Porree, auch Lauch genannt, ist das geduldige Dauergemüse im Beet: Er steht monatelang, verträgt Frost und liefert genau dann, wenn im Winter sonst wenig Frisches wächst. Der Anbau ist einfach, dreht sich aber um eine einzige Frage: Wie bekomme ich einen möglichst langen, zarten weißen Schaft statt eines kurzen grünen Stummels?
Die Antwort ist Lichtausschluss. Wo kein Licht an den Lauch kommt, bleibt er weiß und mild. Deshalb pflanzt du ihn tief und häufelst später an. Schauen wir uns das Schritt für Schritt an.
Warum der weiße Schaft?
Der weiße Teil des Porrees ist nichts anderes als gebleichtes Blatt. Solange kein Licht daran kommt, bildet die Pflanze kein grünes Blattgrün, und der Schaft bleibt hell, zart und mild. Sobald Licht darauf fällt, ergrünt er und wird fester.
Genau deshalb arbeitest du mit Tiefe und mit angehäufelter Erde. Je höher die Erde am Schaft steht, desto länger wird der weiße, begehrte Teil. Das ist der ganze Trick hinter jedem schönen Lauch.
So pflanzt du Porree richtig
Kräftige Jungpflanzen nehmen
Zieh Porree ab Februar vor oder kaufe Jungpflanzen. Setzling ist ideal, wenn er bleistiftdick ist. Zu dünne Pflanzen brauchen ewig.
Wurzeln und Blätter einkürzen
Kürze vor dem Pflanzen die Wurzeln auf etwa zwei Zentimeter und die Blattspitzen um ein Drittel. Das klingt hart, regt aber die Pflanze zum kräftigen Anwachsen an.
Tief ins Pflanzloch setzen
Stich mit einem Pflanzholz ein etwa 15 cm tiefes Loch und lass die Jungpflanze hineingleiten. Der Großteil des Schafts steckt jetzt im Dunkeln.
Nur einschlämmen, nicht zuschütten
Fülle das Loch nicht mit Erde, sondern gieße es einfach mit Wasser voll. Die Erde rutscht von selbst locker an die Wurzeln, und der Schaft hat Platz, dick zu werden.
Über die Saison anhäufeln
Zieh im Lauf des Sommers immer wieder Erde an die Schäfte heran. Jeder Zentimeter Erde bringt einen Zentimeter mehr Weiß. Achte darauf, dass keine Erde zwischen die Blätter rieselt.
Sommerporree ist schlank und schnell, Winterporree dagegen ist der Robuste: Er hat dunkelblaugrünes Laub, steht den ganzen Winter im Beet und wird nach Bedarf gestochen. Ein paar Pflanzen Winterporree sind Gold wert, wenn sonst kaum etwas Frisches wächst.
Der wichtigste Schutz: das Netz
So pflegeleicht Porree ist, zwei Schädlinge machen ihm ernsthaft zu schaffen. Gegen beide hilft dieselbe einfache Maßnahme.
Tief pflanzen, geduldig anhäufeln, früh mit dem Netz decken. Mehr braucht ein guter Porree nicht.
Die Kern-Regel für schönen Lauch
Häufige Fragen
Warum ist der weiße Teil bei mir so kurz?
Weil zu wenig vom Schaft im Dunkeln stand. Pflanze tiefer ins Loch und häufle im Sommer konsequenter an. Jeder Zentimeter Erde am Schaft wird zu einem Zentimeter weißem Lauch.
Kann ich Porree wirklich im Winter draußen lassen?
Winterporree ja. Er ist frosthart und wird den ganzen Winter über nach Bedarf gestochen. Bei strengem Dauerfrost hilft eine Laub- oder Vliesdecke, damit du den Boden zum Ernten aufbekommst.
Warum krümeln die Blätter und werden gelb?
Häufig steckt die Lauchmotte oder Zwiebelfliege dahinter, deren Larven im Schaft fressen. Deshalb von Anfang an mit dem Netz schützen. Auch anhaltende Trockenheit lässt die Blattspitzen vergilben.
Muss ich Porree wässern und düngen?
Ja, er ist ein Starkzehrer. Arbeite reifen Kompost ein und gieße in Trockenphasen gleichmäßig. Zu viel frischer Stickstoff macht ihn allerdings anfälliger, also lieber organisch und maßvoll.
Passt Porree gut neben andere Kulturen?
Sehr gut neben Möhren: Der Lauchduft verwirrt die Möhrenfliege, der Möhrenduft die Zwiebelfliege. Diese alte Mischkultur ist eine der wenigen mit belegbarer Wirkung.

