Kaum eine Blume bringt so viel Sommer ins Beet wie die Sonnenblume. Sie wächst schnell, blüht üppig und zieht Bienen, Hummeln und später Vögel magisch an. Und weil ihre Körner so groß sind, dass Kinderhände sie mühelos legen können, ist sie das perfekte erste Gartenprojekt.
Dabei ist Sonnenblume nicht gleich Sonnenblume. Bevor du säst, lohnt sich ein Blick auf die Sorte, denn eine drei Meter hohe Riesin willst du anders behandeln als eine zierliche Schnittsorte für die Vase.
Riese oder Schnittsorte?
Die Sonnenblume (Helianthus annuus) gibt es in zwei Grundrichtungen. Die Riesensorten setzen alles auf einen einzigen, riesigen Kopf, der auf einem armdicken Stiel bis über drei Meter steigt. Aus ihm erntest du später die dicken Kerne für Vögel und Küche.
Die Schnittsorten verzweigen sich stark und bilden viele kleinere Blüten über Wochen. Viele sind bewusst pollenarm gezüchtet, damit sie in der Vase nicht stauben. Für einen Sommerstrauß aus dem eigenen Garten sind sie die erste Wahl. Dazwischen gibt es Zwerg- und Ziersorten in Rot, Braun und Zitronengelb.
So gelingen dir Sonnenblumen
Direkt ins Beet säen
Leg die Körner ab Mitte Mai etwa 2 bis 3 cm tief direkt an Ort und Stelle, ungefähr KW 16 bis 20. Vorziehen ist unnötig, sie holen auf und wurzeln direkt gesät am besten.
Keimlinge vor Schnecken schützen
Die zarten Keimlinge sind ein Schneckenmagnet. Schütze sie in den ersten Wochen, danach ist die Pflanze robust genug.
Vollsonnig stellen und stützen
Wähle den sonnigsten Platz im Garten. Binde hohe Sorten frühzeitig an einen stabilen Stab, damit sie bei Wind und unter dem schweren Kopf nicht umknicken.
Bei Hitze gießen
Sonnenblumen wurzeln tief und kommen mit Trockenheit besser klar als viele Sommerblumen. In langen Hitzephasen und im Topf gießt du trotzdem regelmäßig.
Kerne ernten oder stehen lassen
Ist die Rückseite des Kopfes gelbbraun und sind die Kerne prall, kannst du den Kopf abschneiden und trocknen. Oder du lässt ihn stehen, dann bedienen sich im Herbst die Vögel selbst.
Kerne für Vögel und Küche
Was in der Mitte der Blüte wie ein dunkles Muster aussieht, sind hunderte winzige Einzelblüten. Aus jeder bestäubten wird ein Kern. Genau das macht die Sonnenblume am Saisonende so wertvoll.
Direkt säen, vollsonnig stellen, hohe Sorten anbinden. Und am Ende teilst du die Kerne mit den Vögeln.
Die Kern-Regel für Sonnenblumen
Häufige Fragen
Wann säe ich Sonnenblumen aus?
Direkt ins Beet ab Mitte Mai, etwa KW 16 bis 20, wenn keine Fröste mehr drohen. Die Körner keimen bei warmem Boden schnell und zuverlässig.
Warum knickt meine Sonnenblume um?
Meist wegen des schweren Kopfes und einer zu schwachen Stütze. Binde hohe Sorten früh an einen stabilen Stab. Auch ein zu schattiger Standort lässt die Pflanzen dünn und kippelig wachsen.
Welche Sonnenblume eignet sich für die Vase?
Verzweigte Schnittsorten, am besten bewusst pollenarme. Sie tragen viele Blüten und stauben nicht auf die Tischdecke. Schneide sie, sobald sich die Blüte gerade öffnet.
Wann sind die Kerne reif?
Wenn die Rückseite des Blütenkopfes von grün zu gelbbraun umschlägt und die Kerne prall und fest sind. Dann den Kopf ernten und kopfüber trocknen, oder ihn den Vögeln überlassen.
Dreht sich die Sonnenblume wirklich mit der Sonne?
Nur die jungen Knospen. Sie folgen tagsüber der Sonne von Ost nach West und richten sich nachts zurück. Sobald die Blüte voll geöffnet ist, bleibt sie fest nach Osten gewandt.

