Bohnen sind das Rückgrat des Selbstversorgergartens: pflegeleicht, ertragreich und obendrein Bodenverbesserer. Der Haken ist nur, dass unter dem Wort Bohne ganz unterschiedliche Pflanzen zusammengefasst werden. Wer Buschbohne und Dicke Bohne über einen Kamm schert, sät zur falschen Zeit und wundert sich.
Deshalb sortieren wir die Verwandtschaft nach ihren fünf wichtigsten Typen. Danach weißt du, welche Bohne du wann säst, welche eine Rankhilfe braucht und warum du keine davon roh naschen darfst.
Fünf Bohnen, fünf Rollen
- Buschbohne
Niedrig, schnell, ohne Stütze. Phaseolus vulgaris als Buschform liefert grüne oder gelbe Hülsen für die Beilage. Ideal für Sätze über den Sommer. Zum Porträt: Buschbohne.
- Stangenbohne
Dieselbe Art, aber kletternd. An Stange oder Zelt wird sie zwei bis drei Meter hoch und trägt über Wochen am reichsten. Zum Porträt: Stangenbohne.
- Feuerbohne
Die Prunkbohne (Phaseolus coccineus) mit den leuchtend roten Blüten ist Zier und Ernte in einem, verträgt kühlere Lagen und bildet große Kerne. Zum Porträt: Feuerbohne.
- Dicke Bohne
Die Puff- oder Ackerbohne (Vicia faba) ist botanisch eine andere Gattung, kälteresistent und die früheste Bohne im Jahr. Zum Porträt: Dicke Bohne.
- Limabohne
Die Mond- oder Limabohne (Phaseolus lunatus) liebt Wärme und liefert große, flache Kerne, die vor allem getrocknet in die Küche kommen. Zum Porträt: Limabohne.
Grün ernten oder als Kernbohne trocknen
Bei den meisten Bohnen hast du die Wahl. Erntest du die Hülsen jung und weich, hast du grüne Bohnen für Topf und Pfanne. Lässt du sie ausreifen und trocknen, gewinnst du lagerfähige Kernbohnen, die du übers ganze Jahr einweichst und kochst.
Beides ist derselbe Zauber: eine Handvoll Samen, die sich vervielfacht. Die Kernbohne ist dabei die Selbstversorger-Königin, weil sie sich trocken monatelang hält und viel Eiweiß liefert.
So baust du Bohnen an
Zur richtigen Zeit säen
Grüne Busch-, Stangen-, Feuer- und Limabohnen sind frostempfindlich und wollen warmen Boden, also Aussaat nach den Eisheiligen (KW 19 bis 26). Nur die Dicke Bohne säst du schon zeitig ab KW 8 bis 12 in den kühlen Boden.
Nicht zu nass starten
Bohnensamen fault gern, wenn er kalt und nass liegt. Säe ins abgetrocknete, warme Beet und gieße erst nach dem Keimen richtig. Ein altes Gärtnerwort sagt: Bohnen legt man ins Trockene.
Stangen früh stellen
Stangen- und Feuerbohnen brauchen von Anfang an ein Gerüst. Ein Zelt aus Stangen oder ein stabiles Netz reicht. Die Triebe winden sich von selbst nach oben.
Kaum düngen
Bohnen versorgen sich über Knöllchenbakterien an den Wurzeln selbst mit Stickstoff. Zu viel Dünger treibt nur das Laub. Etwas Kompost zum Start genügt völlig.
Regelmäßig ernten
Je öfter du grüne Hülsen pflückst, desto mehr bildet die Pflanze nach. Willst du Kernbohnen, lässt du die Hülsen dagegen ganz ausreifen und trocknen.
Die Dicke Bohne tanzt aus der Reihe: Sie kommt aus einer anderen Gattung, wird schon im zeitigen Frühjahr gesät und trägt ihre Hülsen aufrecht am kräftigen Stängel. Dafür ist sie im Frühsommer die Erste, wenn andere Bohnen gerade erst keimen.
