Ein Nussbaum trägt oft mehr, als eine Familie frisch essen kann. Damit der Segen nicht verdirbt, kommt es auf zwei Handgriffe an, die früher jedes Kind kannte und die heute in Vergessenheit geraten sind: richtig ernten und richtig trocknen. Wer beides beherrscht, hat den ganzen Winter über eigene Nüsse.
Der häufigste Fehler ist Ungeduld. Nüsse, die feucht ins Glas oder in den Sack wandern, schimmeln oder werden ranzig. Dieser Beitrag zeigt dir, wann du erntest, wie du die Nüsse trocknest und wie sie lange frisch bleiben.
Reif ist, was fällt
Der beste Reifetest ist die Schwerkraft. Solange die Nüsse fest am Baum hängen, sind sie nicht so weit. Reif fallen sie von selbst: Bei der Walnuss platzt die grüne Hülle auf und gibt die braune Nuss frei, bei der Hasel lösen sich die braunen Nüsse aus der blättrigen Hülle.
Sammle die Fallnüsse deshalb regelmäßig auf, am besten täglich, denn am Boden verderben sie schnell, werden von Schnecken angefressen oder von Mäusen geholt. Ein leichtes Schütteln des Baumes oder Strauchs hilft nach, die letzten reifen Nüsse zu lösen.
So erntest und trocknest du
Fallnüsse zügig aufsammeln
Geh in der Erntezeit täglich unter den Baum. Frisch gefallene Nüsse sind sauber, länger liegende schimmeln oder werden von Tieren geholt.
Walnüsse von der Hülle befreien
Löse Reste der grünen Fruchthülle sofort ab und trag dabei Handschuhe. Das Juglon färbt Haut und Kleidung tagelang braun. Kurz waschen, dann gut abtropfen lassen.
Luftig nachtrocknen
Breite die Nüsse einlagig auf Gittern, Kartons oder Tüchern aus, an einem luftigen, trockenen, nicht zu warmen Ort. Wende sie täglich. Zwei bis drei Wochen brauchen sie, bis sie durchgetrocknet sind.
Trockenheit prüfen
Eine durchgetrocknete Nuss klappert leicht beim Schütteln, der Kern hat sich von der Schale gelöst. Erst dann ist sie lagerfähig. Feuchte Nüsse schimmeln im Lager.
Kühl und dunkel lagern
Lagere die trockenen Nüsse in luftdurchlässigen Netzen, Körben oder Papiersäcken an einem kühlen, dunklen, trockenen Ort. Nicht luftdicht in Plastik, sonst schwitzen sie.
Warum Nüsse ranzig werden
Nusskerne bestehen zu großen Teilen aus Fett, und Fett wird mit der Zeit ranzig, besonders schnell bei Wärme, Licht und Luft. Deshalb hält sich die ganze Nuss in der Schale viel länger als der geknackte Kern. Knack nur so viel, wie du bald brauchst, und lagere den Rest ungeschält.
Ein kühler, dunkler Keller oder eine ungeheizte Speisekammer ist ideal. Ganze, trockene Nüsse in der Schale halten so problemlos bis ins Frühjahr, oft länger. Geschälte Kerne gehören dagegen rasch verbraucht oder ins Gefrierfach.
Am Fruchtfall ernten, gründlich trocknen, kühl und dunkel in der Schale lagern. Feuchtigkeit bringt Schimmel, Wärme bringt Ranzigkeit. Wer beides meidet, hat den ganzen Winter Nüsse.
Die Kern-Regel zur Nussernte
Häufige Fragen
Wann erntet man Nüsse?
Am Fruchtfall, meist im September und Oktober, KW 38 bis 43. Reife Nüsse fallen von selbst zu Boden. Solange sie fest am Baum hängen, sind sie noch nicht so weit. Sammle die Fallnüsse regelmäßig auf.
Warum werden meine Walnüsse innen braun und schimmelig?
Meist wurden sie zu feucht gelagert oder die grüne Hülle blieb zu lange dran. Löse die Hülle sofort ab und trockne die Nüsse zwei bis drei Wochen luftig nach, bevor sie ins Lager kommen.
Wie trockne ich Nüsse richtig?
Einlagig auf Gittern oder Kartons an einem luftigen, trockenen, nicht zu warmen Ort ausbreiten und täglich wenden. Nach zwei bis drei Wochen sind sie durch, erkennbar am leichten Klappern und am gelösten Kern.
Wie lange halten sich Nüsse?
Ganze, gut getrocknete Nüsse in der Schale halten kühl und dunkel viele Monate, oft bis ins Frühjahr. Geschälte Kerne dagegen werden schnell ranzig und sollten rasch verbraucht oder eingefroren werden.
Muss ich bei Walnüssen Handschuhe tragen?
Ja, unbedingt beim Entfernen der grünen Fruchthülle. Sie enthält Juglon, das Haut, Nägel und Kleidung tagelang tiefbraun färbt. Die Nuss selbst in der harten Schale ist dagegen sauber.

