Erkenne, was deinen Pflanzen zusetzt: 70 Krankheiten, Schädlinge und Nährstoffmängel, verknüpft mit den betroffenen Pflanzen.
Apfelmehltau
Podosphaera leucotricha
Apfelmehltau wird vom Pilz Podosphaera leucotricha verursacht und zeigt sich als weißer, mehliger Belag auf jungen Blättern, Triebspitzen und Blüten. Befallene Blätter rollen sich ein und wachsen verkrüppelt, Triebspitzen vertrocknen häufig komplett. Blüten bleiben klein und gräulich verfärbt, viele fallen ab, bevor Früchte angesetzt werden. Am einfachsten erkennst du den Befall an frisch austreibenden Trieben im Frühjahr, dort ist der weiße Belag am deutlichsten sichtbar.
Apfelschorf
Venturia inaequalis
Apfelschorf ist die häufigste Apfelkrankheit in feuchten Lagen. Auf Blättern und Früchten bilden sich olivgrüne bis schwarze, raue Flecken; die Früchte verkorken und reißen auf. Geschmacklich bleiben sie meist essbar, sehen aber unschön aus und lagern schlechter.
Apfelwickler
Cydia pomonella
Der Apfelwickler ist die Ursache der klassischen wurmstichigen Äpfel: Der nachtaktive Falter legt ab Mai Eier an junge Früchte, die geschlüpfte Raupe bohrt sich zum Kerngehäuse durch und hinterlässt einen kotgefüllten Gang. Befallene Früchte reifen vorzeitig und fallen ab. Eine zweite Generation kann bei warmem Sommer im August nachlegen.
Birnenblattsauger
Cacopsylla pyri
Der Birnenblattsauger (Cacopsylla pyri) ist eine kleine Sprungwanze, die an Birnbäumen saugt und dabei klebrigen Honigtau absondert. Der Honigtau verklebt Blätter, Blüten und Früchte und bildet oft schwarzen Rußtau, der die Fotosynthese beeinträchtigt. Du erkennst den Befall an eingerollten, glänzend klebrigen Blättern, verkorkten Flecken auf den Früchten und den winzigen, springenden Insekten an der Blattunterseite.
Birnengallmücke
Contarinia pyrivora
Die Birnengallmücke ist eine kleine Mückenart, deren Larven sich direkt im jungen Fruchtfleisch von Birnen entwickeln. Die kleine Mücke legt die Eier schon in der Blüte ab, sodass die Schäden erst sichtbar werden, wenn die Früchtchen erbsengroß sind: Sie bleiben klein, verformen sich klumpig und bekommen dunkle Beulen. Betroffene Früchte fallen meist schon im Juni ab; schneidest du sie auf, findest du mehrere gelblich-weiße Maden im braunen, matschigen Fruchtfleisch.
Birnengitterrost
Gymnosporangium sabinae
Der Birnengitterrost ist ein Rostpilz mit Wirtswechsel: Er überwintert auf Wacholder und befällt im Frühjahr die Birnenblätter. Auffällig sind die leuchtend orangeroten Flecken oben und die gitterartigen Auswüchse auf der Blattunterseite. Ohne einen Wacholder im Umkreis von einigen hundert Metern kann der Pilz seinen Kreislauf nicht schließen.
Blattläuse
Aphidoidea
Blattläuse sind die häufigsten Saugschädlinge im Garten. Sie sitzen in dichten Kolonien an weichen Triebspitzen, saugen Pflanzensaft und scheiden klebrigen Honigtau aus, auf dem sich schwarzer Rußtau ansiedelt. Stark befallene Triebe verkrüppeln, außerdem übertragen Läuse Viren.
Blütenendfäule
Calcium-Mangel
Die Blütenendfäule ist keine Krankheit durch einen Erreger, sondern eine Mangelerscheinung: Den wachsenden Früchten fehlt Calcium an der Fruchtspitze. Dort entsteht ein wässriger Fleck, der einsinkt und lederartig braun-schwarz wird. Häufig liegt nicht zu wenig Kalk im Boden vor, sondern die Pflanze kann das Calcium bei Trockenstress oder Überdüngung nicht zur Frucht transportieren.
