Wenn im Herbst der erste Frost angekündigt wird, stellt sich die Frage: Welches Kraut muss rein, welches darf raus bleiben, und was mache ich mit dem Rest? Wer wahllos alles ins Haus schleppt, quält die winterharten Arten in der warmen Stube, und wer alles draußen lässt, verliert die empfindlichen.
Die Lösung ist kein Kalender, sondern das Wissen um die Frosthärte. Sortiere deine Kräuter in drei Gruppen, dann weißt du für jedes, was zu tun ist. Dieser Beitrag gibt dir den Überblick.
Frost ist meist ein Hinweis, kein Todesurteil
Bevor du in Panik alles einräumst: Für die meisten heimischen Kräuter ist Frost kein Problem, sondern ein normaler Teil des Jahres. Ein Frost-Alarm im Wetterbericht ist für sie ein Hinweis zum Beobachten, kein Grund zur Rettung. Nur bei den empfindlichen und den halbharten Arten musst du wirklich handeln.
Der Schlüssel ist also, deine Kräuter einmal richtig einzuordnen. Danach läuft das Einwintern fast von allein.
Die drei Winter-Gruppen
So sortierst du deine Kräuter
- Winterhart: bleibt draußen
Thymian, Salbei, Oregano, Schnittlauch, Minze, Liebstöckel und die meisten heimischen Stauden überstehen den Winter im Beet problemlos. Ein wenig Reisig oder Laub schützt zusätzlich.
- Halbhart: helles, kühles Quartier
Rosmarin, Lorbeer und ähnlich mediterrane Kräuter wollen frostfrei, aber kühl und hell überwintern. Nasse Kälte ist ihr Feind, nicht ein kurzer Frost. Details in Rosmarin pflegen und überwintern.
- Empfindlich: rein oder neu säen
Basilikum und andere Wärmekinder sterben beim ersten Frost. Sie überwintern nur warm und hell im Haus, was oft mühsam ist. Meist lohnt die Neuaussaat im Frühjahr mehr.
- Im Topf: Wurzeln schützen
Egal welche Gruppe: Im Kübel friert der Ballen leichter durch als im Beet. Stell Töpfe an eine geschützte Hauswand, auf eine Styroporplatte und umwickle sie bei strengem Frost.
Was winterharte Kräuter brauchen
Erstaunlich wenig. Thymian, Salbei und Co. bleiben im Beet und ziehen zum Teil ein oder behalten ihr Laub. Ein leichter Schutz aus Reisig, Laub oder etwas Vlies hilft immergrünen Arten über kahlfrostige, sonnige Wintertage, an denen sie mehr durch Austrocknung als durch Kälte leiden.
Wichtig ist, immergrüne Kräuter auch im Winter an frostfreien Tagen gelegentlich zu gießen, wenn der Boden ganz trocken ist. Denn was viele nicht wissen: An sonnigen Frosttagen verdunsten sie Wasser, können aus dem gefrorenen Boden aber keines nachziehen.
Sortiere nach Frosthärte, nicht nach Kalender. Winterhart bleibt draußen, halbhart kommt kühl und hell rein, empfindlich säst du im Frühjahr neu.
Die Kern-Regel zum Überwintern
Häufige Fragen
Welche Kräuter müssen im Winter ins Haus?
Nur die halbharten und die empfindlichen. Rosmarin und Lorbeer wollen ein helles, kühles, frostfreies Quartier. Basilikum und andere Wärmekinder überleben nur warm im Haus. Winterharte wie Thymian und Salbei bleiben draußen.
Welche Kräuter sind winterhart?
Thymian, Salbei, Oregano, Schnittlauch, Minze, Liebstöckel und die meisten heimischen Stauden. Sie überstehen den Winter im Beet, oft ganz ohne Schutz. Immergrüne freuen sich über etwas Reisig gegen die Wintersonne.
Muss ich winterharte Kräuter im Winter gießen?
An frostfreien Tagen gelegentlich ja, vor allem immergrüne im Topf. An sonnigen Frosttagen verdunsten sie Wasser, können aber aus dem gefrorenen Boden keines aufnehmen und vertrocknen sonst. Bei offenem Boden ist es meist nicht nötig.
Wie schütze ich Kräuter im Topf vor Frost?
Rück die Töpfe an eine geschützte Hauswand, stell sie auf eine isolierende Platte statt auf den kalten Boden und umwickle sie bei strengem Frost mit Vlies oder Jute. So friert der Wurzelballen nicht durch.
Lohnt es sich, Basilikum zu überwintern?
Selten. Basilikum ist einjährig und im Haus schwer über den Winter zu bringen, weil es warm und sehr hell stehen müsste. Meist ist die Neuaussaat im Frühjahr einfacher und ergibt kräftigere Pflanzen.

