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Magazin5. Juli 2026 · 3 Min. Lesezeit

Rosmarin pflegen und überwintern: nasse Kälte ist der Feind

Rosmarin erfriert selten, er verfault an nasser Kälte. Wie du ihn kühl und hell überwinterst, richtig schneidest ohne ins alte Holz zu gehen und winterharte Sorten wählst.

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Garten & Redaktion
Ein Rosmarinzweig mit nadelförmigen Blättern und leicht verholztem, bräunlichem Stamm
Rosmarin verholzt mit den Jahren. Ein regelmäßiger Schnitt ins junge Holz hält ihn buschig und vital. · Foto: T137, CC BY-SA 3.0
Inhalt

Rosmarin gilt als mediterran und heikel, dabei ist er zäher als gedacht, nur eben auf seine Weise. Die meisten verlieren ihn nicht im tiefsten Winter, sondern in einem nasskalten Novemberquartier oder weil sie ihn falsch zurückschneiden. Beides lässt sich leicht vermeiden.

Zwei Dinge musst du verstehen: wie Rosmarin überwintert und wie du ihn schneidest, ohne ihn zu verlieren. Dieser Beitrag zeigt beides und verrät, welche Sorten sogar bei uns draußen bleiben dürfen.

Nasse Kälte, nicht Frost

Der Denkfehler bei Rosmarin ist derselbe wie beim Olivenbaum: Man fürchtet den Frost und übersieht die eigentliche Gefahr. Rosmarin verträgt trockene Kälte recht gut. Was ihn umbringt, ist nasse Kälte: Ein durchgeweichter, kalter Wurzelballen lässt die Wurzeln faulen.

Deshalb ist ein Rosmarin im Kübel oft sicherer als ein ausgepflanzter, weil du den Topf vor Dauerregen und Staunässe schützen kannst. Überwintere ihn kühl und hell, ähnlich wie andere mediterrane Kübelpflanzen. Wie das grundsätzlich funktioniert, steht in Kräuter überwintern.

Dichtes, graugrünes, samtiges Laub von Küchensalbei
Salbei tickt ähnlich: ein verholzender, immergrüner Halbstrauch mit denselben Winter-Ansprüchen.· Foto: Krzysztof Golik, CC BY-SA 4.0

Der Schnitt gegen das Verholzen

Rosmarin ist ein Halbstrauch: Mit den Jahren verholzt er von unten und wird innen kahl und sparrig. Ein regelmäßiger Schnitt hält ihn dicht und jung. Aber Vorsicht, hier lauert der zweite große Fehler.

Schneide nie ins alte, blattlose Holz. Anders als viele Sträucher treibt Rosmarin aus kahlem, altem Holz kaum wieder aus. Kürze immer nur die belaubten, jungen Triebe ein, dann verzweigt er sich willig. Der beste Zeitpunkt ist das Frühjahr nach der Überwinterung. Ähnlich verhält sich übrigens der Salbei, ein naher Verwandter.

Winterharte Sorten und Vermehrung

Nicht jeder Rosmarin ist gleich. Sorten wie ‚Arp' oder der ‚Veitshöchheimer Rosmarin gelten als winterhart und überstehen in milden Lagen mit etwas Schutz auch draußen den Winter. Der übliche Handels-Rosmarin ist dagegen nur bedingt hart und will ins Quartier.

Nicht der Frost, die nasse Kälte killt. Kühl und hell überwintern, nur ins junge Holz schneiden, und im Zweifel eine winterharte Sorte wählen.

Die Kern-Regel zum Rosmarin

Häufige Fragen

Ist Rosmarin winterhart?

Nur bedingt. Der übliche Rosmarin verträgt trockene Kälte, leidet aber unter nasser Kälte und braucht meist ein helles, kühles Winterquartier. Es gibt winterharte Sorten wie ‚Arp', die in milden Lagen mit Schutz draußen bleiben.

Warum ist mein Rosmarin über den Winter eingegangen?

Meist an nasser Kälte, nicht am Frost. Ein durchnässter, kalter Wurzelballen lässt die Wurzeln faulen. Schütze den Topf vor Dauerregen und Staunässe und überwintere ihn kühl und hell statt warm und dunkel.

Wie schneide ich Rosmarin richtig?

Kürze regelmäßig die jungen, belaubten Triebe ein, damit er buschig bleibt. Schneide aber nie ins alte, blattlose Holz, denn daraus treibt Rosmarin kaum wieder aus. Bester Zeitpunkt ist das Frühjahr.

Wo überwintert Rosmarin am besten?

Kühl und hell bei wenigen Grad über null, etwa in einem hellen, frostfreien Treppenhaus, Wintergarten oder Kellerraum mit Fenster. Die warme Wohnung ist zu dunkel und zu trocken und schwächt die Pflanze.

Kann ich Rosmarin selbst vermehren?

Ja, sehr leicht über Stecklinge. Schneide im Sommer nicht blühende Triebspitzen, entblättere sie unten und steck sie in magere Erde. Feucht und hell gehalten, bewurzeln sie meist zuverlässig.

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