Prunus cerasus
Sauerkirsche
Volksnamen: Weichsel, Schattenmorelle
Foto: Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen · Public Domain · Quelle
Beschreibung
Die Sauerkirsche bleibt kleiner als die Süßkirsche und trägt herb-saure, dunkelrote Früchte, die sich hervorragend für Kuchen, Konfitüre und Saft eignen. Die Sorte ‚Schattenmorelle’ ist selbstfruchtbar, gedeiht sogar im Halbschatten und ist im DACH-Raum sehr verbreitet.
Pflegehinweise
Pflanze die Sauerkirsche an einen sonnigen bis halbschattigen Platz mit durchlässigem Boden, Staunässe verträgt sie nicht. Gieße junge Bäume in Trockenphasen. Schneide sie nach der Ernte regelmäßig aus, da sie an einjährigem Holz trägt und sonst verkahlt. Halte die Krone luftig, um der Monilia-Spitzendürre vorzubeugen. Ernte die Früchte vollreif im Juli und August.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, durchlässig, nährstoffreich
Die Sauerkirsche mag lockeren, humosen und gut durchlaessigen Boden - sandig-lehmig bis lehmig-sandig ist ideal, Staunaesse vertraegt sie nicht. Sie ist anpassungsfaehig und kommt mit einem leicht sauren bis neutralen, gern auch leicht kalkhaltigen Boden gut zurecht; nur dauerhaft nasse oder stark verdichtete Boeden schaden den Wurzeln.
Düngung
Mittelzehrer
Monate
Mär, Apr, Jun
Im zeitigen Fruehjahr (Maerz/April) reifen Kompost und Hornspaene flach in die Baumscheibe einarbeiten - das deckt den Bedarf fuer Austrieb und Fruchtansatz. Eine leichte Nachgabe mit Kompost zur Fruchtreife im Fruehsommer ist moeglich. Nach dem Juni nicht mehr duengen, damit die Triebe rechtzeitig ausreifen und der Baum frosthart in den Winter geht. Im Herbst kannst du die Baumscheibe duenn mit Kompost mulchen.
Schnitt
Schneide deine Sauerkirsche im Sommer direkt nach der Ernte (Juli/August, KW 28-33) bei trockenem Wetter, nicht im Winter. Leite bei *Schattenmorelle* die abgetragenen Triebe jährlich auf einen Neutrieb ab, da sie vorwiegend am einjährigen Holz fruchtet.
Überwinterung
Ausgewachsene Sauerkirschen sind voll winterhart und brauchen keinen Schutz. Junge Bäume in den ersten zwei Jahren schützt du mit einem Stammschutz aus Jute oder Vlies und einer Mulchschicht aus Laub über dem Wurzelbereich; schneide nicht im Winter, sondern erst nach der Ernte im Sommer, weil offene Wunden in der kalten Jahreszeit anfällig für Pilze sind.
Vermehrung
Methoden
- Veredelung
- Ausläufer
- Stecklinge
- Absenker
- Aussaat
Die verlässlichste Methode für sortenechte Sauerkirschen ist die Veredelung: Schneide im Winter ruhende, einjährige Reiser und lagere sie kühl und feucht (z. B. in feuchtem Zeitungspapier im Kühlschrank). Im Frühjahr, wenn die Unterlage gut im Saft steht (April bis Mai), veredele per Rindenspaltpfropfen oder Kopulation auf bewährte Unterlagen wie Prunus mahaleb (Weichsel, trockentoleranter, schwächerer Wuchs) oder Prunus avium-Sämling (kräftiger, tiefwurzelnd). Alternativ okuliere im August bis September: Setze ein schlafendes Auge unter die abgelöste Rinde einer jungen Unterlage (Durchmesser 5–15 mm). Alle Schnittstellen sofort mit Veredelungswachs oder Okulierband schließen.
