Castanea sativa 'Marone'
Marone
Volksnamen: Esskastanie, Edelkastanie, Zahme Kastanie
Foto: Miguel Angel Masegosa Martínez · CC BY 2.0 · Quelle
Beschreibung
Die Marone ‚Marone’ ist eine veredelte Esskastanie mit besonders großen, leicht schälbaren Früchten und mildem, süßem Geschmack. Sie wächst zu einem stattlichen Baum heran und braucht meist einen zweiten Sämling oder eine andere Sorte zur Befruchtung. In wintermilden Lagen wie dem Rheinland oder der Pfalz fühlt sie sich besonders wohl.
Pflegehinweise
Pflanze den Baum an einen warmen, vollsonnigen Platz mit tiefgründigem, kalkfreiem und durchlässigem Boden. Setze ihn im Herbst (Oktober · KW 43) und gib ihm in den ersten Jahren reichlich Wasser. Sammle die Maronen ab Mitte Oktober (KW 42), wenn die stacheligen Fruchtbecher aufspringen und die glänzend braunen Nüsse zu Boden fallen.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
sandig, lehmig, durchlässig, humos, kalkmeidend
Die Marone braucht einen tiefgründigen, lockeren und gut durchlässigen, sandig-lehmigen Boden, idealerweise mit über 70 cm Wurzelraum. Sie ist kalkmeidend: Auf kalkhaltigen oder schweren, zur Verdichtung neigenden Tonböden reagiert sie mit Eisenchlorose (gelbe Blätter). Meide solche Böden und vor allem Staunässe; beim Pflanzen das Loch gut auflockern und mit reifem Kompost anreichern.
Düngung
Starkzehrer
Monate
Mär–Apr
Gib im Frühjahr (März–April), zum Vegetationsbeginn vor dem späten Austrieb, reifen Kompost und Hornspäne flach in die Baumscheibe. In den ersten Standjahren kannst du die organische Gabe über die Saison ein- bis zweimal wiederholen. Ab der Fruchtphase ist eine gute Kaliumversorgung wichtig, weil die Maronen viel Kalium entziehen – setze dafür auf kaliumreichen Kompost. Eine Herbstgabe gut verrotteten Mists rund um die Baumscheibe stützt den Humushaushalt langfristig. Nicht kalken.
Überwinterung
Ausgewachsene Esskastanien sind voll winterhart und brauchen im DACH-Tiefland keinen Schutz. Jungbäume schützt du in den ersten zwei bis drei Jahren mit einer Mulchschicht aus Laub rund um die Wurzelscheibe und wickelst den Stamm in rauen Lagen mit Jutevlies ein; junge Kübel-Exemplare stellst du auf eine isolierende Holzplatte und packst den Topf in Jute ein, in sehr kalten Lagen besser frostfrei und kühl überwintern.
Vermehrung
Methoden
- Aussaat
- Veredelung
Für eine sortenechte Marone (z.B. 'Bouche de Bétizac') ist die Veredelung die einzig sinnvolle Methode: Aus Sämlingen der Europäischen Edelkastanie (Castanea sativa) ziehst du deine Unterlagen oder kaufst sie fertig. Die Edelreiser schneidest du im Dezember bis Januar in der Ruhephase und lagerst sie feucht im Sand oder Kühlschrank. Im Frühjahr – April bis Anfang Mai, wenn sich die Rinde der Unterlage leicht löst – pfropfst du per Rindenpfropfen oder Kopulation mit Gegenzunge. Veredelte Bäume tragen ab Jahr 4–5 Früchte, Sämlinge erst nach 10–20 Jahren.
Willst du hingegen einen (nicht sortenechten) Baum aus Samen ziehen, sammelst du im Herbst frische, schwere Nüsse ohne Druckstellen. Weiche sie 24–48 Stunden in lauwarmem, kalkarmem Wasser ein, dann lagere sie kühl-feucht bei 0–10 °C für mehrere Wochen (Stratifikation). Sobald du erste Keimwurzeln siehst, setzt du die Nüsse einzeln in tiefe Töpfe (mindestens 30–40 cm, für die Pfahlwurzel). Im April/Mai kommen die Jungpflanzen ins Freiland. Beachte: Esskastanien sind selbststeril – für Fruchtertrag brauchst du mindestens zwei Bäume in etwa 10 m Abstand.
Stecklinge haben bei Castanea sativa selbst unter Spezial-Bedingungen kaum Bewurzelungserfolg und sind für Heimgärtner nicht praktikabel. Absenker sind an einem ausgewachsenen Baum technisch nicht umsetzbar.
Mischkultur
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
Erfahrungen aus echten Gärten
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