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Magazin5. Juli 2026 · 3 Min. Lesezeit

Monilia-Spitzendürre: welke Triebe nach der Blüte, kein Frost

Kurz nach der Blüte welken ganze Triebspitzen der Sauerkirsche und sterben braun ab. Das sieht aus wie Spätfrost, ist aber die Monilia-Spitzendürre. Wie du beides unterscheidest und warum der Rückschnitt weit ins gesunde Holz der Schlüssel ist.

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Kirschzweig mit welken, braun abgestorbenen Blüten und Triebspitze durch Monilia-Spitzendürre
Monilia-Spitzendürre: Blüten und Triebspitze sterben kurz nach der Blüte braun ab · Foto: Rasbak, CC BY-SA 3.0
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Deine Sauerkirsche hat wunderbar geblüht, doch kurz danach welken ganze Triebspitzen, werden braun und sterben ab, als hätte sie eine Flamme erwischt. Was nach Spätfrost aussieht, ist oft die Monilia-Spitzendürre, eine tückische Pilzkrankheit des Steinobsts.

Dieser Beitrag ist die Detail-Ausgabe zum Überblick in Obstbaumkrankheiten erkennen. Der Schlüssel ist, sie vom Frostschaden zu unterscheiden und rechtzeitig zur Schere zu greifen.

Kirschzweig mit welken, braun abgestorbenen Blüten und Triebspitze durch Monilia-Spitzendürre
Welke Blüten und abgestorbene Triebspitze · Foto: Rasbak, CC BY-SA 3.0

Woran du die Spitzendürre erkennst

Das Schadbild tritt genau zur Blütezeit und kurz danach auf. Zuerst welken einzelne Blüten und werden braun. Von dort wächst der Pilz in den Trieb hinein, und die ganze Triebspitze samt junger Blätter stirbt ab. Die welken Blätter bleiben oft am Zweig hängen, statt abzufallen, ein wichtiges Erkennungsmerkmal.

Verantwortlich ist der Pilz Monilia laxa, ein naher Verwandter des Erregers der Fruchtfäule. Er dringt bei feuchtem, kühlem Wetter durch die offene Blüte ein. Besonders betroffen sind Sauerkirschen, allen voran die Sauerkirsche ‚Schattenmorelle', außerdem Aprikosen, Mandeln und Zwetschgen.

Kirschen mit brauner Monilia-Fruchtfäule und hellen Sporenpolstern
Derselbe Pilz zeigt später sein zweites Gesicht: die Monilia-Fruchtfäule, die reife Früchte braun vermodern lässt.· Foto: Rasbak, CC BY-SA 3.0

So beugst du vor

  1. Befallene Triebe herausschneiden

    Das ist die wichtigste Maßnahme. Schneide welke Triebe nach der Blüte großzügig zurück, etwa fünfzehn Zentimeter weit ins gesunde Holz hinein. Nur so erwischst du den Pilz, der schon unsichtbar weiter unten sitzt.

  2. Das Schnittgut entsorgen

    Gib die befallenen Triebe und alle Fruchtmumien in den Restmüll, nicht auf den Kompost. Sie sind die Quelle für den Befall im nächsten Jahr.

  3. Die Krone luftig halten

    In einer luftigen Krone trocknen die Blüten schneller ab, und der Pilz findet schlechtere Bedingungen. Wie du die Sauerkirsche richtig schneidest, steht in Sauerkirsche schneiden.

  4. Tolerante Sorten wählen

    Manche Sauerkirschsorten sind deutlich weniger anfällig als die klassische Schattenmorelle. Bei einer Neupflanzung an einem eher feuchten Standort lohnt sich der gezielte Griff zu einer robusteren Sorte.

Sieht aus wie Frost, ist aber Pilz. Schneide die welken Triebe nach der Blüte weit ins gesunde Holz, dann stoppst du die Spitzendürre.

Die Kern-Regel gegen die Spitzendürre

Häufige Fragen

Ist das Frostschaden oder Spitzendürre?

Frost trifft alle Blüten in einer Nacht gleichmäßig, die Spitzendürre wandert von der Blüte in den Trieb und lässt die welken Blätter hängen. Schneidest du einen welken Trieb an und das Holz ist innen braun, ist es meist Monilia.

Wie weit muss ich die befallenen Triebe zurückschneiden?

Großzügig, etwa fünfzehn Zentimeter ins sichtbar gesunde Holz hinein. Der Pilz wächst unsichtbar weiter, als der Schaden reicht. Schneidest du zu knapp, bleibt er im Trieb und treibt das Problem im nächsten Jahr weiter.

Welche Bäume sind besonders betroffen?

Vor allem Sauerkirschen wie die Schattenmorelle, dazu Aprikosen, Mandeln und Zwetschgen. Süßkirschen sind weniger anfällig. Ein feuchtes, kühles Frühjahr während der Blüte verschärft den Befall überall.

Hängt die Spitzendürre mit der Fruchtfäule zusammen?

Ja, beide werden von nah verwandten Monilia-Pilzen ausgelöst. Die Spitzendürre trifft im Frühjahr die Blüten und Triebe, die Fruchtfäule im Spätsommer die reifen Früchte. Beide bekämpfst du über Schnitt und Hygiene.

Muss ich gegen die Spitzendürre spritzen?

Im Hausgarten in der Regel nicht. Der konsequente Rückschnitt befallener Triebe, eine luftige Krone und tolerante Sorten reichen meist aus. Spritzungen zur Blüte sind heikel, weil sie auch die Bestäuber treffen können.

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