Manche Pflanzen vereinen die Stärken ihrer Eltern und lassen die Schwächen weg. Die Jostabeere ist so ein Glücksfall. Sie entstand aus der Kreuzung von schwarzer Johannisbeere und Stachelbeere, und schon der Name verrät die Herkunft: JOhannisbeere plus STAchelbeere ergibt Josta. Herausgekommen ist eine der pflegeleichtesten Beeren überhaupt, die trotzdem noch viel zu selten im Garten steht.
Das Beste aus zwei Beeren
Botanisch heißt die Jostabeere Ribes × nidigrolaria. Von der Johannisbeere hat sie die Trauben und das dunkle, würzige Aroma geerbt, von der Stachelbeere die Größe der Früchte und den kräftigen Wuchs.
Die Beeren sind größer als eine Johannisbeere und kleiner als eine Stachelbeere, reifen von Grün über Rot zu einem tiefen, fast schwarzen Blau. Im Geschmack liegen sie genau dazwischen: milder als die kräftige schwarze Johannisbeere, mit einer feinen Stachelbeer-Note. Reif sind sie voller Vitamin C und schmecken frisch ebenso gut wie als Marmelade, Saft oder im Kuchen.
Dornenlos und kerngesund
Hier spielt die Jostabeere ihre größte Stärke aus. Wer schon einmal Stachelbeeren durch ein dorniges Gestrüpp gepflückt oder hilflos zugesehen hat, wie der Mehltau die Ernte überzieht, wird die Josta lieben.
Auch Frost macht ihr wenig aus, und Schädlinge halten sich in Grenzen. Für einen naturnahen, pflegeleichten Garten ist sie damit fast ideal.
Eine Pflanze genügt, aber sie braucht Platz
Selbstfruchtbar und unkompliziert
Ein großer Vorteil gegenüber mancher anderen Beere: Die Jostabeere ist selbstfruchtbar. Anders als die Maibeere, die zwingend einen zweiten Sortenpartner braucht, trägt hier schon eine einzelne Pflanze zuverlässig und reich.
Dafür wächst sie kräftig und wird mit der Zeit ein stattlicher Strauch von bis zu 1,8 bis 2 m Höhe und Breite. Plane ihr also von Anfang an genügend Raum ein, etwa 1,5 bis 2 m Abstand zum Nachbarn.
Standort und Pflege
Beim Boden ist die Josta so unkompliziert wie beim Rest. Ein normaler, humoser und gleichmäßig feuchter Gartenboden genügt ihr, saures Spezialsubstrat wie bei der Heidelbeere braucht sie nicht. Sie steht gern sonnig bis halbschattig, je sonniger, desto süßer die Beeren. Eine Mulchschicht aus Kompost oder Laub hält den Boden feucht und versorgt sie nebenbei mit Nährstoffen. Gepflanzt wird im Herbst oder im zeitigen Frühjahr.
Schneiden wie die Johannisbeere
Die Jostabeere trägt, wie ihre Johannisbeer-Mutter, am ein- bis dreijährigen Holz. Der Schnitt folgt deshalb demselben Prinzip: den Strauch jung und luftig halten. In den ersten zwei, drei Jahren lässt du sie wachsen. Danach nimmst du im Spätwinter (etwa KW 6 bis 9) oder direkt nach der Ernte die ältesten, dunklen Triebe bodennah heraus und behältst acht bis zwölf kräftige, jüngere Triebe. Weil sie so wüchsig ist, lohnt sich dieses Auslichten jedes Jahr.
Ernten und kinderleicht vermehren
Geerntet wird von Ende Juni bis in den August (KW 26 bis 32). Die Beeren reifen nach und nach, pflücke also in mehreren Durchgängen, sobald sie dunkel und weich sind. Am besten schmecken sie voll ausgereift, wenn sie fast schwarz sind.
Und wenn du einmal eine Josta hast, hast du bald so viele, wie du willst, denn sie lässt sich denkbar einfach vermehren.
Steckholz schneiden
Im Herbst (etwa KW 42 bis 46) einen bleistiftdicken, gut ausgereiften einjährigen Trieb in etwa 20 cm lange Stücke schneiden.
In die Erde stecken
Die Steckhölzer zu zwei Dritteln senkrecht in lockere, feuchte Erde stecken, am Rand des Beetes oder in einen Topf.
Feucht halten
Über Winter und Frühjahr gleichmäßig feucht halten. Die meisten treiben im Frühjahr zuverlässig aus und bewurzeln.
Verpflanzen
Im folgenden Herbst die gut bewurzelten Jungpflanzen an ihren endgültigen Platz setzen, oder an Gartenfreunde weitergeben.
Dornenlos, robust und selbstgenügsam: Wenn eine Beere dem Anfänger den Einstieg leicht macht, dann die Josta.
Jostabeere in Kürze
- Zwei ElternKreuzung aus schwarzer Johannisbeere und Stachelbeere, mit dem Besten von beiden.
- DornenlosBequeme Ernte ohne Piksen, ganz anders als bei der Stachelbeere.
- Sehr robustWiderstandsfähig gegen Mehltau, Rost und Gallmilbe, meist ohne Pflanzenschutz.
- Eine reichtSelbstfruchtbar, ein einzelner Strauch trägt zuverlässig.
- Platz einplanenWird bis zu 2 m groß und breit, mindestens 1,5 m Abstand geben.
- Leicht vermehrbarSteckhölzer im Herbst bewurzeln fast von allein.
Häufige Fragen
Was ist eine Jostabeere eigentlich genau?
Eine Kreuzung aus schwarzer Johannisbeere und Stachelbeere, botanisch Ribes × nidigrolaria. Der Name setzt sich aus JOhannisbeere und STAchelbeere zusammen. Die Früchte und der Geschmack liegen zwischen beiden Eltern.
Braucht die Jostabeere einen zweiten Strauch zur Bestäubung?
Nein. Sie ist selbstfruchtbar, eine einzelne Pflanze trägt zuverlässig. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber der Maibeere, die zwingend zwei verschiedene Sorten braucht.
Hat die Jostabeere Dornen wie die Stachelbeere?
Nein, sie ist komplett dornenlos. Das Ernten geht damit viel bequemer von der Hand als bei der Stachelbeere.
Wie groß wird die Jostabeere und wie viel Abstand braucht sie?
Sie wächst kräftig und wird mit den Jahren bis zu 1,8 bis 2 m hoch und breit. Gib ihr mindestens 1,5 bis 2 m Abstand zu Nachbarpflanzen, damit sie luftig steht und gesund bleibt.
Auf einen Blick
Die Jostabeere ist eine der dankbarsten Beeren für den Hausgarten: dornenlos, extrem robust, selbstfruchtbar und noch dazu kinderleicht zu vermehren. Gib ihr einen sonnigen Platz mit genügend Raum, lichte sie einmal im Jahr aus, und sie versorgt dich viele Jahre lang, fast ohne dass du etwas dafür tun musst.
In Gartenkern kannst du dir den jährlichen Auslichtungsschnitt und den Erntezeitpunkt als wiederkehrende Aufgaben anlegen und festhalten, wie viel dein Strauch getragen hat. Im nächsten Sommer weißt du dann genau, wann die Josta reif war und aus welchem Steckholz die kräftigste Jungpflanze wurde.

