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Magazin6. Juli 2026 · 4 Min. Lesezeit

Stauden teilen: welche im Frühjahr, welche im Herbst

Stauden teilen verjüngt sie und vermehrt sie kostenlos. So teilst du richtig: Frühjahrsblüher im Herbst, Herbstblüher im Frühjahr, kahle Mitte raus.

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Großblättrige blaugrüne Funkie mit lila Blüten
Funkien bilden mit den Jahren dichte Horste und lassen sich hervorragend teilen. · Foto: Anna reg, CC BY-SA 3.0 AT (via Wikimedia Commons)
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Wenn eine Staude nach ein paar Jahren in der Mitte verkahlt und nur noch am Rand treibt, ist das kein Grund zur Sorge, sondern eine Einladung: Sie will geteilt werden. Das Teilen verjüngt die Pflanze, hält sie vital und schenkt dir nebenbei kostenlosen Nachschub für neue Beetpartien oder zum Verschenken.

Zwei Fragen entscheiden über den Erfolg: welche Staude wann geteilt wird und wie du dabei vorgehst. Dieser Beitrag beantwortet beide, damit deine Stauden nach dem Teilen kräftiger nachwachsen als zuvor.

Warum und wann teilen

Viele Stauden wachsen von außen weiter und sterben innen ab, der klassische kahle Mittelpunkt. Andere werden mit den Jahren einfach zu groß oder blühen nachlassend. Teilen behebt beides: Du entfernst den alten Kern und pflanzt die vitalen Randstücke neu.

Der richtige Zeitpunkt richtet sich nach der Blüte. Faustregel: Was im Frühjahr oder Sommer blüht, teilst du im Herbst. Was im Herbst blüht, teilst du im zeitigen Frühjahr. So erwischst du nie die Knospen und die Pflanze hat nach dem Eingriff die längste Erholungsphase.

Chinaschilf mit silbrigen Blütenständen im Wind
Ziergräser wie Chinaschilf teilt man im Frühjahr, wenn der Horst in der Mitte kahl wird.· Foto: Miya.m, CC BY-SA 3.0

So teilst du richtig

Das Teilen selbst ist einfach und verzeiht viel. Wichtig ist nur, dass jedes Stück eigene Wurzeln und mindestens eine Triebknospe behält. Kleine, schwache Splitter kommen auf den Kompost, kräftige Randstücke werden neu gepflanzt.

  1. Horst ausgraben

    Steche mit dem Spaten im weiten Bogen rund um die Pflanze und hebe den ganzen Horst aus der Erde. Schüttle lose Erde ab, damit du siehst, wo du trennen kannst.

  2. Kahle Mitte entfernen

    Schneide den alten, verkahlten Kern heraus und wirf ihn weg. Nur die jungen, vitalen Randbereiche mit frischen Wurzeln werden weiterverwendet.

  3. In Stücke trennen

    Teile den Horst mit Spaten, Messer oder durch beherztes Auseinanderziehen in faustgroße Stücke. Jedes braucht Wurzeln und Triebknospen.

  4. Sofort wieder pflanzen

    Setze die Teilstücke gleich an ihren neuen Platz, in gleicher Tiefe wie zuvor. Lass die Wurzeln nicht austrocknen, arbeite zügig und im Schatten.

  5. Angießen und mulchen

    Gieße nach dem Pflanzen durchdringend an und mulche leicht. Bis zum Winter wurzeln die Stücke ein, im nächsten Jahr treiben sie kräftig durch.

Wer wann geteilt wird

  • Im Herbst teilen (KW 37 bis 42)

    Frühjahrs- und Sommerblüher wie Funkien, Taglilien, Storchschnabel und Pfingstrosen (vorsichtig). Sie haben abgeblüht und wurzeln bis zum Winter noch an.

  • Im Frühjahr teilen (KW 12 bis 16)

    Herbstblüher wie Astern, Fetthenne und die meisten Ziergräser. Sie starten so mit voller Kraft in ihre Saison, statt kurz vor der Blüte gestört zu werden.

  • Alle ein bis drei Jahre

    Schnell wachsende Stauden wie Aster und Schafgarbe wollen häufiger geteilt werden. Langsame wie Pfingstrose und Tränendes Herz mögen es dagegen, in Ruhe gelassen zu werden.

  • Besser gar nicht teilen

    Pfahlwurzler wie Mohn, Lupine und Eisenhut vertragen das Teilen schlecht. Sie vermehrst du besser über Aussaat oder Wurzelschnittlinge.

Frühlings- und Sommerblüher im Herbst, Herbstblüher im Frühjahr. Kahle Mitte weg, vitale Ränder neu gepflanzt, und aus einer Staude werden viele.

Die Kern-Regel zum Teilen

Häufige Fragen

Wann teilt man Stauden?

Nach der Blüte-Faustregel: Frühjahrs- und Sommerblüher im Herbst (KW 37 bis 42), Herbstblüher im zeitigen Frühjahr. So triffst du nie die Knospen und die Pflanze hat die längste Erholungsphase vor der nächsten Blüte.

Warum wird meine Staude in der Mitte kahl?

Viele Stauden wachsen von außen weiter und sterben im alten Kern ab. Das ist normal und das Signal zum Teilen: Grabe den Horst aus, entferne die kahle Mitte und pflanze die vitalen Randstücke neu.

Wie teile ich einen großen Staudenhorst?

Grabe ihn ganz aus und trenne ihn mit Spaten, Messer oder durch Auseinanderziehen in faustgroße Stücke. Jedes Stück muss eigene Wurzeln und mindestens eine Triebknospe haben. Danach sofort wieder einpflanzen und angießen.

Welche Stauden sollte man nicht teilen?

Pfahlwurzler wie Mohn, Lupine, Eisenhut und Tränendes Herz vertragen das Teilen schlecht, weil ihre Wurzel dabei verletzt wird. Sie vermehrst du besser über Aussaat oder Wurzelschnittlinge.

Wie oft sollte man Stauden teilen?

Schnellwüchsige wie Astern und Schafgarbe alle ein bis drei Jahre, sobald sie kahl werden oder die Blüte nachlässt. Langsame wie Pfingstrosen mögen es, jahrelang ungestört zu bleiben, und brauchen selten geteilt zu werden.

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