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Digitalis purpurea

Fingerhut

Volksnamen: Roter Fingerhut, Gewöhnlicher Fingerhut, Waldglöckchen

Fingerhut

Beschreibung

Der Rote Fingerhut stellt im Juni und Juli seine hohen, mit purpurnen Glockenblüten besetzten Kerzen an Waldränder und in halbschattige Beete und ist ein Lieblingsplatz der Hummeln. Als zweijährige Pflanze blüht er im zweiten Jahr und versamt sich danach zuverlässig selbst. Wichtig: Er ist hochgiftig in allen Teilen und gehört nicht in Reichweite von Kindern.

Pflegehinweise

Säe den Fingerhut im Sommer (Juni · KW 25) als Lichtkeimer oberflächlich aus und drücke die Samen nur an. Er liebt halbschattige Plätze mit humosem, frischem Boden. Gieße bei Trockenheit. Lass nach der Blüte einige Samenstände stehen, damit er sich jedes Jahr selbst erneuert. Trage beim Schneiden Handschuhe und wasche dir danach die Hände, denn schon der Saft reizt die Haut.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 5.5–6.58.0

Bodenart

humos, durchlässig, feucht, kalkmeidend

LichtHalbschatten
Sonnenstundenmind. 2 h am Tag
WinterhärteWinterhart
WasserbedarfMittel

Gib dem Fingerhut einen kalkarmen, leicht sauren und humusreichen Boden — er meidet Kalk und fühlt sich an Waldrändern und auf lichten Plätzen am wohlsten. Der Boden soll locker, durchlässig und gleichmäßig frisch sein; Staunässe verträgt er nicht, schwere Lehmböden lockerst du mit Sand und reifem Kompost auf.

Düngung

Mittelzehrer

Monate

Mär–Apr

Der Fingerhut wächst auf einem humusreichen, mäßig nährstoffversorgten Boden am besten — er ist kein Hungerkünstler, braucht aber auch keine kräftige Düngung. Arbeite im Frühjahr etwas reifen Kompost flach ein oder breite halb verrottetes Laub um die Pflanze aus; das versorgt sie behutsam und hält den Boden locker. Übertreib es nicht mit Stickstoff.

Überwinterung

Fingerhut ist zweijährig und winterhart: Die flache Blattrosette aus dem ersten Jahr übersteht den Winter ohne Schutz im Boden — kein Eingraben, kein Vlies nötig. Im zweiten Jahr blüht er, sät sich selbst aus und stirbt ab; lass die Samenstände stehen und säe oder pflanze im Wechsel, dann hast du jedes Jahr Blüten.

Vermehrung

Methoden

  • Aussaat

Fingerhut vermehrst du am einfachsten durch Aussaat – das ist auch die einzige wirklich praktikable Methode. Der Samen ist ein Lichtkeimer: Streue ihn auf die feuchte Saaterde auf und drücke ihn nur leicht an, aber bedecke ihn nicht mit Erde. Zum Vorziehen säst du von März bis Mai in Saatschalen oder Töpfe und hältst gleichmäßig feucht (am besten unter Folie oder im Mini-Gewächshaus, damit die Oberfläche nicht austrocknet); direkt ins Freiland-Saatbeet geht es im Mai oder Juni. Die Keimung dauert meist rund zwei bis drei Wochen. Für eine kontinuierliche Blüte jedes Jahr säst du in zwei aufeinanderfolgenden Jahren, da Digitalis purpurea zweijährig ist: Im ersten Jahr bildet die Pflanze nur eine Blattrosette, im zweiten Jahr blüht sie und stirbt danach ab. Einfacher noch: Lass nach der Blüte einige Samenstände stehen – der Fingerhut sät sich an geeigneten, halbschattigen und humusreichen Standorten zuverlässig selbst aus und etabliert dort dauerhaft eine Population. Stecklinge oder Teilung sind bei dieser zweijährigen Art nicht praktikabel, da Digitalis purpurea meist nur eine einzige Rosette mit einem Blütentrieb und eine empfindliche Pfahlwurzel bildet – es entstehen keine teilbaren Tochterrosetten. (Die bei manchen mehrjährigen Fingerhut-Arten mögliche Vermehrung über basale Seitentriebe gilt nicht für diese Art.)

Mischkultur

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

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