Wurzelausläufer (Ableger) sind bei strauchigen, wurzelechten Sauerkirschen (z. B. Weichsel-Typen) die einfachste vegetative Methode und für Hobbygärtner oft der naheliegendste Weg. Wurzelechte Pflanzen bilden rund um den Stamm bewurzelte Triebe aus dem Wurzelwerk. Steche im Frühjahr oder Herbst einen kräftigen, bereits bewurzelten Ausläufer mit dem Spaten rundum ab, hebe ihn mit möglichst viel Wurzelballen aus und pflanze ihn an seinen neuen Standort. Wichtig: Das funktioniert nur bei wurzelechten Mutterpflanzen — ein Ausläufer einer veredelten Pflanze trägt die Eigenschaften der Unterlage, nicht der Sorte. Halte den jungen Ableger im ersten Jahr gleichmäßig feucht.
Für Stecklinge nimmst du halbverholzte Jungtriebe einjähriger, bereits fruchtender Bäume in der ersten Junihälfte – der Zeitpunkt ist entscheidend, spätere Sätze bewurzeln deutlich schlechter. Schneide Stecklinge von etwa 10 cm Länge, Basalschnitt direkt unter einem Auge. Ritze die Basis seitlich leicht an, um die Wurzelbildung zu fördern. Stecke sie in ein durchlässiges Substrat (z. B. Sand-Perlit-Gemisch) und halte sie gleichmäßig feucht bei Bodentemperaturen um 18–20 °C – eine Bodenheizung oder ein beheiztes Anzuchtbeet verbessert den Erfolg merklich. Prunus-Arten gelten generell als schwer bewurzelbar; rechne mit ungleichmäßigem Ergebnis.
Absenker gelingen bei bodennah wachsenden Ästen: Biege einen kräftigen Jungtrieb im Frühjahr zur Erde, verwunde ihn leicht an der Biegestelle, fixiere ihn mit einem Stein oder Haken und bedecke diese Stelle mit Erde. Nach einer Vegetationsperiode, wenn der Absenker Wurzeln gebildet hat, trennst du ihn von der Mutterpflanze.
Aussaat eignet sich ausschließlich für die Anzucht von Unterlagen oder Experimenten – sortenechte Früchte sind nicht zu erwarten, da Sauerkirschen bei der Aussaat stark aufspalten. Stratifiziere die Kerne 8–12 Wochen kalt-feucht (Kühlschrank, feuchter Sand) und säe im Frühjahr aus.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Knoblauch und Schnittlauch unter Erdbeeren und Rosen vertreiben mit ihrem Duft Blattläuse und andere Schädlinge.
Zum Beispiel KnoblauchSpeisezwiebelPorreeSchnittlauchNarzisseRocambole und 12 weitere Arten im Katalog
Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
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Sorten
6 Sorten‚Achat‘
Achat ist eine moderne Sauerkirsche aus der Pillnitzer Edelstein-Reihe, gezüchtet auf gute Gesundheit und große, feste Früchte.
‚Gerema‘
Gerema ist eine deutsche Züchtung im Schattenmorellen-Typ, die vor allem wegen ihrer guten Toleranz gegen die…
‚Köröser Weichsel‘
Die Köröser Weichsel stammt aus der ungarischen Tradition der dunklen Weichseln und ist dort eine bekannte Verarbeitungssorte.
‚Morellenfeuer‘
Morellenfeuer ist eine robustere Alternative zur klassischen *‚Schattenmorelle’* und liefert ähnlich dunkle, würzige…
‚Schattenmorelle‘
Die Schattenmorelle ist die klassische Sauerkirsche im deutschen Hausgarten und der Inbegriff der dunklen Weichsel.
‚Ungarische Traubige‘
Die Ungarische Traubige ist eine alte Weichsel aus dem Karpatenraum, die ihre Früchte traubenförmig in dichten Büscheln trägt, daher der Name.
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Aus dem Magazin
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