Corylus avellana
Haselnuss
Volksnamen: Hasel, Gemeine Hasel, Haselstrauch
Foto: MPF · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Beschreibung
Die Haselnuss ist ein heimischer, robuster Strauch, der schon im Vorfrühling mit gelben Kätzchen blüht. Sie ist windbestäubt und trägt am besten, wenn mindestens zwei Sträucher verschiedener Sorten nah beieinander stehen. Im Herbst fallen die reifen Nüsse von selbst aus der Hülle.
Pflegehinweise
Pflanze die Hasel im Herbst (November · KW 45) an einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit lockerem, nährstoffreichem Boden. Schneide sie alle paar Jahre im Winter (Februar · KW 8) aus, indem du die ältesten Bodentriebe entfernst — so bleibt der Strauch luftig und ertragreich. Sammle die Nüsse ab September (KW 37), wenn sie braun aus den Fruchtbechern fallen.
Schnitt
Lichte deine Hasel im Winter aus (etwa Dezember bis spätestens Ende Februar · bis KW 9), solange sie kahl ist und du die Aststruktur siehst: Schneide alle 2–3 Jahre die ältesten, dicksten Bodentriebe knapp über dem Boden weg und lass junge Triebe nachwachsen. Beende den Schnitt vor dem Austrieb, sonst blutet der Strauch beim Saftanstieg.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Sorten
5 Sorten‚Corabel’
Corabel ist eine moderne französische Züchtung aus dem INRAE-Programm und sortenrechtlich geschützt. Sie überzeugt mit großen, gleichmäßigen Nüssen, gutem Kernanteil und einem aufrechten, gut zu pflegenden Wuchs. Die Reife fällt mittelspät, etwa Mitte bis Ende September. Als windbestäubte Hasel braucht auch Corabel einen passenden Pollenspender daneben, zum Beispiel *'Wunder aus Bollwiller'* oder *'Webbs Preisnuss'*.
Der Kern schmeckt fein und angenehm süßlich, mit hohem Kernanteil und schöner Knackigkeit.
‚Hallesche Riesennuss’
Eine alte, kräftig wachsende Haselnuss mit großen, länglichen Nüssen, die schon im 19. Jahrhundert für ihren Ertrag geschätzt wurde. Sie reift ab Mitte September und liefert dir gut gefüllte, leicht lösbare Kerne. Wie alle Haseln blüht sie windbestäubt und braucht eine zweite Sorte in der Nähe, damit die Nüsse voll ausgebildet werden. Pflanz dazu zum Beispiel *'Wunder aus Bollwiller'* oder *'Webbs Preisnuss'* in Reichweite.
Der Kern schmeckt voll und klassisch nussig, mit angenehmer Süße und feinem Aroma frisch wie geröstet.
‚Rotblättrige Zellernuss’
Die rotblättrige Zellernuss ist zugleich Zier- und Nutzgehölz: Ihr Laub treibt tief weinrot aus, und auch die Hülle der Nuss ist rötlich überlaufen. Sie liefert dir mittelgroße, längliche Nüsse mit kräftigem Geschmack und reift im September. Als windbestäubte Hasel setzt sie eine zweite Sorte als Pollenspender voraus, etwa *'Hallesche Riesennuss'*. Im Garten ist sie ein echter Blickfang, der nebenbei eine gute Ernte trägt.
Der Kern schmeckt voll und kräftig nussig und macht sich frisch wie geröstet gut.
‚Webbs Preisnuss’
Eine bewährte englische Sorte (im Original *'Webb's Prize Cob'*), die für reichen und regelmäßigen Ertrag bekannt ist. Sie trägt große, längliche Nüsse in auffällig langen Fruchtbechern und reift gegen Ende September. Der Wuchs bleibt moderater als bei vielen Riesennuss-Sorten, was sie auch für kleinere Gärten interessant macht. Windbestäubt wie alle Haseln braucht sie eine zweite Sorte zur Befruchtung, etwa *'Hallesche Riesennuss'*.
Der Kern füllt die Schale gut aus und schmeckt voll, würzig-nussig — ideal zum Naschen und zum Backen.
‚Wunder aus Bollwiller’
Diese robuste elsässische Sorte (auch als *'Merveille de Bollwiller'* bekannt) trägt sehr große, rundlich-ovale Nüsse und gilt als wenig frostempfindlich in der Blüte. Sie reift erst Ende September bis Anfang Oktober, lohnt das Warten aber mit ausgezeichnetem Ertrag und guter Lagerfähigkeit. Als windbestäubte Hasel braucht sie einen Pollenspender daneben, etwa *'Hallesche Riesennuss'*. Der starke Wuchs gibt ihr über die Jahre einen stattlichen, breiten Strauch.
Der große Kern schmeckt mild und fein-süß, ohne herbe Note, und eignet sich hervorragend zum Knabbern und Backen.
Erfahrungen aus echten Gärten
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