Pisum sativum
Erbse
Volksnamen: Markerbse, Zuckererbse
Beschreibung
Die Erbse ist ein Stickstoffsammler, der den Boden für die Folgekultur verbessert, und gleichzeitig der süßeste Snack direkt vom Beet. Zuckererbsen nascht man am besten roh mit Schote.
Pflegehinweise
Säe ab März direkt ins Beet und gib Rank-Sorten früh eine Kletterhilfe aus Reisig oder Netz. Erbsen brauchen wenig Dünger, aber gleichmäßige Feuchtigkeit während der Blüte, dann füllen sich die Schoten prall.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, durchlässig
Erbsen wollen einen humosen, tiefgründigen, gut gelockerten Lehmboden mit guter Durchlüftung — Staunässe und Verdichtung schaden den Knöllchenbakterien und damit der Stickstoffbindung. Schwere Tonböden und reine Sandböden sind weniger geeignet; liegt der pH unter 6, kalke vor der Aussaat, sonst arbeiten die Rhizobien nicht.
Hülsenfrüchte sammeln über Knöllchenbakterien Stickstoff und sind ideale Vorfrucht für Starkzehrer — selbst brauchen sie rund 4 Jahre Pause am gleichen Platz.
Düngung
Schwachzehrer
Monate
Mär–Apr
Als Leguminose versorgt sich die Erbse über Knöllchenbakterien weitgehend selbst mit Stickstoff — dünge ihr also keinen Stickstoff, das stört sogar die Symbiose. Arbeite im Frühjahr vor der Aussaat etwas reifen Kompost flach in den Boden ein; das stellt Phosphor und Kalium organisch bereit (Phosphor fördert die Knöllchenbildung). Während des Wachstums keine weitere Düngung nötig.
Überwinterung
Die Erbse ist einjährig und stirbt nach der Ernte ab — es gibt nichts zu überwintern, du säst jedes Jahr neu aus (Standard-Sommererbsen ab März ins Freiland, sie vertragen nur leichte Fröste bis etwa -4 °C). Spezielle Wintererbsen-Sorten kannst du im Herbst direkt säen; sie überstehen als kleine Jungpflanze stärkere Fröste und liefern eine frühere Ernte, bleiben aber ebenfalls einjährig.
Vermehrung
Methoden
- Aussaat
Die Erbse vermehrst du ausschließlich durch Direktsaat ins Freiland. Säe ab März, sobald der Boden auf mindestens 5 °C (Pal- und Ackererbsen) bzw. rund 8–10 °C (Mark- und Zuckererbsen) erwärmt ist, bis in den Juni in Reihen aus. Lege die Samen etwa 3–5 cm tief und 8–10 cm voneinander entfernt, mit einem Reihenabstand von 40–50 cm. Die Keimung erfolgt bei 6–20 °C Bodentemperatur innerhalb von etwa 7–14 Tagen. Mittel- und hochwachsende Sorten brauchen von Beginn an eine Rankhilfe aus Reisern, Netz oder Schnüren. Für eigenes Saatgut wählst du sortenreine, nicht-hybride (keine F1-)Sorten aus: Markiere gesunde, typische Pflanzen früh und lass die untersten Hülsen bis zur vollständigen Reife am Stock, bis sie braun und trocken sind und die Samen hart werden. Dann palst du die Erbsen aus, trocknest sie noch einige Tage luftig im Schatten nach und bewahrst sie kühl, trocken und dunkel auf. Da Erbsen Selbstbestäuber sind, bleibt die Sortenreinheit ohne besondere Maßnahmen weitgehend erhalten; baust du mehrere Sorten an, hältst du sie sicherheitshalber etwas auseinander und gewinnst Saatgut von mehreren Pflanzen, um die Vielfalt der Sorte zu erhalten.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Kreuzblütler (Brassicaceae)
besonders bewährtHülsenfrüchtler sammeln Stickstoff im Boden, von dem Kohlgewächse als Starkzehrer profitieren.
Zum Beispiel WeißkohlKohlrabiRomanescoGelbsenfÖlrettichRucola und 13 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Doldenblütler (Apiaceae)
Erbsen und Bohnen versorgen Möhre und Sellerie mit Stickstoff und wachsen als Flachwurzler ohne Konkurrenz nebeneinander.
Zum Beispiel DillKnollenselleriePetersilieKorianderStangensellerieGewürzfenchel und 14 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)
Bohnen und Erbsen reichern den Boden mit Stickstoff an, den Kürbisgewächse als Starkzehrer gut gebrauchen können.
Zum Beispiel KürbisZucchiniButternutHokkaidoPatissonSpaghettikürbis und 12 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Lieber nicht
Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
besonders bewährtLauchgewächse hemmen über ihre Wurzelausscheidungen die stickstoffbindenden Knöllchenbakterien der Hülsenfrüchtler, das bremst deren Wachstum.
Zum Beispiel NarzisseSchneeglöckchenZierlauchBärlauchSchmucklilie
Quelle: Fruchtfolge-Grundregel
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
Sorten
6 Sorten‚Ambrosia‘
Eine Zuckererbse vom Typ Kaiserschote, bei der du die ganze flache Hülse jung und zart mitisst.
‚Blauwschokkers‘
Eine alte niederländische Kapuziner- oder Graue Erbse mit auffällig violett-blauen Hülsen und zweifarbig rosa-purpurnen Blüten, ein echter Hingucker am Zaun.
‚Frühe Heinrichs Riesen‘
Eine ertragreiche, samenfeste Markerbse mit langen, gut gefüllten Hülsen an hochwachsenden Pflanzen.
‚Kelvedon Wonder‘
Eine frühe Markerbse mit kompaktem Wuchs, die nur eine niedrige Reisighilfe braucht.
‚Kleine Rheinländerin‘
Eine alte deutsche Schalerbse aus dem Rheinland mit niedrigem, standfestem Wuchs, die mit wenig Rankhilfe auskommt.
‚Norli‘
Eine frühe Zuckererbse mit niedrigem Wuchs, die sich gut für kleine Beete, Hochbeete und sogar große Kübel auf dem Balkon eignet.
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