Ein guter Komposthaufen ist das Herz eines gesunden Gartens. Er verwandelt das, was viele in die Tonne werfen, in wertvolle Humuserde und schließt den Kreislauf im Beet. Und das Beste: Er kostet nichts außer ein bisschen Aufmerksamkeit.
Viele scheuen den Kompost, weil sie eine faulende, stinkende Ecke fürchten. Doch das passiert nur, wenn das Gleichgewicht kippt. Verstehst du das eine entscheidende Verhältnis dahinter, gelingt dir jederzeit ein Kompost, der nach Waldboden duftet statt nach Fäulnis.
Was im Kompost passiert
Im Kompost arbeiten Milliarden von Bakterien, Pilzen, Würmern und Kleinstlebewesen. Sie zersetzen das organische Material und bauen es zu Humus um, jener dunklen, krümeligen Substanz, die den Boden fruchtbar macht. Dabei entsteht Wärme, ein gut laufender Haufen kann sich richtig erhitzen.
Damit diese Helfer arbeiten können, brauchen sie das Richtige zu fressen und gute Bedingungen. Genau darum geht es beim Kompostieren: Du stellst den Mikroben ein ausgewogenes Menü zusammen und sorgst für Luft und Feuchtigkeit. Den Rest erledigen sie von selbst.
Grün und Braun: das entscheidende Verhältnis
Alles Kompostierbare gehört in eine von zwei Gruppen. Die Kunst liegt darin, beide zu mischen, statt nur das eine aufzuhäufen.
Die vier Stellschrauben
- Grünes Material (Stickstoff)
Feucht und nährstoffreich: Küchenabfälle, Rasenschnitt, frisches Grün, Kaffeesatz. Es liefert den Mikroben Eiweiß, verdichtet und fault aber schnell, wenn es allein liegt.
- Braunes Material (Kohlenstoff)
Trocken und locker: Herbstlaub, Stroh, Häckselgut, zerkleinerte Pappe, dünne Zweige. Es bringt Struktur und Luft und ist die Energiequelle für die Zersetzung.
- Feuchtigkeit
Der Haufen soll feucht sein wie ein ausgewrungener Schwamm. Zu trocken steht die Rotte still, zu nass fault er. Bei Bedarf gießen oder braunes Material untermischen.
- Luft
Die guten Mikroben brauchen Sauerstoff. Schichte locker, misch grobes braunes Material unter und wende den Haufen ab und zu. Dann bleibt er luftig und riecht angenehm.
So setzt du den Kompost an
Den richtigen Platz wählen
Stell den Kompost halbschattig und mit direktem Bodenkontakt auf, damit Würmer und Bodenlebewesen einwandern können. Ein offener Holzkomposter oder ein Thermokomposter eignen sich beide.
Mit einer groben Schicht beginnen
Ganz unten kommt eine luftige Lage aus Zweigen oder Häckselgut. Sie sorgt für Belüftung von unten und verhindert Staunässe.
Grün und braun mischen
Gib abwechselnd grünes und braunes Material dazu, immer schön gemischt. Als Faustregel etwa gleiche Teile, im Zweifel etwas mehr braun. Zerkleinere Grobes, dann geht es schneller.
Feucht halten und wenden
Kontrolliere die Feuchte und gieße bei Trockenheit. Wer den Haufen alle paar Monate umsetzt, bringt frische Luft hinein und beschleunigt die Rotte deutlich.
Reife erkennen und ernten
Nach etwa sechs bis zwölf Monaten ist der Kompost fertig: dunkel, krümelig und mit dem Duft von Waldboden. Grobes siebst du ab und gibst es zurück auf den nächsten Haufen.
Grün und braun im Gleichgewicht, feucht wie ein ausgewrungener Schwamm und immer schön luftig. Dann duftet der Kompost nach Wald, nicht nach Fäule.
Die Kern-Regel fürs Kompostieren
Häufige Fragen
Warum stinkt mein Kompost?
Fast immer, weil zu viel feuchtes Grün ohne Luft zusammenpappt und fault. Misch reichlich braunes, lockeres Material unter, etwa Laub oder Häckselgut, und setz den Haufen um. Dann kommt Sauerstoff hinein und der Geruch verschwindet.
Wie lange dauert es, bis Kompost fertig ist?
In der Regel sechs bis zwölf Monate. Mit kleiner Zerkleinerung, guter Mischung und regelmäßigem Umsetzen geht es schneller, ein unberührter Haufen braucht länger. Fertig ist er, wenn er dunkel und krümelig ist und nach Waldboden riecht.
Darf ich Zitrusschalen und Zwiebeln kompostieren?
In kleinen Mengen ja. Große Mengen Zitrusschalen verrotten langsam und säuern, und viele Zwiebeln mögen manche Kompostwürmer nicht. In Maßen und gut verteilt sind beide aber unproblematisch.
Brauche ich einen Kompostbeschleuniger aus dem Handel?
Nein. Eine gute Mischung, Feuchtigkeit, Luft und etwas fertige Komposterde als Starthilfe reichen völlig. Die nötigen Mikroorganismen bringst du damit selbst mit, teure Präparate sind überflüssig.
Kann ich ohne Garten auf dem Balkon kompostieren?
Ja, mit einer Wurmkiste. Darin verwandeln Kompostwürmer Küchenabfälle geruchlos in wertvollen Wurmhumus. Das funktioniert auf kleinem Raum und sogar in der Wohnung.

