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Prunus avium

Süßkirsche

Volksnamen: Kirsche, Vogelkirsche

Süßkirsche

Foto: MPF · CC BY 2.5 · Quelle

Beschreibung

Die Süßkirsche schenkt dir im Hochsommer pralle, süße Früchte direkt vom Baum, ein Genuss, den keine gekaufte Kirsche erreicht. Die meisten Sorten brauchen einen passenden Befruchter in der Nähe; selbstfruchtbare Sorten wie ‚Lapins’ tragen auch allein. Auf schwach wachsender Unterlage bleibt der Baum auch im kleinen Garten erntbar.

Pflegehinweise

Pflanze sie im Herbst oder Frühjahr an einen sonnigen, luftigen Platz mit tiefgründigem, gut drainiertem Boden. Schneide ausschließlich im Sommer direkt nach der Ernte (Juli · KW 28), weil Winterschnitt das Risiko für die gefürchtete Monilia und für Gummifluss erhöht. Spanne vor der Reife ein Netz über kleinere Bäume, sonst kommen dir die Vögel zuvor.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 6–7.58.0

Bodenart

lehmig, humos, durchlässig, nährstoffreich

LichtVolle Sonne
Sonnenstundenmind. 6 h am Tag
WinterhärteWinterhart
WasserbedarfMittel

Die Süßkirsche will einen tiefgründigen, lockeren und humosen Boden, gern lehmig-sandig und gut durchlässig — kalkhaltige Böden verträgt sie sogar gut. Staunässe und schwere, verdichtete Tonböden meidest du unbedingt, denn dort drohen Gummifluss und Wurzelschäden.

Düngung

Mittelzehrer

Monate

Mär, Apr, Jun

Dünge im zeitigen Frühjahr (Ende März bis Anfang April, vor der Blüte): Kompost auf die Baumscheibe geben und mit Hornspänen flach einarbeiten. Auf leichten Sandböden lieber etwas später, auf schweren Lehmböden früher. Eine zweite, leichte organische Gabe Ende Mai bis Anfang Juni unterstützt Fruchtansatz und Triebabschluss. Ab Juli nicht mehr stickstoffbetont düngen, sonst reift das Holz nicht rechtzeitig ab und die Frosthärte sinkt.

Schnitt

MonateJul–Aug
SaisonSommer (nach der Ernte)
SchnittartErhaltungsschnitt

Schneide die Süßkirsche im Sommer direkt nach der Ernte (Juli bis August) bei trockenem Wetter – dann heilen die Wunden schnell. Meide den Winterschnitt in der Saftruhe, weil offene Schnittstellen sonst Krankheiten und Gummifluss begünstigen.

Überwinterung

Die Süßkirsche ist winterhart und übersteht den DACH-Tiefland-Winter problemlos im Freien — der Baum selbst braucht keinen Schutz, nur ganz junge Bäume freuen sich im ersten Winter über eine Mulchschicht aus Laub oder Rindenmulch über dem Wurzelbereich. Die eigentliche Gefahr ist der Spätfrost zur Blütezeit (oft März–April): Offene Blüten nehmen schon ab etwa -2 °C Schaden, deshalb hülle die Krone in Frostnächten locker mit Vlies ein (über ein Stab-Gerüst, damit es die Blüten nicht berührt) und nimm es tagsüber wieder ab, damit Bienen wieder bestäuben können.

Vermehrung

Methoden

  • Veredelung
  • Stecklinge

Die Süßkirsche vermehrst du im Hausgarten fast ausschließlich durch Veredelung auf eine passende Unterlage – nur so bleibt die Sorte sortenecht und behält die gewünschten Fruchteigenschaften. Für schwachwachsende, kleine Bäume (z. B. Spalier oder kleiner Garten) ist die Unterlage GiSelA 5 erste Wahl; sie hält den Baum kompakt und bringt früher Ertrag. Für kräftigere Standorte eignen sich starkwachsende Unterlagen wie Sämling/Mazzard (F 12/1) oder Colt. Das Edelreis schneidest du im Winter (Dezember bis Januar) aus einjährigen, gesunden Trieben der Wunschsorte und lagerst es bis zur Veredelung kühl und frostfrei. Die Veredelung selbst führst du im Spätwinter (Februar bis März) per Kopulation am ruhenden Edelreis durch, alternativ im Juli bis August per Okulation (Schildokulieren) mit frisch geerntetem Edelauge – im Sommer löst sich die Rinde gut, weil der Baum im Saft steht. Stecklinge sind bei der Kirsche deutlich schwieriger als bei Beerenobst: Halbverholzte Sommerstecklinge (etwa August) lassen sich in feuchtem, durchlässigem Substrat bei hoher Luftfeuchtigkeit anziehen, die Bewurzelungsrate bleibt aber gering – diese Methode ist eher etwas zum Ausprobieren. Eine Aussaat ist zur Sortenvermehrung ungeeignet, da Süßkirschen nicht sortenecht aus dem Kern keimen.

Mischkultur

Gute Nachbarn

Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)

Knoblauch und Schnittlauch unter Erdbeeren und Rosen vertreiben mit ihrem Duft Blattläuse und andere Schädlinge.

Zum Beispiel KnoblauchSpeisezwiebelPorreeSchnittlauchNarzisseRocambole und 12 weitere Arten im Katalog

Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

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