Humulus lupulus
Hopfen
Volksnamen: Echter Hopfen, Gemeiner Hopfen
Foto: No machine-readable author provided. Hagen Graebner assumed (based on… · CC BY-SA 2.5 · Quelle
Beschreibung
Der Hopfen ist eine rasant wachsende, mehrjährige Schlingpflanze, die in einer Saison mehrere Meter rechtsherum nach oben windet. Die weiblichen Pflanzen tragen die aromatischen Dolden, die du zum Bierbrauen, für Tee oder als duftendes Schlafkissen nutzen kannst. Die jungen Triebe sind im Frühjahr ein feines Wildgemüse.
Pflegehinweise
Pflanze den Hopfen an einen sonnigen Platz mit tiefgründigem, nährstoffreichem Boden und gib ihm eine hohe Rankhilfe oder Schnur, an der er hochklettern kann. Halte ihn besonders im Sommer gut feucht. Ernte die Dolden im Spätsommer (August · KW 35), wenn sie sich trocken-papierig anfühlen, und schneide die Triebe nach dem ersten Frost bodennah ab.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, durchlässig, nährstoffreich, feucht
Hopfen will tiefgründigen, humosen Lehm- oder sandigen Lehmboden — die Wurzeln reichen tief, deshalb braucht er Spielraum nach unten. Halte den Boden gleichmäßig frisch-feucht, aber vermeide Staunässe; schwere Tonböden und reine Sandböden sind ungeeignet.
Düngung
Starkzehrer
Monate
Mär–Apr
Versorge den Starkzehrer im Frühjahr beim Austrieb (März/April): arbeite Kompost und Hornspäne flach rund um den Wurzelbereich ein. Gut verrotteter Stallmist als Mulchschicht ergänzt das. Harke die Materialien nur oberflächlich ein, damit du die flachen Wurzeln nicht beschädigst.
Überwinterung
Hopfen ist eine winterharte Staude — im Freiland braucht er keinen Schutz: Die Triebe sterben nach dem Frost ab, die Pflanze zieht in ihr Rhizom ein, schneide das vertrocknete Gerank im Spätwinter bodennah ab. Im Kübel den Topf auf eine isolierende Unterlage stellen und mit Vlies umwickeln, da Gefäßwurzeln frostempfindlicher sind.
Vermehrung
Methoden
- Teilung
- Stecklinge
Hopfen vermehrst du am besten vegetativ, um weibliche Pflanzen mit bekannten Sorteneigenschaften zu erhalten — aus Samen wäre das Geschlecht unbekannt und die Doldenernte unsicher.
Rhizomteilung (einfachste Methode): Im frühen Frühjahr (März/April), bevor neue Triebe erscheinen, gräbst du einen Teil des Wurzelstocks aus. Teile das Rhizom mit einem scharfen Messer in Stücke von etwa 15–20 cm Länge, die jeweils 2–3 Augen (Knospen) tragen — achte darauf, dass jedes Stück gesunde Wurzeln hat. Lege die Stücke waagerecht etwa 5–10 cm tief in lockere, humose, durchlässige Erde, Knospen nach oben, und gieße sie gut an. Bereits im ersten Jahr treiben sie kräftig aus. Eine Teilung im Herbst funktioniert ebenfalls.
Fechser (bewurzelte Bodentriebe): Im Frühjahr, wenn die Bodentriebe einige Zentimeter hoch sind, trennst du bewurzelte Seitentriebe vorsichtig von der Mutterpflanze ab und pflanzt sie sofort an den gewünschten Standort oder in Töpfe zur Zwischenanzucht. Das ist ein zuverlässiger Sonderfall der Teilung.
Grünstecklinge: Im Frühjahr bis Frühsommer schneidest du etwa 10–15 cm lange Triebspitzen ab und entfernst die unteren Blätter, um die Verdunstung zu verringern. Stecke die Stecklinge in feuchtes, lockeres Anzuchtsubstrat (etwa 5 cm tief) oder stelle sie zur Bewurzelung ins Wasserglas. Halte sie gleichmäßig feucht, aber ohne Staunässe, an einem hellen, halbschattigen und warmen Platz — Wärme beschleunigt die Bewurzelung. Im Substrat kannst du mit einer Haube (mit Luftlöchern) für Feuchtigkeit sorgen; die Bewurzelung dauert einige Wochen.
Erfahrungen aus echten Gärten
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