Sambucus nigra
Schwarzer Holunder
Volksnamen: Holunder, Holler, Fliederbeere
Beschreibung
Der Schwarze Holunder ist ein anspruchsloser Großstrauch, der zweimal im Jahr erntereif ist: im Juni die duftenden Blütendolden für Sirup und Hollerküchle, ab Ende August die tiefschwarzen Beeren für Saft, Gelee und Suppe. Roh sind Beeren und grüne Pflanzenteile unbekömmlich, erst das Erhitzen macht sie genießbar. In der traditionellen Hausapotheke gilt er seit jeher als Begleiter der Erkältungszeit.
Pflegehinweise
Pflanze den Holunder im Herbst (Oktober · KW 42) an einen sonnigen bis halbschattigen, nicht zu trockenen Platz mit nährstoffreichem Boden. Er wächst rasch und kräftig. Schneide ihn im Winter (Februar · KW 7) kräftig zurück und entferne altes Holz bodennah, Holunder fruchtet am Vorjahrestrieb und dankt den Verjüngungsschnitt mit kräftigen, ertragreichen Neutrieben.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, feucht, nährstoffreich
Gib dem Holunder einen tiefgründigen, humusreichen Lehmboden, der frisch bis feucht bleibt. Staunässe mag er nicht, kurze Trockenphasen verträgt er — als Stickstoffzeiger fühlt er sich auf nährstoffreichen, kalkverträglichen Böden am wohlsten.
Düngung
Starkzehrer
Monate
Mär–Apr
Arbeite im Frühjahr vor dem Austrieb reifen Kompost oder gut verrotteten Stallmist flach um die Strauchbasis ein und ergänze etwas Hornspäne für die stickstoffbetonte Versorgung im starken Triebwachstum. Während Austrieb und Blüte kannst du zusätzlich mit verdünnter Brennnesseljauche gießen. Mit dem Fruchtansatz die Stickstoffgaben einstellen, damit die Triebe bis zum Herbst ausreifen.
Überwinterung
Schwarzer Holunder ist heimisch und übersteht den Winter im DACH-Tiefland problemlos ohne Schutz. Im Spätwinter, bevor die Knospen austreiben, kannst du ihn zur Verjüngung kräftig zurückschneiden und totes oder kreuzendes Holz entfernen.
Vermehrung
Methoden
- Stecklinge
- Absenker
- Aussaat
Steckhölzer (Herbst/Winter) — Die einfachste und zuverlässigste Methode: Schneide von Oktober bis Februar bleistiftdicke, einjährige Triebe in etwa 20 cm lange Abschnitte. Jedes Steckholz braucht oben und unten je einen Knoten; der untere Schnitt erfolgt direkt unter einem Auge, der obere schräg darüber. Steck die Hölzer zu drei Vierteln senkrecht in lockere, durchlässige Erde — im Freiland oder im Topf an einem geschützten Platz. Halte die Erde gleichmäßig feucht. Im Frühjahr treiben Wurzeln und neue Triebe aus; im Herbst kannst du die Jungpflanzen an ihren endgültigen Standort setzen.
Grünholz-Stecklinge (Frühsommer) — Im Juni schneidest du 10–15 cm lange, an der Basis leicht verholzte Triebspitzen. Entferne die unteren Blätter und alle Blütenansätze, lass oben ein bis zwei Blattpaare stehen. Steck die Stecklinge zu etwa einem Drittel in feuchtes Anzuchtsubstrat, halte sie gleichmäßig feucht und stell sie hell, aber nicht in die pralle Sonne. Bis zum Frühherbst sind sie wurzelfest.
Absenker (Frühjahr/Sommer) — Biege einen langen, biegsamen Trieb bodennah zur Seite, verletze die Rinde an der Biegestelle leicht und bedecke diesen Bereich mit Erde. Beschwere die Stelle mit einem Stein. Sobald sich nach einigen Wochen Wurzeln gebildet haben, trenne den Absenker vom Mutterstrauch und pflanz ihn ein. Diese Methode lohnt sich, wenn kein Schnittmaterial verfügbar ist.
Aussaat (Herbst oder nach Stratifikation) — Geeignet für die Wildform; Ziersorten sind darüber nicht sortenecht zu vermehren. Entnimm die Samen aus reifen Beeren, wasche das Fruchtfleisch gründlich ab und mische die Samen mit leicht feuchtem Sand. Lege das Gemisch für mindestens 8 Wochen kühl (etwa 5 °C, z. B. in den Kühlschrank) zur Kältestratifikation — länger schadet nicht. Säe danach flach in nährstoffarmes Substrat und stell den Topf hell und kühl. Alternativ kannst du im Herbst direkt ins Freiland aussäen — die Samen überwintern und keimen im Frühjahr. Die Keimung ist unregelmäßig und kann etwas Geduld brauchen.
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