstfruchtbar.

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