Bohnenrost
Uromyces appendiculatus
Bohnenrost ist eine Pilzkrankheit, die vor allem im Hochsommer an Busch-, Stangen- und Feuerbohnen auftritt. Charakteristisch sind rostbraune, pulvrige Sporenlager auf der Blattunterseite, umgeben von einem gelben Hof. Stark befallene Blätter vergilben und fallen vorzeitig ab, was die Pflanze schwächt und den Hülsenansatz mindert.
Brennfleckenkrankheit der Bohne
Colletotrichum lindemuthianum
Die Brennfleckenkrankheit ist eine Pilzkrankheit an Busch-, Stangen- und Feuerbohnen, die vor allem die Hülsen entstellt. Typisch sind dunkelbraune bis schwarze, scharf umrandete und eingesunkene Flecken mit hellem Zentrum, aus denen bei Feuchtigkeit rosafarbene Sporenmasse quillt. Befallene Hülsen sind unverkäuflich, und der Pilz wandert ins Saatgut, das ihn ins nächste Jahr trägt.
Buchsbaum-Triebsterben
Cylindrocladium buxicola
Das Buchsbaum-Triebsterben wird durch den Pilz Cylindrocladium buxicola verursacht und zählt zu den ernstesten Krankheiten am Buchsbaum. Erste Anzeichen sind braune Flecken auf den Blättern und schwarze Längsstreifen an jungen Trieben, die sich bei feuchtem Wetter rasch zu ganzen braunen Nestern ausweiten. Auf der Blattunterseite zeigt sich oft ein feines weißes Pilzgeflecht, kurz danach fällt das Laub büschelweise ab und Äste verkahlen von innen nach außen.
Buchsbaumzünsler
Cydalima perspectalis
Der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) ist die Raupe eines eingewanderten Kleinschmetterlings und der gefährlichste Schädling an Buchsbaum. Die Raupen fressen die Blätter kahl und hinterlassen dichte Gespinste sowie grüne Kotkrümel zwischen den Zweigen. Unbehandelt kann ein starker Befall eine ganze Pflanze innerhalb weniger Wochen zum Absterben bringen. Erkennbar sind die Raupen an ihrer grün-schwarzen Streifenzeichnung und dem schwarzen Kopf.
Dickmaulrüssler
Otiorhynchus sulcatus
Der Gefurchte Dickmaulrüssler ist ein nachtaktiver, flugunfähiger Käfer, dessen erwachsene Tiere typische buchtartige Kerben in die Blattränder fressen. Gefährlicher sind die Larven: Sie leben im Boden und fressen Wurzeln und Wurzelhals, sodass besonders Erdbeeren und Heidelbeeren plötzlich welken oder ganz absterben. Befall fällt oft erst auf, wenn die Pflanze schon kümmert.
Dickmaulrüssler-Engerling
Otiorhynchus sulcatus
Der Dickmaulrüssler-Engerling ist die Larve des nachtaktiven Käfers Otiorhynchus sulcatus und richtet den eigentlichen Schaden an. Während der Käfer oberirdisch typische, buchtenförmige Fraßspuren am Blattrand hinterlässt, frisst die cremeweiße, C-förmig gekrümmte Larve unter der Erde an Wurzeln und Wurzelhals. Betroffene Pflanzen wie Rhododendron, Erdbeere oder Funkie welken oft überraschend, obwohl der Boden feucht ist, weil die Wasserversorgung über die geschädigten Wurzeln nicht mehr funktioniert. Bei starkem Befall lässt sich die Pflanze fast wurzellos aus dem Topf heben.
Drahtwurm
Agriotes spp.
Drahtwürmer sind die gelb-braunen, harten Larven der Schnellkäfer und leben mehrere Jahre im Boden. Sie bohren schmale Gänge in Kartoffelknollen und Möhren, wodurch die Ernte unverkäuflich wird und über die Wunden oft Fäulnis nachzieht. Besonders stark tritt der Befall auf Flächen auf, die vorher Wiese oder stark vergrast waren.
Echter Mehltau
Erysiphales
Der Echte Mehltau überzieht die Blattoberseiten mit einem mehlig-weißen Belag, der sich leicht abwischen lässt — anders als der Falsche Mehltau, der von unten kommt. Er liebt trockenwarme Tage mit kühlen Nächten und schwächt vor allem Kürbisgewächse, sodass die Blätter vergilben und absterben.
