Die Haselnuss ist einer der unkompliziertesten Nusslieferanten für den Garten. Anders als die riesige Walnuss bleibt sie ein handlicher Strauch, den du sogar in eine Hecke einbauen kannst. Und während viele Obstgehölze anspruchsvoll sind, gibt sich die Hasel mit fast jedem Standort zufrieden.
Zwei Dinge solltest du kennen, damit die Ernte üppig ausfällt: Sie braucht einen Bestäuber-Partner, und sie will als Strauch verjüngt werden. Dazu kommt ein kleiner Widersacher, der Haselnussbohrer. Dieser Beitrag zeigt dir Befruchtung, Schnitt und Ernte.
Zwei Sträucher für den Ertrag
Der häufigste Grund für eine Hasel, die kaum trägt: Sie steht allein. Die meisten Haselsorten sind selbststeril, ihr eigener Pollen befruchtet die eigenen Blüten nicht. Du brauchst deshalb eine zweite, andere Sorte in der Nähe.
Bestäubt wird die Hasel nicht von Insekten, sondern vom Wind. Die männlichen Blüten sind die auffälligen gelben Kätzchen, die weiblichen dagegen winzige rote Pinselchen, die man leicht übersieht. Der Wind trägt den Pollen von den Kätzchen der einen zur Blüte der anderen Sorte.
Ein sehr früher Blüher
Die Hasel ist einer der ersten Frühlingsboten. Ihre Kätzchen öffnen sich oft schon im Februar, wenn sonst kaum etwas blüht. Für Insekten ist die Hasel damit zwar keine Nahrungsquelle, weil sie windbestäubt ist, für Allergiker aber ein früher Vorbote der Pollensaison.
Beim Kauf lohnt der Griff zu ertragreichen Gartensorten wie der ‚Halleschen Riesennuss' oder ‚Webbs Preisnuss'. Wer es zierend mag, wählt die ‚Rotblättrige Zellernuss' mit dunkelrotem Laub. Immer aber gilt: zwei verschiedene Sorten für die Befruchtung.
Schnitt und Ernte
Weil die Hasel ein Strauch ist, schneidest du sie nicht wie einen Baum in Form, sondern verjüngst sie. Über die Jahre vergreisen die ältesten Triebe und tragen weniger. Sie nimmst du bodennah heraus, damit junge, kräftige Triebe nachwachsen.
Verjüngen statt einkürzen
Schneide alle paar Jahre die ältesten, dicksten Triebe direkt über dem Boden heraus. So bleibt der Strauch luftig und jung. Ein Rückschnitt der Zweigspitzen bringt dagegen wenig.
Wildtriebe entfernen
Bei veredelten Sorten treiben aus dem Boden manchmal Wildtriebe der Unterlage. Reiß sie heraus, sonst verdrängen sie mit der Zeit die Edelsorte.
Am Fruchtfall ernten
Reif sind die Nüsse, wenn sie sich braun färben und aus der blättrigen Hülle zu fallen beginnen. Dann sammelst du sie am besten vom Boden auf oder schüttelst den Strauch.
Dem Bohrer zuvorkommen
Kleine runde Löcher in der Schale und ein Made im Kern verraten den Haselnussbohrer. Sammle Fallnüsse zügig auf und entsorge befallene, das bricht den Kreislauf des Käfers.
Zwei Sorten für die Windbestäubung, den Strauch alle paar Jahre bodennah verjüngen, am Fruchtfall ernten. Dann trägt die Hasel Jahr für Jahr reich.
Die Kern-Regel zur Haselnuss
Häufige Fragen
Warum trägt meine Haselnuss keine Nüsse?
Meist fehlt der Bestäuber. Die meisten Haseln sind selbststeril und brauchen eine zweite, andere Sorte in der Nähe. Da die Bestäubung über den Wind läuft, sollte der Partner in Reichweite stehen.
Brauche ich wirklich zwei Haselsträucher?
Für verlässlichen Ertrag ja. Zwei verschiedene Sorten befruchten sich über den Wind gegenseitig. Ein einzelner Strauch trägt oft nur spärlich oder gar nicht, selbst wenn er üppig blüht.
Wie schneide ich eine Haselnuss richtig?
Als Strauch wird sie verjüngt, nicht in Form geschnitten. Nimm alle paar Jahre die ältesten Triebe bodennah heraus, damit junges Holz nachwächst. Wildtriebe der Unterlage reißt du bei veredelten Sorten aus.
Was ist der Haselnussbohrer?
Ein kleiner Rüsselkäfer, dessen Larve sich in die Nuss frisst. Kleine Löcher und eine Made im Kern sind die Zeichen. Vorbeugen kannst du, indem du Fallnüsse zügig aufsammelst und befallene entsorgst.
Wann sind Haselnüsse reif?
Vom Spätsommer bis in den Herbst, wenn sie braun werden und aus der Hülle zu fallen beginnen. Am besten erntest du am Fruchtfall, also wenn die ersten Nüsse von selbst herunterfallen.

