Zum Inhalt springen

Morus alba

Weiße Maulbeere

Volksnamen: Maulbeerbaum, Seidenraupen-Maulbeere

Weiße Maulbeere

Foto: Raffi Kojian · CC BY-SA 3.0 · Quelle

Beschreibung

Die Weiße Maulbeere ist ein wüchsiger Baum, dessen Blätter einst die Seidenraupen fütterten. Ihre Früchte reifen von Weiß über Rosa bis Tiefviolett und schmecken honigsüß mit dezenter Säure. Über Wochen im Hochsommer (Juli · KW 28 bis August) trägt der Baum reich. Er ist hitzeverträglich, trockenheitstolerant und in milden Lagen gut winterhart, junge Triebe können bei Spätfrost zurückfrieren.

Pflegehinweise

Pflanze den Maulbeerbaum im Frühjahr (April · KW 15) an einen vollsonnigen, warmen Platz mit durchlässigem Boden, eine geschützte Südwand ist ideal. Gieße in den ersten Jahren bei Trockenheit. Schneide nur sparsam im Spätwinter (Februar · KW 8), da starke Schnitte ihn aus der Form bringen. Rechne mit Beerenflecken auf Wegen, setze ihn nicht direkt über die Terrasse.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 6–7.58.0

Bodenart

sandig, lehmig, durchlässig, kalkliebend, trocken

LichtVolle Sonne
Sonnenstundenmind. 6 h am Tag
WinterhärteWinterhart
WasserbedarfMittel

Die Maulbeere mag lockeren, durchlaessigen Boden – von sandig-lehmig bis lehmig ist fast alles recht, gern kalkhaltig. Trocken und eher naehrstoffarm vertraegt sie gut, Staunaesse und dauerhaft saurer Boden bekommen ihr dagegen nicht.

Düngung

Mittelzehrer

Monate

Mär, Apr, Jun

Im zeitigen Fruehjahr zum Austrieb (Maerz/April) reifen Kompost auf die Baumscheibe geben und flach einharken, dazu etwas Hornspaene fuer den Stickstoffschub. Eine zweite leichte organische Gabe Anfang Juni hilft dem Fruchtansatz. Ab Mitte Juni keine Stickstoffgaben mehr, damit Fruechte und Holz gut ausreifen.

Schnitt

MonateFeb, Mär, Jul, Aug
SaisonSpätwinter
SchnittartAuslichtungsschnitt

Schneide deine *Morus alba* nur sparsam: im Spätwinter (Februar/März, vor dem Austrieb) Totholz, Kreuzäste und zu dichte Partien auslichten. Stärkere Eingriffe und Schnitte im Sommer (außer leichtes Auslichten nach der Ernte, KW 28–32) vermeiden, weil die Schnitte dann stark Milchsaft bluten.

Überwinterung

Etablierte Weiße Maulbeeren sind im DACH-Tiefland winterhart und brauchen keinen Schutz. Junge Bäume in den ersten Jahren schützt du mit einer dicken Mulchschicht aus Laub oder Reisig über der Wurzelzone und wickelst den Stamm mit Jute ein; im Kübel überwintern sie hell, kühl und frostfrei.

Vermehrung

Methoden

  • Aussaat
  • Stecklinge
  • Absenker
  • Veredelung

Die Weiße Maulbeere lässt sich auf vier Wegen vermehren, wobei Stecklinge für die meisten Hobbygärtner der verlässlichste Weg sind.

Stecklinge (empfohlen): Schneide im Sommer halbverholzte Triebe von 15–20 cm Länge, entferne die unteren Blätter und lass nur das obere Blattpaar stehen. Stecke sie in ein sandiges, torffreies Substrat – Maulbeeren vertragen Torf schlecht. Halte die Erde gleichmäßig feucht, aber ohne Staunässe. An einem hellen, warmen Standort bilden sich binnen weniger Wochen Wurzeln. Alternativ funktionieren auch Hartholzstecklinge im Winter, oder du bewurzelst grüne Triebe zunächst im Wasserglas.

Absenker (Layering): Biege einen biegsamen Jungtrieb in eine flache Mulde am Boden, fixiere ihn dort und bedecke die Mitte mit Erde, so dass die Triebspitze herausragt. Da der Absenker mit der Mutterpflanze verbunden bleibt, kann er nicht austrocknen. Nach einem Jahr haben sich Wurzeln gebildet – dann trennst du ihn ab und pflanzt ihn um.

Aussaat: Gewinne Samen aus reifen Früchten, wasche das Fruchtfleisch ab und trockne die Samen. Weiche die Samen vor der Aussaat 12–24 Stunden in lauwarmem Wasser ein, das verbessert die Keimrate. Säe ab Mai in ein nährstoffarmes, sandiges Substrat ohne Torf. Maulbeeren sind Dunkelkeimer – bedecke die Samen also leicht mit Erde. Halte das Substrat konstant feucht und warm; die Keimung erfolgt nach 2–4 Wochen. Beachte: Aus Samen gezogene Pflanzen entsprechen sortentreu oft nicht der Mutterpflanze und brauchen Jahre bis zur ersten Frucht – Aussaat lohnt vor allem für Wildsämlinge oder zur Unterlagenanzucht.

Veredelung: Für benannte Sorten und Zierformen (z. B. die hängende 'Pendula') ist die Veredelung auf eine Morus-alba-Unterlage der einzig sortenechte Weg. Die Kopfveredelung bestimmt die spätere Stammhöhe. Entferne Wildtriebe der Unterlage sofort, sonst verdrängen sie die Veredelung. Bester Zeitpunkt: später Winter bis früher Frühling, wenn die Unterlage treibt, das Edelreis aber noch ruht. Für Hobbygärtner ist die Veredelung anspruchsvoller als Stecklinge oder Absenker.

Mischkultur

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

Erfahrungen aus echten Gärten

Was andere Gärtner zu dieser Sorte aufgeschrieben haben, anonym und freiwillig.

Noch hat niemand Erfahrungen geteilt. Mach den Anfang und notier deine.

Wenn du eigene Notizen anlegen willst, melde dich an oder leg ein Konto an.