Kaum hat man Kohl gepflanzt, tauchen sie auf: weiße Falter, die über dem Beet tanzen, und kurz darauf durchlöcherte Blätter. Kohl ist bei zwei Schädlingen gleichermaßen beliebt, und beide lassen sich giftfrei in Schach halten, wenn man sie kennt.
Der eine ist der Kohlweißling, ein Schmetterling, dessen gefräßige Raupen ganze Pflanzen kahl fressen können. Der andere ist die Kohlfliege, die unsichtbar unter der Erde arbeitet und junge Pflanzen zum Welken bringt. Dieser Beitrag zeigt dir, wie du deinen Kohl vor beiden schützt.
Zwei Feinde: Falter und Fliege
Der Kohlweißling legt seine gelben Eier in Gruppen auf die Blattunterseiten. Aus ihnen schlüpfen Raupen, die sich rasend schnell durch die Blätter fressen. Man erkennt sie an den gelb-schwarzen Streifen und am charakteristischen Lochfraß.
Die Kohlfliege ist heimtückischer, weil man sie nicht sieht. Sie legt ihre Eier an der Stängelbasis ab, die Maden bohren sich in die Wurzeln. Betroffene Jungpflanzen welken bei Sonne, wachsen nicht weiter und kippen schließlich um. Gegen beide gibt es einfache, giftfreie Schutzmaßnahmen.
Die Schutz-Werkzeuge
So hältst du beide Schädlinge fern
- Kulturschutznetz
Das wirksamste Mittel gegen beide. Ein feinmaschiges Netz von der Pflanzung an dicht über dem Beet hält Falter und Fliege gänzlich ab. Ränder gut mit Erde oder Steinen beschweren.
- Kragen gegen die Kohlfliege
Ein Kragen aus Filz oder Pappe eng um die Stängelbasis verhindert, dass die Kohlfliege dort ihre Eier ablegt. Einfach, billig und sehr wirksam bei Jungpflanzen.
- Eigelege absammeln
Kontrolliere ohne Netz die Blattunterseiten und streife die gelben Eigelege des Kohlweißlings ab. Wer die Eier findet, muss später keine Raupen suchen.
- Mischkultur und Nützlinge
Duftende Nachbarn wie Tomate, Sellerie oder Kräuter irritieren die Schädlinge. Und Schlupfwespen sowie Vögel halten Raupen natürlich in Schach, siehe Mischkultur.
So schützt du deinen Kohl
Netz von Anfang an auflegen
Direkt nach der Pflanzung ein feines Kulturschutznetz über das Beet spannen und die Ränder dicht schließen. Später aufgelegt sind die Eier oft schon da.
Kragen bei der Pflanzung anlegen
Jeder Jungpflanze einen Filz- oder Pappkragen um den Stängel legen. Das stoppt die Kohlfliege genau dort, wo sie ihre Eier ablegen will.
Regelmäßig die Blattunterseiten prüfen
Auch unter dem Netz einmal pro Woche kontrollieren. Gelbe Eigelege und junge Raupen absammeln, bevor sie großen Schaden anrichten.
Bei starkem Befall biologisch eingreifen
Reichen die Handgriffe nicht, hilft ein biologisches Mittel auf Basis von Bacillus thuringiensis, das gezielt die Raupen trifft und Nützlinge schont.
Netz gegen den Falter, Kragen gegen die Fliege, und ein Blick unter die Blätter. Vorbeugen schlägt jede spätere Bekämpfung.
Die Kern-Regel beim Kohlschutz
Häufige Fragen
Wie schütze ich Kohl vor dem Kohlweißling?
Am besten mit einem feinen Kulturschutznetz von der Pflanzung an, das die Falter gar nicht erst an die Pflanzen lässt. Ohne Netz hilft es, die gelben Eigelege auf den Blattunterseiten regelmäßig abzusammeln, bevor die Raupen schlüpfen.
Was hilft gegen die Kohlfliege?
Ein Kragen aus Filz oder Pappe eng um die Stängelbasis verhindert die Eiablage am Boden. Zusätzlich schützt ein Kulturschutznetz. Ist die Made einmal in der Wurzel, lässt sich kaum noch etwas machen, deshalb ist Vorbeugen bei diesem Schädling entscheidend.
Warum welken meine jungen Kohlpflanzen?
Wenn eine Jungpflanze bei Sonne welkt, obwohl der Boden feucht ist, steckt oft die Kohlfliege dahinter, deren Maden die Wurzeln zerstören. Zieh die Pflanze vorsichtig an, sitzt sie locker, ist der Verdacht bestätigt. Ein Kragen bei der Pflanzung beugt vor.
Hilft ein Netz gegen beide Schädlinge?
Ja, ein feinmaschiges Kulturschutznetz ist die wirksamste Einzelmaßnahme und hält sowohl den Kohlweißling als auch die Kohlfliege ab. Wichtig ist, es von Anfang an lückenlos aufzulegen und die Ränder gut zu beschweren, sonst schlüpfen die Tiere darunter.
Muss ich gegen die Raupen spritzen?
Meist nicht. Netz, Kragen und das Absammeln von Eiern reichen im Hausgarten in der Regel aus. Nur bei starkem Befall lohnt ein biologisches Mittel auf Basis von Bacillus thuringiensis, das gezielt die Raupen trifft und Nützlinge schont.

