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Aprikose ‚Bergeron’

Sortenpass

Aprikose ‚Bergeron’

Prunus armeniaca · Rosaceae

Reifezeit
spät
Wuchsstärke
mittel

Über diese Sorte

Die französische Standardmarille aus dem Rhône-Tal und eine der wichtigsten Erwerbssorten Europas. Sie reift spät, meist erst Anfang bis Mitte August, und gibt dir damit etwas Luft nach den frühen Sorten. Die Früchte sind groß, orange mit roter Backe und durch ihr festes Fleisch gut transport- und lagerfähig für ein paar Tage. Selbstfruchtbar und wenig anfällig für Spätfrost dank später Blüte.

Festes, saftiges Fruchtfleisch mit kräftigem Marillenaroma und schöner Süße-Säure-Balance — hervorragend für Kuchen, Konfitüre und zum Frischverzehr.

Schnitt

MonateJul–Aug
SaisonSommer (nach der Ernte)
SchnittartErhaltungsschnitt

Schneide deine Aprikose im Sommer direkt nach der Ernte (Juli/August, KW 27-35) bei trockenem, warmem Wetter, sobald das Triebwachstum abgeschlossen ist. Da sie auf mehrjährigem Fruchtholz trägt, reicht ein erhaltender Auslichtungsschnitt; einen versäumten Schnitt holst du höchstens im Frühjahr kurz vor der Blüte nach, nie im Winter.

Mischkultur

Gute Nachbarn

Krankheiten & Schädlinge

3 relevant

Aus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten.

KrankheithochJul–Okt

Monilia-Fruchtfäule

Monilia fructigena

Die Monilia-Fruchtfäule lässt reifende Früchte an Baum und Lager braun verfaulen. Auf den faulen Stellen bilden sich kreisförmig angeordnete, polsterartige Sporenlager. Der Pilz dringt fast nur durch Verletzungen ein — Wespenfraß, Hagel oder Schorfrisse sind die typischen Eintrittspforten. Die vertrockneten Fruchtmumien am Baum sind die Infektionsquelle fürs nächste Jahr.

Vorbeugen

Pflücke faulende Früchte sofort ab und sammle alle Fruchtmumien im Winter konsequent vom Baum und Boden — das ist die wirksamste Maßnahme. Halte Schorf und Wespen in Schach, da deren Wunden den Pilz erst eintreten lassen. Lagere nur unverletzte Früchte kühl ein und kontrolliere das Lager regelmäßig.

KrankheithochMär–Mai

Monilia-Spitzendürre

Monilia laxa

Die Monilia-Spitzendürre infiziert Steinobst über die offene Blüte und wandert von dort in den Trieb. Befallene Blüten und Triebspitzen welken schlagartig und vertrocknen braun, als hätte sie Frost erwischt — daher die Verwechslung. Besonders Sauerkirschen wie die ‚Schattenmorelle’ sind anfällig, wenn es zur Blüte nasskalt ist.

Vorbeugen

Schneide befallene Triebe rasch bis etwa 15 cm ins gesunde Holz zurück und entsorge sie über den Restmüll. Wähle weniger anfällige Sorten und sorge durch Auslichtungsschnitt für eine luftige, schnell abtrocknende Krone. Bei Dauerregen zur Blüte hilft eine vorbeugende Behandlung mit Tonerde- oder Schachtelhalmpräparaten.

SchädlinghochJun–Sep

Pflaumenwickler

Grapholita funebrana

Der Pflaumenwickler ist das Pendant zum Apfelwickler an Steinobst: Der Falter legt ab Juni Eier an junge Früchte, die Raupe bohrt sich zum Stein durch und löst Gummifluss sowie vorzeitige, „falsche“ Reife mit Fruchtfall aus. Aufgeschnittene Früchte zeigen die rötliche Raupe und einen kotgefüllten Gang. Bei warmem Spätsommer folgt eine schädlichere zweite Generation im August.

Vorbeugen

Hänge ab Anfang Juni Pheromonfallen zur Flugkontrolle auf und lege Wellpappe-Fanggürtel um den Stamm, in denen sich die Raupen verpuppen — regelmäßig kontrollieren und entsorgen. Sammle befallenes Fallobst täglich auf, bürste lose Altborke ab und fördere Meisen und Ohrwürmer als natürliche Gegenspieler; bei starkem Druck hilft das Granulosevirus-Präparat (Cydia-pomonella-Granulovirus) nach Pheromon-Warnung.