Die Quitte ist ein Stück alte Gartenkultur, das viele Jahre fast vergessen war und jetzt wiederkommt. Kein Wunder: Der Baum ist genügsam und robust, blüht wunderschön und trägt goldgelbe Früchte, die ein ganzes Haus mit ihrem Duft füllen. Roh sind sie steinhart und herb, aber gekocht verwandeln sie sich in ein Aroma, das kein anderes Obst hat.
Wer einen kleinen, pflegeleichten Obstbaum sucht, der auch allein trägt, liegt bei der Quitte richtig. Dieser Beitrag zeigt dir die Unterschiede der Typen, den richtigen Erntezeitpunkt und was aus den harten Früchten wird.
Apfelquitte oder Birnenquitte?
Die beiden Typen unterscheidest du an der Fruchtform. Die Apfelquitte ist rundlich und meist etwas herber und härter, die Birnenquitte ist länglich, oft milder und feiner im Fruchtfleisch. Für Gelee und Saft eignen sich beide, für Mus greifen viele zur weicheren Birnenquitte.
Bewährte Sorten sind die ‚Konstantinopeler' Apfelquitte und die ‚Portugiesische Birnenquitte'. Wichtiger als der Typ ist bei Neupflanzung die Krankheitsrobustheit: Sorten wie ‚Cydora Robusta' gelten als feuerbrandtoleranter.
Ein Baum, der allein trägt
Ein großer Vorteil der Quitte gegenüber Apfel und Birne: Sie ist selbstfruchtbar. Ein einzelner Baum setzt also auch ohne eine zweite Sorte in der Nähe reichlich Früchte an. Dazu blüht sie spät, oft erst im Mai, und entgeht so meist dem Spätfrost.
Der Standort soll warm, sonnig und geschützt sein, ähnlich wie bei der Birne, mit der die Quitte eng verwandt ist. Wie du einen verwandten Baum pflanzt und was der Standort sonst leisten muss, steht in Birnbaum pflanzen: warmer Standort, Unterlage und Befruchter.
Ernte und Verwertung
Quitten werden spät geerntet, wenn sie von Grün auf ein sattes Goldgelb umschlagen und intensiv duften. Ein leichter Frost schadet ihnen, deshalb holst du sie rechtzeitig im Oktober vom Baum. Der graue Flaum auf der Schale wird vor der Verarbeitung abgerieben.
Was aus Quitten wird
- Quittengelee
Der Klassiker. Durch den hohen Pektingehalt geliert Quittensaft von allein, ohne Zusätze. Ein leuchtend bernsteinfarbenes, herrlich duftendes Gelee.
- Quittenbrot und Mus
Eingekochtes, festes Quittenmus, in Stücke geschnitten und getrocknet, ist eine alte Süßigkeit. Weicheres Mus passt zu Käse und Wild.
- Saft und Likör
Quittensaft ist aromatisch und lässt sich zu Sirup oder angesetztem Likör weiterverarbeiten. Auch als Zugabe zu Apfelsaft macht die Quitte sich gut.
- Duft im Haus
Ein paar reife Quitten in einer Schale parfümieren wochenlang einen ganzen Raum. Ein Nebenprodukt, das früher jeder kannte.
Ein robuster Baum, der allein trägt und spät reift. Roh ist die Quitte nichts, gekocht ist sie ein Schatz. Achte nur auf feuerbrandtolerante Sorten.
Die Kern-Regel zur Quitte
Häufige Fragen
Kann man Quitten roh essen?
In der Regel nicht. Die meisten Sorten sind roh steinhart, herb und adstringierend. Erst durch Kochen entfalten sie ihr volles Aroma und werden weich. Es gibt einige mildere Sorten, aber der Genuss liegt fast immer in der Verarbeitung.
Braucht die Quitte einen zweiten Baum zur Befruchtung?
Nein. Die Quitte ist selbstfruchtbar, ein einzelner Baum trägt auch ohne Partner reichlich. Das macht sie ideal für kleine Gärten, in denen kein Platz für zwei Bäume ist.
Was ist der Unterschied zwischen Apfel- und Birnenquitte?
Die Apfelquitte ist rundlich, herber und härter, die Birnenquitte länglich, milder und feiner im Fleisch. Beide eignen sich für Gelee und Saft, für Mus wird oft die weichere Birnenquitte bevorzugt.
Wann sind Quitten reif?
Spät, meist im Oktober, KW 40 bis 44, wenn sie von Grün auf sattes Goldgelb umschlagen und stark duften. Ernte sie vor dem ersten Frost, denn Frost schadet den Früchten.
Warum geliert Quittengelee ohne Gelierzucker?
Weil Quitten von Natur aus sehr viel Pektin enthalten, den natürlichen Geliersstoff. Reiner Quittensaft mit Zucker geliert deshalb von allein, ganz ohne Zusätze. Das macht die Quitte zur Königin unter den Gelee-Früchten.

