Lonicera caprifolium
Geißblatt
Volksnamen: Echtes Geißblatt, Jelängerjelieber, Wohlriechende Heckenkirsche
Foto: Meneerke bloem · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Beschreibung
Das Echte Geißblatt umrankt jede Pergola und verströmt an lauen Sommerabenden im Juni und Juli einen betörenden Duft, der Nachtfalter anlockt. Die cremeweiß bis rosa gefärbten Röhrenblüten sind ein Magnet für Schwärmer und Hummeln. Im Spätsommer folgen leuchtend rote Beeren, die für Vögel gedacht sind und für Menschen nicht zum Verzehr taugen.
Pflegehinweise
Pflanze das Geißblatt mit dem Fuß im Schatten und dem Kopf in der Sonne, gern an eine Rankhilfe oder einen alten Baum. Halte den Wurzelbereich kühl und feucht, etwa mit einer Mulchschicht. Schneide ausgeblühte Triebe direkt nach der Blüte (August · KW 32) zurück, damit die Pflanze buschig bleibt und nicht von unten verkahlt.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, durchlässig, feucht, kalkliebend, nährstoffreich
Dein Geißblatt mag einen humusreichen, lockeren und gut durchlässigen Boden, frisch bis mäßig feucht — Staunässe und schwere Verdichtung verträgt es nicht. Lehmige, kalkhaltige Böden mit neutraler bis leicht alkalischer Reaktion sind ideal; pflanze es so, dass der Wurzelbereich kühl und beschattet steht, während die Triebe ins Licht wachsen.
Düngung
Mittelzehrer
Monate
Mär–Apr
Arbeite im Frühjahr (März bis April) reifen Kompost und etwas Hornspäne flach in den Wurzelbereich ein. Eine Mulchschicht aus Rindenkompost oder Rasenschnitt hält den Boden feucht und versorgt die Pflanze langfristig. Ab Juli nicht mehr düngen, damit die Triebe bis zum Frost gut ausreifen.
Überwinterung
Das Echte Geißblatt ist voll winterhart und übersteht den DACH-Tiefland-Winter ohne Schutz im Freien. Nur frisch gesetzte Jungpflanzen kannst du im ersten Winter wurzelnah mit Laub oder Rindenmulch abdecken; Rückschnitt machst du am besten erst im Frühjahr nach dem Austrieb oder direkt nach der Blüte.
Vermehrung
Methoden
- Stecklinge
- Absenker
- Aussaat
Stecklinge (empfohlen): Schneide von Juni bis August halbverholzte Triebspitzen ohne Blüten, etwa 10–15 cm lang, mit mindestens drei Blattknoten. Entferne die unteren Blätter und stecke den Steckling in ein Gemisch aus Sand und Anzuchterde. Stelle ihn halbschattig und warm (etwa 20–25 °C) und halte die Erde gleichmäßig feucht – nach einigen Wochen bilden sich Wurzeln, erkennbar an neuen Triebspitzen. Alternativ kannst du im Herbst bis Winter verholzte Hartholzstecklinge (15–20 cm) nehmen und diese direkt ins Freiland stecken.
Absenker: Biege im März bis Mai einen bodennah wachsenden, jungen Trieb auf den Boden, ritze ihn an der Unterseite leicht ein und bedecke die Einkerbung mit etwas Erde. Fixiere den Trieb mit einem Drahtbügel oder Stein, die Triebspitze soll oben herausragen. Im Herbst zeigen neue Blätter den Erfolg an; trenne den Absenker im darauffolgenden Frühjahr von der Mutterpflanze und verpflanze ihn an seinen endgültigen Standort.
Aussaat (wenig empfohlen): Sammle die roten Beeren im Spätsommer bis Herbst – Achtung, sie sind giftig. Wasche das Fruchtfleisch ab und stratifiziere die Samen einige Wochen kalt. Säe ab Frühjahr aus. Die Keimung ist unregelmäßig und langwierig, und die Jungpflanzen wachsen im ersten Jahr sehr langsam. Für die Gartenpraxis sind Stecklinge oder Absenker deutlich zuverlässiger.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
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