Eine eigene Feige galt lange als südländischer Traum. Dank robuster Sorten und des milderen Klimas trägt sie heute in vielen deutschen Gärten zuverlässig. Der Schlüssel zum Erfolg fällt schon beim Kauf: Die richtige Sorte am richtigen Platz entscheidet über alles.
Zwei Dinge musst du dafür verstehen. Erstens, wie frosthart deine Wunschsorte ist und ob sie ins Beet oder in den Kübel gehört. Zweitens, wie die Feige ihre bis zu zwei Ernten im Jahr bildet. Dann steht der süßen Ernte nichts im Weg.
Auspflanzen oder in den Kübel?
Die Feige (Ficus carica) reicht in der Frosthärte von zart bis erstaunlich robust, und das hängt allein an der Sorte. Ausgesprochen winterharte Sorten überstehen, gut eingewurzelt und mit Wurzelschutz, auch strengere Winter im Freiland. Empfehlenswert sind zum Beispiel Feige ‚Brown Turkey', Feige ‚Ronde de Bordeaux' oder die Feige ‚Bayernfeige Violetta'.
Alle anderen, besonders die klassischen mediterranen Sorten, ziehst du besser im großen Kübel. Dann kannst du sie im Winter hell oder dunkel, aber kühl und frostfrei einräumen. So bleibt dir jede Sorte offen, unabhängig vom Standort.
So ziehst du deine Feige
Sorte und Platz zusammen wählen
Entscheide zuerst: Freiland oder Kübel. Fürs Beet nimmst du eine ausdrücklich winterharte Sorte und pflanzt sie an eine warme, geschützte Südwand.
Im Frühjahr pflanzen
Setz die Feige ins Frühjahr, etwa KW 16 bis 20, wenn der Boden sich erwärmt hat. So wurzelt sie den ganzen Sommer über ein, bevor der erste Winter kommt.
Jung vor Frost schützen
Junge Freilandfeigen sind empfindlicher als etablierte. Häufle den Wurzelbereich in den ersten Wintern mit Laub und Mulch an und schütze die Triebe bei strengem Frost mit Vlies.
Gießen, besonders im Kübel
Im Beet kommt die tief wurzelnde Feige mit Trockenheit gut zurecht. Im Topf dagegen gießt du regelmäßig, sonst wirft sie die Früchte ab.
Reif ernten
Pflücke erst, wenn die Frucht weich ist und der Stiel sich biegt. Eine Feige reift nach dem Pflücken nicht mehr nach, zu früh geerntet bleibt sie fade.
Der wichtigste Winter-Kniff
Ob du im nächsten Sommer eine Frühernte bekommst, entscheidet sich schon im Herbst. Denn die Frühfeigen sind bereits als winzige Knötchen am Trieb angelegt.
Erst die Sorte, dann der Platz. Winterhart ins Beet, mediterran in den Kübel, und geerntet wird nur, was weich ist.
Die Kern-Regel für die Feige
Häufige Fragen
Welche Feigensorte ist winterhart genug fürs Freiland?
Ausdrücklich als winterhart ausgewiesene Sorten wie Feige ‚Brown Turkey', Feige ‚Ronde de Bordeaux' oder Feige ‚Bayernfeige Violetta'. Gut eingewurzelt und an einer warmen Wand überstehen sie auch strengere Winter.
Braucht die Feige eine zweite Pflanze zur Bestäubung?
Nein. Unsere Gartenfeigen sind selbstfruchtbar und setzen ihre Früchte ohne Bestäubung an. Die Feigenwespe, die im Mittelmeerraum manche Feigen bestäubt, kommt bei uns nicht vor und wird auch nicht gebraucht.
Warum trägt meine Feige nur einmal oder gar nicht?
In kühleren Lagen reift oft nur die Herbstfeige, die Frühfeige fehlt. Trägt sie gar nicht, ist die Pflanze meist noch jung, stand zu schattig oder hat die kleinen Fruchtansätze über einen strengen Winter verloren.
Woran erkenne ich, dass die Feige reif ist?
Sie wird weich, der Stiel biegt sich, und die Frucht hängt schlaff nach unten. Oft tritt am unteren Auge ein Zuckertropfen aus. Erst dann ist sie süß, denn nachreifen kann sie nicht mehr.
Wie überwintere ich eine Feige im Kübel?
Kühl und frostfrei bei etwa 2 bis 8 Grad, zum Beispiel in Garage oder Keller. Da sie das Laub abwirft, darf es auch dunkel sein. Sparsam gießen und erst nach den Eisheiligen wieder nach draußen stellen.

