Die Erbse ist eines der ersten Dinge, die im Gartenjahr ins Beet dürfen, und eines der dankbarsten dazu. Sie keimt in kühler Erde, wächst schnell und schmeckt frisch geerntet so süß, dass die halbe Ernte oft schon roh im Beet verschwindet.
Bevor du säst, lohnt eine Entscheidung: Welchen Typ willst du? Denn Erbse ist nicht gleich Erbse. Drei Gruppen mit ganz unterschiedlichem Charakter stehen zur Wahl. Dieser Beitrag stellt sie vor und zeigt, wie du Erbsen von der Aussaat bis zur Ernte richtig ziehst.
Drei Erbsentypen, drei Charaktere
Der Unterschied liegt im Korn und in der Schote. Die Schalerbse, auch Palerbse genannt, hat runde, glatte Körner, ist am robustesten und darf am frühesten raus. Sie wird meist getrocknet und ist die klassische Suppen- und Eintopferbse.
Die Markerbse erkennt man am geschrumpelten Trockenkorn. Sie ist die süßeste und die typische Garten-Erbse zum Frischverzehr, dafür etwas frostempfindlicher. Bei der Zuckererbse schließlich isst man die ganze, zarte Schote mit, weil ihr die harte Pergamenthaut im Inneren fehlt.
Welcher Typ für welchen Zweck?
- Schalerbse (Palerbse)
Rundes, glattes Korn, am robustesten und frühesten. Klassisch als Trocken-, Suppen- und Eintopferbse. Verträgt kühle Erde und lässt sich früh im März säen.
- Markerbse
Geschrumpeltes Korn, die süßeste Erbse zum Frischessen und Einfrieren. Die typische Garten-Erbse. Etwas frostempfindlicher, deshalb ein bis zwei Wochen später säen.
- Zuckererbse (Kefe)
Zarte Schote ohne harte Innenhaut, komplett essbar. Jung geerntet als knackige Zuckerschote, das Naschgemüse für Kinder und Beetnascher schlechthin.
- Ernte-Zeitpunkt beachten
Schal- und Markerbsen erntet man, wenn die Körner voll, aber noch zart sind. Zuckererbsen dagegen früh und flach, bevor die Körner dick werden und die Schote fädig wird.
Die Zuckererbse, das Naschgemüse
Wenn Kinder im Garten helfen sollen, ist die Zuckererbse die beste Wahl. Man pflückt die flachen Schoten jung und isst sie roh, süß und knackig direkt von der Pflanze. Damit sie zart bleiben, gilt: lieber ein paar Tage zu früh als zu spät ernten.
So baust du Erbsen an
Früh direkt säen
Erbsen kommen direkt ins Beet, kein Vorziehen nötig. Schalerbsen ab März, Markerbsen ein bis zwei Wochen später, in Reihen etwa 3 bis 5 Zentimeter tief.
Rankhilfe stellen
Fast alle Erbsen ranken. Reisig, ein Netz oder ein Drahtgitter gibt Halt, hält die Schoten sauber und trocken und erleichtert die Ernte.
Mäßig gießen
Bis zur Blüte kommen Erbsen mit wenig Wasser aus. Ab der Blüte und beim Schotenansatz gleichmäßig wässern, das füllt die Körner.
Von unten nach oben ernten
Die untersten Schoten reifen zuerst. Regelmäßig pflücken hält die Pflanze im Ertrag, liegengebliebene, harte Schoten stoppen die Neubildung.
Früh säen, Rankhilfe stellen, von unten ernten. Und die süßeste Erbse ist die, die es gar nicht erst bis in die Küche schafft.
Die Kern-Regel bei Erbsen
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Mark-, Schal- und Zuckererbse?
Die Schalerbse hat rundes Korn, ist am robustesten und wird meist getrocknet. Die Markerbse hat geschrumpeltes Korn und ist die süßeste Frischerbse. Bei der Zuckererbse isst man die ganze zarte Schote mit, weil ihr die harte Innenhaut fehlt.
Wann kann ich Erbsen aussäen?
Früh, denn Erbsen sind Kältekeimer. Schalerbsen dürfen ab März direkt ins Beet, sobald der Boden abgetrocknet ist. Die etwas frostempfindlicheren Markerbsen sät man ein bis zwei Wochen später. Ein Vorziehen im Haus ist nicht nötig.
Brauchen Erbsen eine Rankhilfe?
Fast alle Erbsen ranken und danken eine Stütze mit mehr Ertrag. Reisig, ein Netz oder ein Drahtgitter hält die Schoten sauber und trocken und macht die Ernte leichter. Nur wenige niedrige Sorten kommen ohne aus.
Muss ich Erbsen düngen?
Nein, im Gegenteil. Erbsen binden als Leguminose mit Knöllchenbakterien selbst Stickstoff aus der Luft. Stickstoffdünger schadet eher, weil er nur Blattmasse fördert. Lass nach der Ernte die Wurzeln im Boden, das nährt die Folgekultur.
Wann und wie erntet man Erbsen richtig?
Schal- und Markerbsen erntest du, wenn die Körner voll, aber noch zart sind, Zuckererbsen früh und flach vor dem Dickwerden. Pflücke von unten nach oben und regelmäßig, denn reife, hängengebliebene Schoten stoppen die Neubildung.

