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Sauerkirsche ‚Ungarische Traubige’

Sortenpass

Sauerkirsche ‚Ungarische Traubige’

Prunus cerasus · Rosaceae

Reifezeit
mittel
Wuchsstärke
mittel

Über diese Sorte

Die Ungarische Traubige ist eine alte Weichsel aus dem Karpatenraum, die ihre Früchte traubenförmig in dichten Büscheln trägt — daher der Name. Sie ist milder als die dunklen Morellen und gut selbstfruchtbar. Eine schöne Sorte, wenn du eine Sauerkirsche willst, die man auch frisch vom Baum genießen kann.

Dunkelrote, mittelgroße Früchte mit angenehm milder Säure und vollem Aroma. Reif gepflückt ist sie eine echte Naschkirsche, gibt aber auch im Glas und als Saft eine runde Figur ab.

Schnitt

MonateJul–Aug
SaisonSommer (nach der Ernte)
SchnittartErhaltungsschnitt

Schneide deine Sauerkirsche im Sommer direkt nach der Ernte (Juli/August, KW 28-33) bei trockenem Wetter, nicht im Winter. Leite bei *Schattenmorelle* die abgetragenen Triebe jährlich auf einen Neutrieb ab, da sie vorwiegend am einjährigen Holz fruchtet.

Mischkultur

Gute Nachbarn

Krankheiten & Schädlinge

3 relevant

Aus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten.

SchädlingmittelApr–Jun

Frostspanner (Kleiner Frostspanner)

Operophtera brumata

Der Kleine Frostspanner fällt im Frühjahr durch seine grünen, beim Kriechen „Katzenbuckel“-spannenden Raupen auf, die ab dem Austrieb Knospen, Blüten und junge Blätter durchlöchern und verspinnen. Die Weibchen sind flügellos und wandern im milden Spätherbst zu Fuß die Stämme hinauf, um an den Knospen ihre Eier abzulegen. Bei Massenvermehrung bleibt von jungen Trieben nur das Blattgerippe.

Vorbeugen

Lege ab Ende September Leimringe um Stamm und Pfahl, um die hochwandernden Weibchen vor der Eiablage abzufangen, und erneuere den Leim bei Verschmutzung über den ganzen Herbst. Fördere Meisen mit Nistkästen — eine Brut vertilgt Tausende Raupen — und schüttle bei beginnendem Fraß die Raupen morgens auf eine ausgebreitete Plane; bei starkem Befall hilft eine Bacillus-thuringiensis-Spritzung gegen die jungen Raupen.

KrankheithochJul–Okt

Monilia-Fruchtfäule

Monilia fructigena

Die Monilia-Fruchtfäule lässt reifende Früchte an Baum und Lager braun verfaulen. Auf den faulen Stellen bilden sich kreisförmig angeordnete, polsterartige Sporenlager. Der Pilz dringt fast nur durch Verletzungen ein — Wespenfraß, Hagel oder Schorfrisse sind die typischen Eintrittspforten. Die vertrockneten Fruchtmumien am Baum sind die Infektionsquelle fürs nächste Jahr.

Vorbeugen

Pflücke faulende Früchte sofort ab und sammle alle Fruchtmumien im Winter konsequent vom Baum und Boden — das ist die wirksamste Maßnahme. Halte Schorf und Wespen in Schach, da deren Wunden den Pilz erst eintreten lassen. Lagere nur unverletzte Früchte kühl ein und kontrolliere das Lager regelmäßig.

KrankheithochMär–Mai

Monilia-Spitzendürre

Monilia laxa

Die Monilia-Spitzendürre infiziert Steinobst über die offene Blüte und wandert von dort in den Trieb. Befallene Blüten und Triebspitzen welken schlagartig und vertrocknen braun, als hätte sie Frost erwischt — daher die Verwechslung. Besonders Sauerkirschen wie die ‚Schattenmorelle’ sind anfällig, wenn es zur Blüte nasskalt ist.

Vorbeugen

Schneide befallene Triebe rasch bis etwa 15 cm ins gesunde Holz zurück und entsorge sie über den Restmüll. Wähle weniger anfällige Sorten und sorge durch Auslichtungsschnitt für eine luftige, schnell abtrocknende Krone. Bei Dauerregen zur Blüte hilft eine vorbeugende Behandlung mit Tonerde- oder Schachtelhalmpräparaten.