Prunus persica var. nucipersica
Nektarine
Volksnamen: Glatter Pfirsich
Beschreibung
Die Nektarine ist eine glatthäutige Mutante des Pfirsichs mit festerem, aromatischem Fruchtfleisch und ohne den typischen Flaum. Sie ist meist selbstfruchtbar und braucht — wie der Pfirsich — viel Wärme und Sonne. Im Weinbauklima des DACH-Raums gedeiht sie an geschützten Standorten gut.
Pflegehinweise
Setze die Nektarine an einen vollsonnigen, warmen Platz vor eine geschützte Wand. Gieße bei Trockenheit, besonders zur Fruchtfüllung. Schneide jährlich kräftig nach der Ernte, da sie an einjährigem Holz trägt und sonst verkahlt. Beuge der Kräuselkrankheit vor, indem du den Baum bei Austrieb im Februar bis März vor Nässe schützt. Ernte die Früchte vollreif im August und September.
Schnitt
Schneide deine Nektarine kurz vor oder während der Blüte (März–April, KW 12–16) – dann erkennst du die Triebarten am besten und die Wunden verheilen zügig. Kürze die einjährigen Fruchttriebe jährlich ein, da nur sie Früchte tragen; einen stärkeren Verjüngungsschnitt legst du nach der Ernte.
Mischkultur
Krankheiten & Schädlinge
2 relevantAus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten.
Kräuselkrankheit
Taphrina deformans
Die Kräuselkrankheit befällt Pfirsich und Nektarine schon beim Austrieb. Die jungen Blätter werden blasig verdickt, kräuseln sich und färben sich gelb-rot bis purpurn. Bei starkem Befall wirft der Baum die Blätter ab, treibt geschwächt neu aus und verliert deutlich an Ertrag. Die Infektion findet ausschließlich in der kühl-nassen Austriebsphase statt.
Vorbeugen
Schütze den Baum mit einem Regendach oder einer Folienabdeckung über die Austriebsphase, damit die Knospen trocken bleiben. Behandle vorbeugend ab Knospenschwellen mit einem zugelassenen Kupfer- oder Schwefelpräparat, denn nach dem Austrieb wirkt nichts mehr. Wenig anfällige Sorten wie der Pfirsich ‚Benedicte’ oder ‚Revita’ sind für den Hausgarten die beste Wahl.
Monilia-Spitzendürre
Monilia laxa
Die Monilia-Spitzendürre infiziert Steinobst über die offene Blüte und wandert von dort in den Trieb. Befallene Blüten und Triebspitzen welken schlagartig und vertrocknen braun, als hätte sie Frost erwischt — daher die Verwechslung. Besonders Sauerkirschen wie die ‚Schattenmorelle’ sind anfällig, wenn es zur Blüte nasskalt ist.
Vorbeugen
Schneide befallene Triebe rasch bis etwa 15 cm ins gesunde Holz zurück und entsorge sie über den Restmüll. Wähle weniger anfällige Sorten und sorge durch Auslichtungsschnitt für eine luftige, schnell abtrocknende Krone. Bei Dauerregen zur Blüte hilft eine vorbeugende Behandlung mit Tonerde- oder Schachtelhalmpräparaten.
Sorten
5 Sorten‚Fantasia’
Eine der bekanntesten gelbfleischigen Nektarinen und ein verlässlicher Träger für deinen Garten. Die großen, leuchtend rot überzogenen Früchte reifen Mitte bis Ende August und lösen sich gut vom Stein. Wie alle Nektarinen ist die Sorte selbstfruchtbar, du brauchst also keinen zweiten Baum. Gegen Kräuselkrankheit ist sie wenig widerstandsfähig, ein luftiger, sonniger Standort hilft.
Festes, saftiges Gelbfleisch, süß mit erfrischender Säure und glatter, glänzender Schale ohne Flaum.
‚Fuzalode’
Eine moderne französische Auslese, die als Säulen- und Topfnektarine besonders schwach wächst und damit auch für Balkon und Terrasse taugt. Der große Pluspunkt: Sie zeigt deutlich mehr Widerstandskraft gegen die Kräuselkrankheit als ältere Sorten. Die Früchte reifen Anfang bis Mitte August, sind gelbfleischig und mild-süß. Selbstfruchtbar, also auch als einzelner Kübelbaum ergiebig.
Mild-süßes, saftiges Gelbfleisch mit feinem Aroma — unkompliziert und kindgerecht.
‚Independence’
Eine früh reifende, sehr aromatische Nektarine, die schon Ende Juli bis Anfang August erste Früchte liefert. Die mittelgroßen, fast vollständig rot gefärbten Früchte haben festes Gelbfleisch und einen kräftig würzigen Geschmack. Selbstfruchtbar, du kommst also mit einem einzigen Baum aus. Für die Kräuselkrankheit ist sie wie die meisten Nektarinen anfällig — ein sonniger, luftiger Standort beugt vor.
Festes, saftiges Gelbfleisch, süß-würzig mit lebendiger Säure und intensivem Aroma.
‚Nectared’
Eine robuste, ertragreiche Nektarine aus der amerikanischen Nectared-Reihe, die im mitteleuropäischen Klima zuverlässig reift. Anfang bis Mitte August trägt der Baum mittelgroße, gelbfleischige Früchte mit kräftiger roter Deckfarbe. Selbstfruchtbar, also auch als Einzelbaum dankbar. Wie üblich bei Nektarinen ist die Kräuselkrankheit der wunde Punkt — plane einen geschützten, gut belüfteten Platz ein.
Saftiges Gelbfleisch mit ausgewogenem Süße-Säure-Verhältnis und glatter, glänzender Haut.
‚Snow Queen’
Eine frühe, weißfleischige Nektarine für alle, die es richtig süß mögen. Schon ab Mitte Juli reifen die hellgelb bis cremeweißen, rot überhauchten Früchte mit nur wenig Säure. Selbstfruchtbar, ein Baum genügt für eine gute Ernte. Da das zarte Weißfleisch kaum lagerfähig ist, isst du die Früchte am besten frisch vom Baum. Gegen Kräuselkrankheit ist sie empfindlich, also luftig und sonnig pflanzen.
Saftiges, schmelzendes Weißfleisch, ausgesprochen süß und parfümiert mit nur dezenter Säure.
Erfahrungen aus echten Gärten
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