Kernbohnen ernten, trocknen und lagern
Willst du keine grünen Hülsen, sondern lagerfähige Kernbohnen, lässt du die Hülsen an der Pflanze ausreifen. Das ist die Königsdisziplin für Selbstversorger: einmal säen, ein ganzes Regal voll Eiweiß für den Winter.
Reif werden lassen
Lass die Hülsen an der Pflanze, bis sie pergamentartig trocken sind und die Kerne beim Schütteln rascheln. Das ist meist im Spätsommer bis Herbst. Zieh die ganze Pflanze bei trockenem Wetter.
Nachtrocknen
Häng die Pflanzen kopfüber an einen luftigen, trockenen Ort, nicht in die pralle Sonne. Nach ein bis zwei Wochen sind die Kerne so hart, dass sich kein Fingernagel mehr eindrücken lässt.
Auspalen und säubern
Brich die trockenen Hülsen auf und sammle die Kerne heraus. Reste von Hülsen und Spreu bläst du weg oder liest sie ab. Nur ganz trockene Kerne kommen ins Lager.
Bohnenkäfer aushebeln
Leg die trockenen Kerne zwei bis drei Tage ins Gefrierfach. Das tötet Eier und Larven des Bohnenkäfers, die sonst im Vorrat weiterfressen. Danach trocken und luftdicht im Glas lagern.
Saatgut zurücklegen
Wähl die schönsten Kerne einer samenfesten Sorte aus und bewahre sie separat auf. So ziehst du im nächsten Jahr kostenlos nach und erhältst nebenbei alte Hofsorten.
Getrocknet und luftdicht halten sich Kernbohnen mühelos ein bis zwei Jahre. Vor dem Kochen weichst du sie über Nacht ein, das verkürzt die Garzeit und macht sie bekömmlicher. Gekocht wird trotzdem gründlich, denn auch getrocknete Kernbohnen enthalten roh das giftige Phasin.
Warum rohe Bohnen auf den Herd gehören
So gesund gekochte Bohnen sind, so unbekömmlich sind sie roh. Der Grund ist ein natürliches Abwehrgift der Pflanze.
Keine Bohne roh. Grün wie Kern gehört jede erst in den Topf, dann auf den Teller.
Die goldene Bohnen-Regel
Eine zweite Besonderheit betrifft nur die Dicke Bohne: Menschen mit dem erblichen Favismus (einem Enzymmangel) dürfen sie nicht essen, weil sie einen gefährlichen Zerfall roter Blutkörperchen auslösen kann. Wer das nicht hat, genießt sie bedenkenlos gegart.
Häufige Fragen
Warum darf ich Bohnen nicht roh essen?
Wegen des Gifts Phasin in rohen grünen und Kernbohnen. Es verklumpt rote Blutkörperchen. Zehn bis fünfzehn Minuten kräftiges Kochen bauen es ab, danach sind die Bohnen unbedenklich und gut verdaulich.
In welche Richtung winden sich Stangenbohnen?
Immer gegen den Uhrzeigersinn, egal wie du sie anlegst. Hilf jungen Trieben einmal auf die Stange, dann klettern sie von allein weiter. Verwechsle sie nicht mit der Feuerbohne, die genauso klettert.
Wann säe ich die Dicke Bohne?
Sehr früh, ab KW 8 bis 12, sobald der Boden bearbeitbar ist. Sie keimt in der Kühle und wächst der Schwarzen Bohnenlaus so ein Stück davon. Alle anderen Bohnen kommen erst nach den Eisheiligen ins Beet.
Muss ich Bohnen düngen?
Kaum. Über Knöllchenbakterien an den Wurzeln binden sie Luftstickstoff und versorgen sich selbst. Sie hinterlassen den Boden sogar stickstoffreicher, als sie ihn vorgefunden haben. Deshalb sind sie ideale Vorkultur für Starkzehrer.
Passen Bohnen zu Mais und Kürbis?
Perfekt. In der Drei-Schwestern-Pflanzung klettern Stangenbohnen am Zuckermais hoch, während der Kürbis den Boden beschattet. Die Bohne düngt beide mit ihrem Stickstoff.

