Eine grüne Wand, ein blühender Torbogen, ein beschatteter Sitzplatz: Kletterpflanzen schaffen auf kleinstem Grund viel Wirkung. Aber sie scheitern oft an der falschen Rankhilfe. Ein Blauregen reißt ein filigranes Drahtgitter herunter, eine Clematis findet an einem dicken Pfosten keinen Halt. Der Schlüssel ist, den Klettertyp zur Kletterhilfe zu passen.
Drei Gruppen gibt es: Schlinger, Ranker und Selbstklimmer. Dieser Beitrag zeigt dir, wie jede klettert, welche Rankhilfe sie braucht und wie du verschiedene Kletterpflanzen sinnvoll kombinierst.
Die drei Klettertypen
Wer wie klettert
- Schlinger (Blauregen, Hopfen, Geißblatt)
Sie winden ihre Triebe spiralig um alles Senkrechte. Sie brauchen stabile Stäbe, Seile oder Pfosten, an denen sie sich hochwinden. Wichtig: kräftig, denn Schlinger werden schwer.
- Ranker (Clematis, Wein, Prunkwinde)
Sie greifen mit Blattstielen, Ranken oder Sprossranken nach dünnen Strukturen. Für sie eignen sich engmaschige Gitter, gespannte Drähte oder Netze, die die dünnen Ranken umfassen können.
- Selbstklimmer (Efeu, wilder Wein)
Sie haften mit Haftwurzeln oder Haftscheiben direkt an Wand und Fassade und brauchen keine Rankhilfe. Dafür klettern sie auch dorthin, wo man sie nicht haben will.
- Spreizklimmer (Kletterrose)
Sie haben keine eigenen Halteorgane, sondern hängen sich mit Stacheln ein. Sie müssen an Gerüst oder Spalier angebunden werden, weil sie sonst wieder herunterfallen.
Die richtige Rankhilfe
Der häufigste Fehler ist eine Rankhilfe, die nicht zum Klettertyp passt. Für schwere Schlinger wie Blauregen braucht es ein Gerüst aus dicken Stäben oder verzinkten Seilen, das viele Kilo tragen kann. Für zarte Ranker wie Clematis reicht ein feines Gitter, an dem die dünnen Blattstiele Halt finden.
Wichtig bei allen an der Wand: Montiere die Rankhilfe mit einigen Zentimetern Abstand zur Fassade. So zirkuliert Luft, die Pflanze bleibt gesund und die Wand trocken. Selbstklimmer setzt du dagegen direkt an die Wand, aber bedenke, dass ihre Haftscheiben Putz beschädigen können.
Kletterpflanzen kombinieren
Richtig reizvoll wird es, wenn du verschiedene Kletterpflanzen kombinierst. Ein Klassiker: eine früh blühende Kletterrose mit einer später blühenden Clematis am selben Gerüst. So blüht die Stelle über Monate, und die Clematis rankt sich elegant durch die Rose.
Achte beim Kombinieren auf ähnliche Ansprüche an Standort und Schnitt und auf Wuchskraft, die zusammenpasst. Ein starkwüchsiger Blauregen würde eine zarte Clematis einfach überwuchern. Wie du die begleitende Kletterrose richtig schneidest, steht in Rosen schneiden nach Typ.
Erst den Klettertyp bestimmen, dann die Rankhilfe wählen. Schlinger wollen Stäbe, Ranker feine Gitter, Selbstklimmer gar nichts. Passt das zusammen, wächst die grüne Wand von allein.
Die Kern-Regel zu Kletterpflanzen
Häufige Fragen
Welche Rankhilfe braucht welche Kletterpflanze?
Das hängt vom Klettertyp ab. Schlinger wie Blauregen brauchen stabile Stäbe oder Seile, Ranker wie Clematis feine Gitter oder gespannte Drähte, Selbstklimmer wie Efeu gar keine Rankhilfe. Spreizklimmer wie Kletterrosen müssen angebunden werden.
Welche Kletterpflanze wächst schnell und blickdicht?
Schnell und dicht wachsen Hopfen (einjährig, treibt jedes Jahr neu), wilder Wein und Geißblatt. Für dauerhaften, immergrünen Sichtschutz eignet sich Efeu, der allerdings langsamer startet und Haftscheiben an der Wand hinterlässt.
Wann pflanzt man Kletterpflanzen?
Am besten im Frühjahr, KW 12 bis 18, wenn der Boden sich erwärmt. Dann wurzeln sie über die Saison gut ein. Containerpflanzen kannst du auch im Herbst setzen. Montiere die Rankhilfe immer vor dem Pflanzen.
Beschädigen Kletterpflanzen die Hauswand?
Selbstklimmer wie Efeu und wilder Wein können mit ihren Haftscheiben Putz und Fugen beschädigen, vor allem an alten Fassaden. Sicherer sind Rankgitter mit Abstand zur Wand für Schlinger und Ranker, die die Fassade nicht berühren.
Kann man mehrere Kletterpflanzen kombinieren?
Ja, das verlängert die Blütezeit. Ein Klassiker ist eine Kletterrose mit einer Clematis am selben Gerüst. Wichtig ist, dass beide ähnliche Standortansprüche haben und die Wuchskraft zusammenpasst, damit die stärkere die schwächere nicht überwuchert.

