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Actinidia deliciosa

Kiwi

Volksnamen: Chinesische Stachelbeere, Große Kiwi

Kiwi

Beschreibung

Die Kiwi ist eine kräftig wachsende, sommergrüne Kletterpflanze mit den bekannten braunhaarigen, vitaminreichen Früchten. Sie ist meist zweihäusig, du brauchst eine männliche und eine weibliche Pflanze, sofern du keine selbstfruchtbare Sorte wie ‚Jenny’ wählst. An einem warmen Spalier reifen die Früchte bis in den Spätherbst.

Pflegehinweise

Pflanze die Kiwi an eine sonnige, windgeschützte Wand mit humosem, leicht saurem Boden und gib ihr ein stabiles Spaliergerüst, denn sie wird schwer. Halte den Boden gleichmäßig feucht, besonders im Sommer. Ernte die noch harten Früchte vor dem ersten Frost (Oktober · KW 43) und lass sie kühl nachreifen, bis sie auf Daumendruck weich geben.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 5–6.58.0

Bodenart

humos, durchlässig, lehmig, nährstoffreich, kalkmeidend

LichtVolle Sonne
Sonnenstundenmind. 6 h am Tag
WinterhärteWinterhart mit Schutz
WasserbedarfHoch

Kiwi braucht einen lockeren, humusreichen und gleichmäßig feuchten Boden ohne Staunässe. Lehmige Böden lockerst du mit Sand und reifem Kompost auf; kalkhaltige Standorte meidest du, weil hoher Kalkgehalt Eisenchlorose auslöst – ideal ist ein leicht saurer Boden (pH etwa 5,0–6,5), den du bei zu hohem pH mit Rindenhumus oder saurer Pflanzerde absenken kannst.

Düngung

Mittelzehrer

Monate

Mär, Apr, Jun

Im frühen Frühjahr (ab Mitte März, vor dem Austrieb) arbeitest du reifen Kompost flach um die Pflanze ein und gibst Hornspäne auf die Wurzelzone. Eine zweite, leichtere Kompostgabe Mitte Juni unterstützt die Fruchtentwicklung. Ab August keine stickstoffbetonten Gaben mehr, damit die Triebe rechtzeitig ausreifen und nicht frostgefährdet sind. Junge Pflanzen in den ersten zwei bis drei Jahren nur sparsam versorgen; erst ab dem dritten Standjahr mit Fruchtbildung den Bedarf leicht erhöhen.

Schnitt

MonateJan, Feb, Mär, Aug
SaisonSpätwinter
SchnittartErhaltungsschnitt

Schneide die Kiwi im Spätwinter Mitte Februar bis Anfang März (KW 7–10) an einem frostfreien Tag — nicht später, sonst bluten die Schnittstellen stark wie bei der Weinrebe. Im August kürzt du die fruchttragenden Langtriebe nach dem 5. Blatt über der letzten Frucht ein, das verbessert Fruchtqualität und bremst den starken Wuchs.

Überwinterung

Pflanze die Kiwi an eine geschützte Süd- oder Westwand und mulche den Wurzelbereich im Herbst dick mit Laub oder Reisig; junge Pflanzen schützt du in den ersten Wintern zusätzlich an der Triebbasis mit Vlies. Kübel stellst du frostfrei, kühl und hell, und im Frühjahr deckst du den frischen Austrieb bei Spätfrost mit Vlies ab.

Vermehrung

Methoden

  • Stecklinge
  • Absenker
  • Veredelung

Kiwis vermehrst du am zuverlässigsten über Stecklinge oder Absenker — beide Methoden liefern sortenechte Pflanzen. Am sichersten gelingen Stecklinge im Frühsommer von kräftigen, ausreichend verholzten Trieben: Schneide bleistiftdicke Stücke von etwa 15 cm Länge mit 3–4 Augen. Stecke sie zu zwei Dritteln in ein sandiges, durchlüftetes Substrat, stelle sie warm (um 20 °C), hell, aber ohne pralle Sonne, und halte das Substrat gleichmäßig feucht. Nach etwa 6–8 Wochen sollten sich Wurzeln gebildet haben; neuer Austrieb zeigt dir an, dass die Bewurzelung geklappt hat. Alternativ kannst du im Spätherbst bis frühen Winter verholzte Triebe als Steckholz schneiden, kühl überwintern und im zeitigen Frühjahr stecken. Für Absenker biegst du während der Vegetationszeit einen bodennahen, jungen Trieb nach unten, ritzt die Unterseite leicht an, bedeckst die Mitte mit Erde und beschwerst sie mit einem Stein. Die Triebspitze schaut heraus. Nach einigen Monaten trennst du die bewurzelte Pflanze von der Mutterpflanze. Alternativ klappt das Abmoosen auch für höher gelegene Triebe: Du umschließt einen angeritzten Trieb mit feuchtem Substrat in einer zugebundenen Folie. Veredelung (Kopulieren, Okulieren oder Pfropfen) ist im Hausgarten aufwändiger, aber sinnvoll, wenn du Sämlingsunterlagen aus Kiwikernen anziehst und eine bewährte Sorte sortenecht darauf überträgst. Die Samen dienen dabei nur der Anzucht der Unterlagen — nicht der Sortenvermehrung, denn Sämlinge sind nicht sortentreu, ihr Geschlecht bleibt bis zur Blüte unbekannt und sie brauchen oft 3 bis 10 Jahre bis zur ersten Blüte.

Mischkultur

Gute Nachbarn

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

Erfahrungen aus echten Gärten

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