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Prunus armeniaca

Aprikose

Volksnamen: Marille

Aprikose

Foto: Fir0002 · CC BY-SA 3.0 · Quelle

Beschreibung

Die Aprikose, in Österreich Marille genannt, trägt samtig-orange, honigsüße Früchte und blüht schon sehr früh im Jahr. Genau diese frühe Blüte im März macht sie spätfrostgefährdet, weshalb ein warmer, geschützter Standort entscheidend ist. Selbstfruchtbare Sorten wie ‚Ungarische Beste’ lohnen sich im Hausgarten.

Pflegehinweise

Pflanze die Aprikose an die wärmste, vollsonnige Stelle des Gartens, idealerweise an eine geschützte Südwand. Gieße in Trockenphasen, besonders während der Fruchtfüllung. Schneide ausschließlich nach der Ernte im Spätsommer, niemals im feuchten Winter, um Pilzinfektionen vorzubeugen. Schütze die frühen Blüten Ende März bei Frostnächten mit Vlies. Ernte vollreif im Juli und August.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 6–7.58.0

Bodenart

lehmig, humos, durchlässig, kalkliebend

LichtVolle Sonne
Sonnenstundenmind. 6 h am Tag
WinterhärteWinterhart mit Schutz
WasserbedarfMittel

Gib der Aprikose einen tiefgründigen, lehmig-humosen Boden mit guter Durchlässigkeit — Staunässe sowie kalte, nasse Böden verträgt sie nicht; ideal sind warme, lösshaltige oder leicht sandige Lehmböden. Sie ist kalktolerant und mag einen neutralen bis leicht alkalischen Boden; bei sehr saurem Boden hilft im Herbst eine Kalkgabe, schwere Tonböden lockerst du mit Sand auf.

Düngung

Mittelzehrer

Monate

Mär–Apr

Arbeite im Frühjahr (März bis April), bevor der Baum austreibt, reifen Kompost flach in die Baumscheibe ein und ergänze Hornspäne — das deckt den Stickstoffbedarf langsam und gleichmäßig. Ab August keine stickstoffbetonten Gaben mehr, damit das Holz ausreift und winterhart wird; nach der Ernte gelegentlich Gesteinsmehl oder Holzasche für Kalium und Spurenelemente. Vermeide Stickstoff-Überdüngung: sie fördert weiche Triebe und macht den Baum anfälliger für Pilzkrankheiten.

Schnitt

MonateJul–Aug
SaisonSommer (nach der Ernte)
SchnittartErhaltungsschnitt

Schneide deine Aprikose im Sommer direkt nach der Ernte (Juli/August, KW 27-35) bei trockenem, warmem Wetter, sobald das Triebwachstum abgeschlossen ist. Da sie auf mehrjährigem Fruchtholz trägt, reicht ein erhaltender Auslichtungsschnitt; einen versäumten Schnitt holst du höchstens im Frühjahr kurz vor der Blüte nach, nie im Winter.

Überwinterung

Das Holz der Aprikose übersteht DACH-Tieflandwinter meist ohne Schaden — heikel ist der Spätfrost im März/April, wenn sie als eines der ersten Obstgehölze blüht; pflanze sie windgeschützt und warm, am besten als Spalier an einer Süd- oder Westwand, und hülle die Krone bei angekündigtem Nachtfrost während der Blüte locker mit Vlies ein (nicht direkt auf den Blüten, tagsüber wieder abnehmen, damit Bestäuber rankommen). Junge Bäume schützt du in den ersten Jahren zusätzlich am Stamm gegen Frostrisse und stellst Kübel-Aprikosen im ersten Winter an einen geschützten Platz.

Vermehrung

Methoden

  • Veredelung

Die Aprikose vermehrst du sortenecht ausschließlich durch Veredelung — nur so bleiben Fruchtqualität, Wuchs und Winterhärte der gewählten Sorte erhalten. Die gängigste Methode im Hausgarten ist die Okulation (T-Okulation): Zwischen Mitte Juli und Anfang September, wenn die Rinde sich leicht vom Holz löst, nimmst du ein einzelnes schlafendes Auge (Knospe) von einem Trieb der gewünschten Sorte und setzt es in einen T-förmigen Einschnitt an der Unterlage ein. Auf Pflaumen-Unterlagen veredelst du eher früh (Juli bis Anfang August), auf Aprikosen- oder Pfirsichsämlingen etwas später im August. Als Unterlage eignen sich im DACH-Raum vor allem Myrobalan (Kirschpflaume, starkwüchsig, tiefwurzelig, anpassungsfähig an viele Böden, treibt aber gerne Wurzelausläufer) oder St. Julien A (mittelstark, kompakter, anspruchslos und für kleinere Gärten und schwere Böden besser geeignet). Lässt sich die Rinde im Spätsommer nicht mehr sauber ablösen, weichst du auf das Copulieren oder das Spaltpfropfen im frühen Frühjahr aus, bevor die Knospen austreiben. Edelreiser schneidest du dann im Winter und lagerst sie kühl und feucht bis zum Pfropftermin. Aus Kernen gezogene Sämlinge tragen zwar nach einigen Jahren Früchte, weichen aber fast immer deutlich von der Muttersorte ab und sind daher für die Vermehrung benannter Sorten ungeeignet. Stecklinge bewurzeln bei der Aprikose sehr unzuverlässig und scheitern im Hobbybereich in der Regel.

Mischkultur

Gute Nachbarn

Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)

Knoblauch und Schnittlauch unter Erdbeeren und Rosen vertreiben mit ihrem Duft Blattläuse und andere Schädlinge.

Zum Beispiel KnoblauchSpeisezwiebelPorreeSchnittlauchNarzisseRocambole und 12 weitere Arten im Katalog

Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

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