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Magazin12. Juli 2026 · 5 Min. Lesezeit

Dill und Koriander direkt säen: zwei Doldenblütler mit doppelter Ernte

Dill und Koriander mögen kein Umpflanzen. Mit Direktsaat, dem richtigen Standort und cleverer Folgesaat erntest du den ganzen Sommer Blätter und dazu würzige Samen.

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Garten & Redaktion
Feine, fedrige grüne Blätter von Dill in Nahaufnahme
Dill bildet feine, fedrige Blätter und zählt zu den Doldenblütlern. · Foto: Zeynel Cebeci, Wikimedia Commons
Inhalt

Auf einen Blick

  • Dill und Koriander sind einjährige Doldenblütler, die du am besten direkt ins Beet säst. Verpflanzen mögen sie nicht.
  • Beide liefern zweierlei Ernte: würzige Blätter und, wenn du sie ausreifen lässt, aromatische Samen als Gewürz.
  • Koriander schießt bei Hitze rasend schnell in die Blüte. Säe ihn kühl, halbschattig und in Folgesaaten.
  • Dill passt an einen sonnigen Platz und liebt die Nachbarschaft von Gurken. Er sät sich oft selbst wieder aus.
  • Mit einer Aussaat alle drei bis vier Wochen hast du den ganzen Sommer frisches Grün.

Dill und Koriander sind ein ungleiches Paar, das doch vieles gemeinsam hat. Beide gehören zu den Doldenblütlern, beide sind einjährig, beide schmecken als Blatt völlig anders als als Samen, und beide danken es dir schlecht, wenn du sie als Topfpflanze kaufst und umpflanzt. Ihr Geheimnis liegt in der Direktsaat. Wer das beherzigt und ein wenig gegen ihren Drang zur Blüte arbeitet, erntet den ganzen Sommer würziges Grün.

Warum direkt säen

Dill und Koriander bilden eine empfindliche Pfahlwurzel und mögen keine Störung an den Wurzeln. Gekaufte Topfpflanzen oder vorgezogene Sämlinge schießen nach dem Umpflanzen oft sofort in die Blüte, statt Blätter zu bilden. Deshalb sät man beide am besten dort aus, wo sie stehen bleiben sollen, direkt ins Beet, in den Balkonkasten oder in einen tiefen Topf.

  1. Boden vorbereiten

    Lockere die Erde und zieh flache Saatrillen. Beide mögen einen durchlässigen, nicht zu schweren Boden. Koriander bevorzugt es humos und frisch, Dill kommt auch mit magereren Stellen zurecht.

  2. Flach säen und andrücken

    Säe die Samen etwa ein bis zwei Zentimeter tief, denn beide sind Dunkelkeimer und brauchen etwas Erde über sich. Andrücken und feucht halten.

  3. Geduld beim Keimen

    Koriander keimt in ein bis drei Wochen, Dill ähnlich. Halte die Rille bis zur Keimung gleichmäßig feucht, das ist der häufigste Knackpunkt.

  4. Vereinzeln

    Sind die Sämlinge ein paar Zentimeter hoch, verziehst du sie auf etwa 10 bis 15 cm Abstand, damit sich kräftige Pflanzen entwickeln.

Dill: der Klassiker zu Gurke und Fisch

Dill ist der unkompliziertere der beiden. Er mag einen sonnigen bis leicht halbschattigen Platz und wird bis zu einem Meter hoch. Ab KW 14 bis 16 kannst du ihn direkt säen und die Aussaat über den Sommer wiederholen. Ein schöner Nebeneffekt: Lässt du ein paar Pflanzen aussamen, taucht Dill im nächsten Jahr oft von selbst wieder im Beet auf.

In der Mischkultur ist Dill ein guter Nachbar für Gurken, deren Aroma er ergänzt, und für viele andere Gemüse. Seine Blütendolden ziehen zudem Schwebfliegen und andere Nützlinge an.

Dill

Anethum graveolens

Familie
Doldenblütler
Standort
Sonnig bis leicht halbschattig, durchlässig
Saison
Direktsaat KW 14 bis 30, Blatternte fortlaufend, Samen ab August
Wasserbedarf
Gleichmäßig feucht, besonders bis zur Keimung
Frosthärte
Einjährig, nicht winterhart, sät sich oft selbst aus

Koriander: die Diva, die schnell schießt

Koriander ist launischer. Sein größtes Thema ist das schnelle Schossen: Sobald es heiß und trocken wird oder die Tage lang sind, steckt er all seine Kraft in die Blüte und stellt die Blattbildung ein. Für eine gute Blatternte trickst du das aus, indem du ihn kühl und halbschattig hältst, gleichmäßig feucht und regelmäßig nachsäst.

Weiße Doldenblüten des Korianders über feinen Blättern
Ist der Koriander erst in Blüte, ist die Blatternte vorbei. · Foto: Didier Descouens, Wikimedia Commons

Ein Kraut mit zwei Gesichtern

Kaum ein Kraut polarisiert wie Koriander. Für die einen ist das Blatt frisch und zitrusartig, für die anderen schmeckt es nach Seife, das liegt an den Genen.

