Kaum ein Kraut wird so oft gekauft und so schnell umgebracht wie Basilikum. Der Supermarkt-Topf sieht üppig aus und ist nach einer Woche eine traurige Ruine. Das liegt selten an dir und fast immer daran, dass diese Töpfe hoffnungslos überfüllt und die Pflanzen verzärtelt sind.
Dabei ist Basilikum dankbar, wenn man seine drei Grundbedürfnisse kennt: Wärme, richtiges Gießen und richtiges Ernten. Dieser Beitrag zeigt dir, wie dein Basilikum den ganzen Sommer durchhält, statt nach Tagen einzugehen.
Wärme, Wärme, Wärme
Basilikum stammt aus den Tropen und hat entsprechend klare Ansprüche. Kälte verträgt es überhaupt nicht: Schon Temperaturen um die 10 Grad lassen die Blätter schwarz werden. Deshalb kommt Basilikum erst nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freie, an den wärmsten, sonnigsten Platz, den du hast.
Auch am Fensterbrett will es warm und hell stehen, nicht auf der kühlen Nordbank. Ein Basilikum, das fröstelt, ist ein Basilikum, das stirbt.
Von unten gießen
Der zweite große Fehler ist das Gießen über die Blätter. Basilikum ist anfällig für Pilzkrankheiten, allen voran die Schwarzfäule, die den Stängel von unten schwarz werden und die Pflanze zusammenbrechen lässt. Nasse Blätter und dauerfeuchte Erde sind ihre Einladung.
Gieß deshalb von unten: Stell den Topf kurz in einen Untersetzer mit Wasser, lass die Erde sich vollsaugen und gieß den Rest weg. So bleiben Blätter und Stängelbasis trocken, und die Wurzeln bekommen, was sie brauchen.
Richtig ernten heißt richtig schneiden
Der dritte Fehler ist die Ernte. Viele zupfen einzelne große Blätter von unten ab, und die Pflanze schießt kahl in die Höhe. Richtig ist das Gegenteil: Ernte immer eine ganze Triebspitze über einem Blattpaar.
Über dem Blattpaar schneiden
Kneif oder schneide den Trieb knapp über einem Paar kleiner Seitenblätter ab. Aus deren Achseln treiben zwei neue Triebe, die Pflanze wird buschig.
Regelmäßig ernten
Je öfter du die Spitzen erntest, desto dichter wird das Basilikum. Wer nie schneidet, bekommt eine lange, kahle Pflanze mit wenigen Blättern.
Blüten ausknipsen
Sobald sich Blütenknospen zeigen, knips sie aus. Blüht das Basilikum, steckt es die Kraft in Samen, die Blätter werden bitter und die Pflanze altert schnell.
Supermarkt-Topf teilen
Einen gekauften, überfüllten Topf teilst du am besten in mehrere kleinere Portionen und pflanzt sie mit Abstand um. So hat jede Pflanze Platz und Luft.
Warm stellen, von unten gießen, über dem Blattpaar ernten. Wer diese drei Dinge beherzigt, erntet den ganzen Sommer, statt nach einer Woche zu trauern.
Die Kern-Regel zum Basilikum
Häufige Fragen
Warum geht mein Basilikum aus dem Supermarkt so schnell ein?
Weil in dem Topf viel zu viele Pflanzen auf engstem Raum stehen und im Gewächshaus verzärtelt wurden. Teile den Topf, pflanze die Portionen mit Abstand um, stell sie warm und gieß von unten. Dann erholt sich das Basilikum oft.
Wie gieße ich Basilikum richtig?
Von unten über den Untersetzer, nie über die Blätter. Basilikum ist anfällig für Pilzkrankheiten wie die Schwarzfäule, die feuchte Blätter und Staunässe lieben. Erde feucht halten, aber nie nass stehen lassen.
Wie ernte ich Basilikum, damit es nachwächst?
Schneide immer eine ganze Triebspitze knapp über einem Blattpaar ab, nicht einzelne Blätter. Aus den Blattachseln treiben zwei neue Triebe, und die Pflanze wird schön buschig statt lang und kahl.
Warum wird mein Basilikum bitter?
Meist weil es blüht. Sobald die Pflanze in die Blüte geht, verändert sich der Geschmack und die Blätter werden bitter. Knips die Blütenknospen früh aus, dann bleibt das Aroma mild und die Pflanze jung.
Kann Basilikum draußen im Beet wachsen?
Ja, aber erst nach den Eisheiligen Mitte Mai, an einem warmen, sonnigen, geschützten Platz. Kälte unter etwa 10 Grad verträgt es nicht. Im Kübel oder Topf lässt es sich bei kühlem Wetter leichter schützen.

