Actinidia arguta
Kiwibeere
Volksnamen: Mini-Kiwi, Traubenkiwi, Bayernkiwi
Foto: Sten Porse · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Beschreibung
Die Kiwibeere trägt glattschalige, traubengroße Früchte, die du wie Weintrauben am Stück mit Schale essen kannst, sie schmecken süßer und aromatischer als die große Kiwi. Sie ist deutlich frosthärter und damit auch für raue Lagen geeignet. Selbstfruchtbare Sorten wie ‚Issai’ kommen ohne männlichen Befruchter aus.
Pflegehinweise
Setze die Kiwibeere an einen sonnigen bis halbschattigen Platz mit humosem, gleichmäßig feuchtem Boden und biete ihr ein kräftiges Spalier oder eine Pergola. Schneide sie im Spätwinter (Februar · KW 8) ein, da sie sehr wuchsfreudig ist. Ernte die Früchte ab September (KW 38), wenn sie weich werden, oder pflücke sie etwas früher zum Nachreifen.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
humos, lehmig, durchlässig, feucht, nährstoffreich
Die Kiwibeere braucht einen tiefgründigen, humusreichen und gut durchlässigen Boden ohne Staunässe, gleichmäßig feucht und mit leicht saurem pH-Wert (5,5–6,5). Kalkreiche Böden meidest du, denn die Pflanze ist kalkempfindlich und reagiert bei zu hohem pH mit Eisen- und Magnesiummangel. Weil sie flach wurzelt, hältst du den Wurzelbereich mit einer Mulchschicht dauerhaft kühl und feucht.
Düngung
Starkzehrer
Monate
Mär, Apr, Jun
In den ersten ein bis zwei Standjahren brauchst du kaum zu düngen, wenn du beim Pflanzen reifen Kompost eingearbeitet hast. Danach gibst du im Frühjahr (ab März/April) reifen Kompost und Hornspäne flach unter die Mulchschicht und legst bei starkem Fruchtansatz bis etwa Mitte Juni eine zweite organische Gabe nach. Späte stickstoffbetonte Düngung nach Mitte Juni vermeidest du, weil weiche Spättriebe sonst frostempfindlich werden. Die Kiwibeere ist salzempfindlich, daher ist Kompost besser geeignet als mineralische Dünger.
Schnitt
Schneide die Kiwibeere wie eine Rebe: den Hauptschnitt der Fruchttriebe auf 3–4 Augen im Spätwinter (Februar bis Mitte März · ab KW 6), bevor der Saftfluss einsetzt — ab März/April blutet sie stark. Kürze die Fruchttriebe ergänzend im August (KW 32) auf 8–10 Blätter über der letzten Frucht.
Überwinterung
Etablierte Kiwibeeren sind im DACH-Tiefland winterhart und brauchen keinen Schutz - decke nur in den ersten beiden Standjahren die Wurzelzone mit Laub oder Rindenmulch ab. Treibt die Pflanze im Frühjahr aus, schütze die jungen Triebe bei Spätfrost mit einem Gartenvlies; Kübel stellst du an eine geschützte Hauswand und umwickelst den Topf.
Vermehrung
Methoden
- Stecklinge
- Absenker
- Aussaat
Stecklinge (empfohlene Methode, sortenecht): Nimm im Juni halbverholzte Triebspitzen von 10–15 cm Länge mit 2–3 Knospen. Schneide unten schräg an und ritze die Rinde leicht an, um teilungsfähiges Gewebe freizulegen. Stecke die Stecklinge zu zwei Dritteln in ein gut drainierendes Substrat (z.B. Kokoserde oder Sand-Torf-Gemisch 2:1) und stelle sie feucht und hell, aber ohne direkte Sonne, am besten abgedeckt mit einer Folie oder Haube. Wenn ein leichtes Ziehen am Steckling Widerstand zeigt und neue Triebe austreiben, ist er bewurzelt – dann kannst du ihn im folgenden Frühjahr umsetzen. Alternativ funktionieren verholzte Stecklinge von ca. 15 cm Länge, die du im späten Herbst oder frühen Frühjahr vor dem Austrieb schneidest.\n\nAbsenker (einfachste Methode, sortenecht): Biege im Frühling oder Sommer einen biegsamen, gesunden Trieb zur Erde, befestige den mittleren Bereich mit einem Stein oder Drahtbügel im Boden und halte die Stelle gleichmäßig feucht. Nach einigen Monaten bilden sich Wurzeln an den versenkten Knoten. Du kannst den neuen Ableger dann abtrennen und am gewünschten Standort einpflanzen.\n\nAussaat (für Artrechtheit, nicht sortenecht): Stratifiziere die Samen 4–8 Wochen kalt (im Kühlschrank in feuchtem Sand). Weiche sie vor der Aussaat 24–48 Stunden in lauwarmem Wasser ein und säe im März bis April flach (Lichtkeimer – nur andrücken, nicht zudecken) in feines Substrat. Halte die Temperatur zwischen 18 und 24 °C; die Keimung dauert 6–8 Wochen. Beachte: Aus Samen gezogene Pflanzen blühen erst nach 6–8 Jahren, die Fruchtqualität variiert stark und du kannst das Geschlecht nicht vorhersehen – für sortenechte Kiwibeeren bevorzuge daher Stecklinge oder Absenker.\n\nWichtig zur Befruchtung: Kiwibeeren sind zweihäusig – es gibt männliche und weibliche Pflanzen, und nur die weiblichen tragen Früchte, brauchen aber eine männliche Pflanze zur Bestäubung (eine männliche bestäubt etwa sechs weibliche). Über Stecklinge und Absenker vermehrst du gezielt eine Pflanze bekannten Geschlechts, bei Aussaat ist das Geschlecht ein Glücksspiel. Die Sorte ‚Issai' ist eine selbstfruchtende Ausnahme und kommt ohne Befruchterpflanze aus.
Mischkultur
Gute Nachbarn
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