Nichts ist ärgerlicher, als in eine sonnengereifte Kirsche zu beißen und eine Made zu finden. Verantwortlich ist die Kirschfruchtfliege, ein kleiner Schädling mit einem sehr genauen Zeitplan. Und genau dieser Zeitplan ist der Schlüssel, ihn auszutricksen.
Denn die Fliege fliegt nur in einem bestimmten Fenster im Frühsommer. Wer das kennt, wählt seine Sorte so, dass die Ernte davor liegt, und pflückt madenfreie Kirschen, während der Nachbar sortiert. Schauen wir uns an, wie das geht.
Was da in der Kirsche sitzt
Die Kirschfruchtfliege legt ihre Eier gezielt in Kirschen, die vom grünlichen Gelb ins Rötliche umschlagen. Aus jedem Ei schlüpft eine winzige Made, die sich ins Fruchtfleisch rund um den Kern frisst. Nach einigen Wochen lässt sie sich zu Boden fallen, verpuppt sich dort und überwintert als Puppe im Erdreich. Im nächsten Frühsommer schlüpft die neue Fliegengeneration.
Dieser Zyklus verrät die beiden Angriffspunkte: das Zeitfenster des Flugs und der Boden unter dem Baum. An beiden setzt der Schutz an.
So bleiben deine Kirschen madenfrei
Eine frühe Sorte pflanzen
Frühe Süßkirschen reifen und werden geerntet, bevor die Fliege ihren Höhepunkt erreicht. Sie sind der wirksamste und einfachste Schutz überhaupt.
Gelbtafeln aufhängen
Häng ab dem Farbumschlag der Früchte gelbe Leimtafeln in den Baum. Sie zeigen dir, wann die Fliege aktiv ist, und fangen einen Teil der Weibchen weg.
Kleine Bäume mit Netz schützen
Über niedrige Bäume, Spindeln und Kübelkirschen legst du ein engmaschiges Netz, sobald die Früchte umfärben. So kommt die Fliege gar nicht erst an die Kirschen.
Madige und Fallobst entfernen
Sammle befallene und heruntergefallene Kirschen konsequent auf und entsorge sie. Jede madige Frucht, die liegen bleibt, liefert die nächste Generation.
Den Boden im Blick behalten
Weil sich die Larven im Boden verpuppen, hilft es, den Bereich unter dem Baum sauber zu halten. Manche legen zur Larvenwanderung ein Vlies aus oder lassen Hühner unter dem Baum picken.
Die Kirschfruchtfliege hat übrigens eine Verwandte, mit der sie oft verwechselt wird, die aber ganz anders vorgeht.
Die Fliege fliegt nach der Uhr. Wer früh erntet, ist durch, bevor sie überhaupt loslegt.
Die Kern-Regel gegen die Kirschmade
Häufige Fragen
Woran erkenne ich einen Madenbefall?
Befallene Kirschen sind oft weich, eingedellt und an der Einstichstelle leicht verfärbt. Schneidest du sie auf, findest du die weiße Made rund um den Kern. Ein sicheres Zeichen sind auch die Fliegen auf den Gelbtafeln.
Warum bleiben frühe Sorten madenfrei?
Weil sie reifen und geerntet werden, bevor die Kirschfruchtfliege ihren Flughöhepunkt erreicht. Die Fliege findet dann keine umfärbenden Früchte mehr für ihre Eiablage. Späte Sorten sind dagegen voll betroffen.
Helfen Gelbtafeln wirklich?
Zum Überwachen auf jeden Fall, sie zeigen dir den Flugbeginn genau an. Zur Bekämpfung reichen sie allein bei starkem Befall oft nicht, sind aber ein guter Baustein neben früher Sorte und Netz.
Was mache ich mit den madigen Kirschen?
Konsequent absammeln, auch das Fallobst, und im Restmüll oder tief vergraben entsorgen, nicht auf den offenen Kompost. So unterbrichst du den Kreislauf, denn die Larven verpuppen sich sonst im Boden.
Ist das dieselbe wie die Kirschessigfliege?
Nein. Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) befällt auch voll reife und andere weiche Früchte und lässt sich nicht über die Sortenwahl umgehen. Sie ist ein eigenes, schwierigeres Thema.

