Trachycarpus fortunei
Hanfpalme
Volksnamen: Chinesische Hanfpalme, Tessinerpalme
Foto: Taken by Fanghong · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Beschreibung
Die Hanfpalme ist die winterhärteste Fächerpalme und bringt mediterranes Flair in geschützte DACH-Gärten. Ihr Stamm ist von faserigem, hanfartigem Geflecht umhüllt, das ihr zusätzlichen Frostschutz gibt. In milden Lagen gedeiht sie ausgepflanzt, sonst hältst du sie im Kübel.
Pflegehinweise
Pflanze die Hanfpalme in durchlässigen, humosen Boden an einen sonnigen bis halbschattigen, windgeschützten Standort. Gieße in der Wachstumszeit gleichmäßig und vermeide Staunässe. Schütze junge Palmen in den ersten Wintern: binde die Wedel zusammen und packe das Herz mit Vlies ein. Ältere, ausgepflanzte Exemplare in Weinbauklima brauchen meist nur Schutz fürs Herz.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, sandig, humos, durchlässig
Pflanze die Hanfpalme in tiefgründigen, gut durchlässigen Boden mit hohem Humusanteil. Schwere, verdichtete oder staunasse Böden mag sie nicht — bei lehmig-schwerem Untergrund eine Drainage aus Kies oder grobem Sand einarbeiten. Halte den Boden leicht sauer bis neutral; sehr kalkreiche Standorte sind ungünstig. Eine jährliche Mulchschicht aus reifem Kompost um den Stamm verbessert die Struktur.
Düngung
Mittelzehrer
Monate
Apr, Mai, Jul
Arbeite im Frühjahr (April/Mai) reifen Kompost oder gut verrotteten Mist flach um die Palme ein oder lege ihn als Mulch auf — das trägt durch die Wachstumsphase. Auf kargem Sandboden kannst du im Juli mit Hornspänen leicht nachhelfen. Ab August nicht mehr düngen, damit das Gewebe vor dem Winter ausreift. Auf humusreichem Boden reicht ausgepflanzten Exemplaren oft die Frühjahrsgabe allein.
Überwinterung
Etablierte Hanfpalmen bleiben im Freiland, aber das empfindliche Palmenherz braucht Schutz: Binde die Wedel locker nach oben zusammen und wickle die Krone mit atmungsaktivem Wintervlies oder Jute ein (keine Folie, sonst fault es) und decke den Wurzelbereich dick mit Laub oder Rindenmulch ab. Schütze erst bei anhaltendem Frost und öffne im Frühjahr zügig wieder; junge oder im Kübel stehende Exemplare überwinterst du besser hell und frostfrei.
Vermehrung
Methoden
- Aussaat
- Kindel
Die Hanfpalme vermehrst du am zuverlässigsten per Aussaat. Frische Samen keimen deutlich besser als ältere, verwende das Saatgut also möglichst zeitnah nach der Ernte. Weiche die Samen vor der Aussaat zwei bis drei Tage in lauwarmem Wasser ein und entferne dabei das umgebende Fruchtfleisch vollständig. Säe im späten Winter oder frühen Frühjahr (Februar bis März) in ein durchlässiges Substrat aus Anzuchterde mit etwas Sand, bedecke die Samen nur leicht und halte die Erde gleichmäßig feucht — nie nass. Keimtemperaturen von 22–27 °C sind ideal; ein Minigewächshaus oder eine Folie hilft beim Halten der Wärme. Rechne mit einer Keimzeit von mehreren Wochen bis zu mehreren Monaten, gelegentlich bis zu einem Jahr. Die Jungpflanze wächst langsam: Erst nach zwei bis drei Jahren zeigt sie die typischen fächerförmigen Palmwedel. Trachycarpus fortunei wächst normalerweise einstämmig, bildet aber gelegentlich basale Seitentriebe (Schösslinge). Findest du einen solchen Trieb mit erkennbaren eigenen Wurzeln, trennst du ihn im Frühjahr vorsichtig mit einem sauberen, scharfen Schnitt dicht am Mutterstamm ab und topfst ihn sofort in ein durchlässiges, leicht feuchtes Substrat. Halte ihn anfangs hell, aber nicht in praller Sonne, bis der erste neue Wedel austreibt. Stecklinge, Teilung, Absenker und Veredelung funktionieren bei Palmen nicht: Als Monokotyle haben sie nur einen einzigen Vegetationspunkt und kein Kambium.
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