Die reifen Samen dagegen schmecken ganz anders: warm, würzig, leicht süßlich. Wer das Blatt nicht mag, liebt oft trotzdem das Gewürz.

Koriander

Coriandrum sativum

Familie
Doldenblütler
Standort
Halbschattig und kühl für Blatt, sonnig für Samen
Saison
Direktsaat KW 15 bis 32, Blatt kühl, Samen ab August
Wasserbedarf
Gleichmäßig feucht, Trockenstress fördert das Schossen
Frosthärte
Einjährig, nicht winterhart

So bremst du das Schossen

Säe Koriander für die Blatternte nicht in die pralle Hochsommersonne, sondern an einen halbschattigen, kühleren Platz und halte ihn feucht. Am wirksamsten ist die Folgesaat: alle drei bis vier Wochen ein kleines Stück nachsäen, dann hast du immer junge, blattreiche Pflanzen, bevor die älteren durchschießen.

Ernten: Blätter und Samen

Die Blätter beider Kräuter erntest du jung und frisch, indem du einzelne Triebe oder Blätter abschneidest. Frisch schmecken sie am besten, denn getrocknet verlieren sie viel Aroma, weshalb sich für den Vorrat eher das Einfrieren lohnt.

Lässt du die Pflanzen blühen und ausreifen, kommt die zweite Ernte: die Samen. Beim Dill sind das die klassischen Gurken-Gewürzdolden, beim Koriander die runden, warm-würzigen Körner, die getrocknet ein wichtiges Gewürz sind. Ernte die Samenstände, wenn sie braun und trocken sind, am besten in eine Papiertüte hinein, und trockne sie fertig nach.

Runde, hellbraune getrocknete Koriandersamen als Haufen
Die reifen Koriandersamen sind ein wichtiges Küchengewürz. · Foto: Sanjay Acharya, Wikimedia Commons

Zwei Ernten aus einer Pflanze

Das Schöne an Dill und Koriander ist, dass keine Pflanze verloren ist. Schießt der Koriander trotz aller Mühe durch, lässt du ihn eben blühen und erntest die Samen.

Und die Blütendolden sind obendrein eine gute Nahrungsquelle für Schwebfliegen, Wildbienen und andere Nützlinge im Garten.

Gegen das Schossen hilft nur eins: immer wieder ein bisschen nachsäen.

Küchengärtner-Trick

Folgesaat für Nachschub

Weil beide Kräuter einjährig sind und irgendwann blühen, ist die Folgesaat der Schlüssel zu einer durchgehenden Ernte. Säe alle drei bis vier Wochen eine kleine Portion nach, von April bis in den August. So rückt immer eine junge, blattreiche Generation nach, wenn die vorige in die Blüte geht. Ein kurzes Beetstück oder eine Reihe im Kasten reicht dafür völlig.

In der Küche

Frischer Dill gehört an Gurkensalat, eingelegte Gurken, Kartoffeln, Fisch und Quark. Koriandergrün ist die Seele vieler asiatischer und lateinamerikanischer Gerichte, von Currys bis zur Salsa, immer erst zum Schluss zugeben, damit das Aroma nicht verkocht. Die Koriandersamen wiederum, ganz oder gemahlen, würzen Brot, Eingelegtes und Currymischungen.

Trag die Folgesaat-Termine als wiederkehrende Aufgabe ins Gartentagebuch ein. Dann vergisst du das Nachsäen nicht und hast den ganzen Sommer frisches Grün statt einer einzigen, schnell durchgeschossenen Aussaat.

Häufige Fragen zu Dill und Koriander

Warum schießt mein Koriander so schnell in die Blüte?

Hitze, Trockenheit und lange Tage lösen das Schossen aus, dazu kommt Stress durchs Umpflanzen. Säe Koriander direkt und für die Blatternte kühl und halbschattig, halte ihn feucht und säe alle drei bis vier Wochen nach. So hast du immer junge Blätter, bevor die älteren blühen.

Kann ich Dill und Koriander vorziehen und umpflanzen?

Besser nicht. Beide bilden eine empfindliche Pfahlwurzel und reagieren auf das Umpflanzen oft mit sofortigem Schossen. Säe sie direkt an ihren endgültigen Platz ins Beet, in den Kasten oder einen tiefen Topf.

Wann und wie säe ich Dill aus?

Ab etwa KW 14 bis 16 direkt ins Beet, ein bis zwei Zentimeter tief, an einen sonnigen bis leicht halbschattigen Platz. Feucht halten bis zur Keimung. Für laufende Ernte den Sommer über nachsäen.

Kann ich die Samen von Dill und Koriander ernten?

Ja, das ist die zweite Ernte. Lass die Pflanzen blühen und ausreifen, und schneide die Samenstände, wenn sie braun und trocken sind, in eine Papiertüte. Nachtrocknen und trocken lagern. Dillsamen würzen Eingelegtes, Koriandersamen sind ein warmes Küchengewürz.

Warum schmeckt Koriander für manche nach Seife?

Das ist genetisch bedingt: Ein bestimmter Geruchsrezeptor lässt manche Menschen die Aldehyde im Korianderblatt als seifig wahrnehmen. Wer das Blatt nicht mag, kann trotzdem die Samen genießen, sie schmecken ganz anders.

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