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Corylus avellana

Haselnuss

Volksnamen: Hasel, Gemeine Hasel, Haselstrauch

Haselnuss

Foto: MPF · CC BY-SA 3.0 · Quelle

Beschreibung

Die Haselnuss ist ein heimischer, robuster Strauch, der schon im Vorfrühling mit gelben Kätzchen blüht. Sie ist windbestäubt und trägt am besten, wenn mindestens zwei Sträucher verschiedener Sorten nah beieinander stehen. Im Herbst fallen die reifen Nüsse von selbst aus der Hülle.

Pflegehinweise

Pflanze die Hasel im Herbst (November · KW 45) an einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit lockerem, nährstoffreichem Boden. Schneide sie alle paar Jahre im Winter (Februar · KW 8) aus, indem du die ältesten Bodentriebe entfernst, so bleibt der Strauch luftig und ertragreich. Sammle die Nüsse ab September (KW 37), wenn sie braun aus den Fruchtbechern fallen.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 6–7.58.0

Bodenart

lehmig, humos, durchlässig, nährstoffreich

LichtHalbschatten
Sonnenstundenmind. 4 h am Tag
WinterhärteWinterhart
WasserbedarfMittel

Gib der Hasel einen humosen, lehmig-lockeren und gut durchlässigen Boden — staunasse, stark saure oder reine Sandstandorte mag sie nicht. Sie ist Flachwurzler: Halt die Baumscheibe locker und humos und vermeide Bodenverdichtung.

Düngung

Mittelzehrer

Monate

Mär, Apr, Okt

Arbeite im Frühjahr (März/April) reifen Kompost flach um die Baumscheibe ein und ergänze Hornspäne als langsam wirkende Stickstoffquelle. Im Herbst mulchst du die Baumscheibe erneut mit Kompost — das baut Humus auf und schützt die Flachwurzeln. Mit Stickstoff nicht spät im Sommer nachlegen, sonst reift das Holz schlechter aus und die Frosthärte leidet.

Schnitt

MonateJan, Feb, Dez
SaisonWinter
SchnittartAuslichtungsschnitt

Lichte deine Hasel im Winter aus (etwa Dezember bis spätestens Ende Februar · bis KW 9), solange sie kahl ist und du die Aststruktur siehst: Schneide alle 2–3 Jahre die ältesten, dicksten Bodentriebe knapp über dem Boden weg und lass junge Triebe nachwachsen. Beende den Schnitt vor dem Austrieb, sonst blutet der Strauch beim Saftanstieg.

Überwinterung

Die Haselnuss ist im DACH-Tiefland vollständig winterhart und braucht im Freiland keinen Winterschutz — sie übersteht strenge Winter problemlos. Nur Kübel-Haselnüsse umwickelst du am Gefäß mit Vlies oder stellst sie geschützt an eine Hauswand, damit der Wurzelballen nicht durchfriert.

Vermehrung

Methoden

  • Absenker
  • Stecklinge
  • Ausläufer
  • Aussaat

Die zuverlässigste und sortentreue Methode ist der Absenker: Biege im Frühjahr (März/April) einen tief sitzenden, ein- bis zweijährigen Trieb nach unten in eine flache Mulde, ritze die Rinde an der untersten Stelle leicht an, bedecke den Mittelteil mit etwa 10–15 cm Erde und fixiere ihn mit einem Stein oder Haken. Die Triebspitze biegst du senkrecht nach oben. Halte den Boden gleichmäßig feucht. Nach dem Sommer (Herbst) oder im folgenden Frühjahr hast du gut bewurzelte neue Pflanzen, die du vom Mutterstrauch abtrennst und auspflanzt.

Besonders einfach und schnell sind Bodentriebe (Schösslinge): Die Hasel treibt von Natur aus kräftige Austriebe aus dem Wurzelstock. Im Herbst oder zeitigen Frühjahr stichst du einen gut bewurzelten Austrieb mit dem Spaten vom Mutterstrauch ab — achte darauf, dass ein Stück Wurzel dranbleibt — und pflanzt ihn direkt wieder ein. Diese Methode gelingt sehr zuverlässig.

Stecklinge sind möglich, bewurzeln bei der Hasel aber erfahrungsgemäß eher schlecht — erwarte also keine hohe Erfolgsquote und stecke ruhig mehr, als du brauchst. Beim Herbstrückschnitt (Oktober/November) schneidest du 10–20 cm lange, bleistiftdicke Abschnitte kräftiger, diesjähriger Triebe, entfernst die Blätter im unteren Drittel und schneidest die Basis schräg an. Stecke sie zu einem Drittel in feuchte Anzuchterde und stelle sie hell, aber nicht in pralle Sonne. Was über den Winter bewurzelt, pflanzt du nach den Eisheiligen im Mai ins Freiland.

Die Aussaat reifer Nüsse (Sammeln im Herbst) funktioniert, ist aber langwierig: Die Hasel ist Kaltkeimer und braucht eine Stratifikation von rund 3–4 Monaten bei 2–5 °C (z. B. in feuchtem Sand im Kühlschrank). Aus Samen entstehen jedoch immer Wildformen — für sortentreue Kultursorten ungeeignet, nur für naturnahe Hecken und Wildgehölze sinnvoll.

Mischkultur

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

Sorten

5 Sorten
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