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Magazin4. Juli 2026 · 4 Min. Lesezeit

Gurken anbauen: Salatgurke oder Einlegegurke, bitterfrei und knackig

Salatgurke oder Einlegegurke, Gewächshaus oder Freiland, und warum eine Gurke bitter wird. Wie du beide Typen richtig anbaust, an der Rankhilfe ziehst und knackig erntest.

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Garten & Redaktion
Gurkenpflanze klettert mit Früchten an einer Rankhilfe nach oben
An der Rankhilfe wachsen die Früchte gerade und bleiben sauber. So macht die Gurke am wenigsten Arbeit. · Foto: Jens Cederskjold, CC BY-SA 2.0 (via Wikimedia Commons)
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Kaum ein Gemüse belohnt einen warmen Sommer so direkt wie die Gurke (Cucumis sativus). Aus einer Handvoll Pflanzen erntest du über Wochen Körbe voll, und eine sonnengereifte Gurke aus dem eigenen Beet schmeckt frischer und knackiger als jede aus dem Regal.

Die erste Entscheidung fällt schon beim Saatgut: Willst du Gurken für den Salat oder zum Einlegen? Beide gehören zur selben Art, ziehen dich aber in unterschiedliche Richtungen. Klären wir das zuerst, dann geht es an Standort, Rankhilfe und die Frage, warum eine Gurke bitter wird.

Verschiedene Gurkensorten von der langen Salatgurke bis zur kleinen Einlegegurke nebeneinander
Salat- und Einlegegurken im Vergleich · Foto: Exilexi, CC BY 4.0

Salatgurke oder Einlegegurke?

Die Salatgurke wird lang, glatt und dünnschalig. Im Gewächshaus zieht sie sich problemlos über zwei Meter hoch und liefert eine Gurke nach der anderen. Viele Sorten sind rein weiblich blühend, tragen also besonders reich.

Die Einlegegurke bleibt klein, ist oft warzig und wird eigentlich unreif geerntet, sobald sie fingerlang bis handlang ist. Genau dann ist sie fest genug fürs Einkochen. Sie fühlt sich im Freiland wohl und trägt umso mehr, je öfter du erntest.

Was jede Gurke braucht

Egal welchen Typ du wählst, die Grundbedürfnisse sind gleich. Gurken sind Diven der Wärme.

Die vier Stellschrauben

  • Wärme

    Unter 12 Grad steht die Gurke still. Pflanze erst nach den Eisheiligen aus und schütze junge Pflanzen an kühlen Nächten mit einem Vlies.

  • Nährstoffe

    Als Starkzehrer will sie viel Kompost und über die Saison hinweg Nachschub. Eine ausgehungerte Gurke stellt die Ernte schnell ein.

  • Gleichmäßig Wasser

    Große Blätter verdunsten viel. Trockenstress macht die Früchte bitter und krumm, also lieber öfter durchdringend gießen, immer an die Wurzel.

  • Halt zum Klettern

    An einer Rankhilfe bleibt das Laub luftig, die Früchte sauber und gerade. Das ist der einfachste Krankheitsschutz überhaupt.

Nahaufnahme einer sich einrollenden Ranke einer Gurkenpflanze
Gib der Ranke etwas zum Greifen, den Rest macht sie selbst.· Foto: Friedrich Haag, CC BY-SA 4.0

So baust du Gurken an

  1. Vorziehen oder direkt säen

    Ab Mitte April ziehst du Gurken warm auf der Fensterbank vor (KW 16 bis 18), oder du säst ab Mitte Mai direkt ins warme Beet. Direktgesäte holen die vorgezogenen oft schnell wieder ein.

  2. Nach den Eisheiligen auspflanzen

    Setz die Jungpflanzen erst raus, wenn keine kalten Nächte mehr drohen, also etwa KW 18 bis 22. Gurken nehmen einen Kälteknick lange übel.

  3. Rankhilfe von Anfang an stellen

    Ein Gitter, ein Netz oder gespannte Schnüre: Hauptsache die Ranken finden früh Halt. An der Schnur leitest du den Haupttrieb einfach nach oben.

  4. Mulchen und gießen

    Eine Mulchschicht hält den Boden feucht und warm. Gieße gleichmäßig mit temperiertem Wasser, kaltes Wasser aus der Leitung schockt die wärmeliebende Pflanze.

  5. Regelmäßig ernten

    Je öfter du erntest, desto mehr setzt die Pflanze an. Übersiehst du eine Frucht und sie wird dick und gelb, bremst das den Nachschub.

Salatgurken fühlen sich im Gewächshaus oder an einer warmen, geschützten Wand am wohlsten, weil sie Zugluft nicht mögen. Einlegegurken kommen im Freiland gut zurecht und lassen sich auch flach über den Boden ranken, wenn du keine Rankhilfe stellst. Für die Einlegegurke lohnt es sich, gleich mehrere Pflanzen zu setzen, damit auf einmal genug fürs Einkochen zusammenkommt.

Warum wird eine Gurke bitter?

Der Bitterstoff heißt Cucurbitacin und steckt natürlicherweise in allen Kürbisgewächsen. Moderne Speisesorten sind darauf gezüchtet, ihn nicht mehr zu bilden, weshalb gekaufte und die meisten selbst gezogenen Gurken mild sind. Trockenstress, große Hitze oder Kälte können bei empfindlichen Sorten trotzdem etwas Bitterkeit auslösen, meist am Stielansatz.

Wärme, gleichmäßig Wasser und eine Rankhilfe. Trockenstress ist der häufigste Grund für krumme, bittere Früchte.

Die Kern-Regel für saftige Gurken

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Meine Gurke blüht viel, setzt aber kaum Früchte an. Warum?

Viele Sorten bilden männliche und weibliche Blüten. Die männlichen (ohne kleine Gurke dahinter) dienen nur der Bestäubung. Fehlen bei kühlem Wetter die Insekten, bleibt der Ansatz aus. Rein weiblich blühende Gewächshaussorten umgehen das Problem.

Warum werden meine Gurken krumm?

Krumme Früchte kommen von ungleichmäßigem Wasser, Nährstoffmangel oder wenn die Frucht beim Wachsen an einem Blatt hängen bleibt. An einer Rankhilfe hängen die Gurken frei und wachsen darum gerader.

Kann ich Salatgurken auch zum Einlegen nehmen?

Zur Not ja, aber sie werden schnell weich. Einlegegurken haben festeres Fleisch und eine dickere Schale, die im Sud knackig bleibt. Umgekehrt schmeckt eine Einlegegurke im Salat etwas fester und weniger saftig.

Weißer Belag auf den Blättern, was tun?

Das ist meist Echter Mehltau, ein Schönwetterpilz auf der Blattoberseite. Entferne befallene Blätter, sorge für luftigen Stand und greif beim nächsten Mal zu einer als mehltautolerant ausgewiesenen Sorte.

Gewächshaus oder Freiland?

Salatgurken danken dir das geschützte, warme Gewächshaus mit reicher Ernte. Einlegegurken und robuste Freilandsorten kommen draußen gut zurecht. Verwandt ist die Zucchini, die als Kürbisgewächs ganz ähnliche Ansprüche hat.

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