Eisenmangel-Chlorose
Eisen-Mangel
Bei der Eisenchlorose vergilben die jüngsten Blätter, während die Blattadern grün bleiben — ein deutliches Netzmuster. Meist fehlt nicht das Eisen im Boden, sondern es ist bei zu hohem pH-Wert für die Pflanze nicht verfügbar. Heidelbeeren und Himbeeren als säureliebende Pflanzen reagieren besonders empfindlich, etwa wenn der Boden zu kalkhaltig ist oder mit hartem Wasser gegossen wird.
Engerlinge (Gartenlaubkäfer)
Phyllopertha horticola
Engerlinge sind die Larven des Gartenlaubkäfers (Phyllopertha horticola) und leben meist ein Jahr, in kühleren Lagen bis zu zwei Jahre im Boden, wo sie Wurzeln und Knollen fressen. Betroffene Pflanzen welken plötzlich, wachsen schlecht und lassen sich oft mühelos aus der Erde heben. Du erkennst den Schädling an den C-förmig gekrümmten, cremeweißen Larven mit brauner Kopfkapsel direkt unter der Grasnarbe oder im Wurzelbereich. Im Mai und Juni schwärmen die erwachsenen, rotbraunen Käfer und legen ihre Eier bevorzugt in kurz gehaltenem Rasen ab.
Erdfloh
Phyllotreta
Erdflöhe sind winzige, schwarz oder metallisch glänzende Käfer, die bei Berührung flohartig wegspringen. Sie schlagen bei trocken-warmem Wetter unzählige kleine runde Löcher in junge Blätter von Radieschen, Rucola und Rettich, sodass die Blätter wie durchsiebt aussehen. Keimlinge können bei Massenbefall ganz absterben, während ältere Pflanzen den Fraß meist wegstecken.
Falscher Mehltau
Peronosporaceae
Der Falsche Mehltau ist kein echter Pilz, sondern ein Eipilz, der von der Blattunterseite kommt — anders als der Echte Mehltau. Auf der Oberseite zeigen sich gelb-eckige Flecken, unten ein grau-violetter Belag. Bei Gurke, Zwiebel und Salat kann er ganze Bestände innerhalb weniger Tage zusammenbrechen lassen, sobald es feucht-warm ist.
Feuerbrand
Erwinia amylovora
Feuerbrand ist eine hochansteckende Bakterienkrankheit an Kernobst und verwandten Rosengewächsen — und in vielen Bundesländern meldepflichtig. Befallene Triebspitzen welken, verfärben sich braun-schwarz und biegen sich hakenförmig zum Hirtenstab; bei feuchter Wärme treten milchige Schleimtröpfchen aus, die das Bakterium weiterverbreiten. Unbehandelt kann ein Baum innerhalb einer Saison absterben.
Feuerwanze
Pyrrhocoris apterus
Die Feuerwanze (Pyrrhocoris apterus) ist eine auffällige, rot-schwarz gemusterte Wanze, die sich gern in großen Gruppen an sonnenwarmen Stellen versammelt, oft direkt am Stamm von Stockrose, Malve, Eibisch oder Hibiskus. Sie saugt vor allem an Samen und weichen Trieben, richtet an der Pflanze selbst aber meist kaum sichtbaren Schaden an. Erkennbar ist der Befall an dichten Ansammlungen der Tiere, besonders im Frühjahr und Spätsommer an Stammbasis und Blattachseln.
Frostspanner (Kleiner Frostspanner)
Operophtera brumata
Der Kleine Frostspanner fällt im Frühjahr durch seine grünen, beim Kriechen „Katzenbuckel“-spannenden Raupen auf, die ab dem Austrieb Knospen, Blüten und junge Blätter durchlöchern und verspinnen. Die Weibchen sind flügellos und wandern im milden Spätherbst zu Fuß die Stämme hinauf, um an den Knospen ihre Eier abzulegen. Bei Massenvermehrung bleibt von jungen Trieben nur das Blattgerippe.
Gemeine Spinnmilbe
Tetranychus urticae
Die Gemeine Spinnmilbe tritt vor allem bei trockener Hitze im Gewächshaus auf und saugt an der Blattunterseite, wodurch die Blätter zuerst hell gesprenkelt, dann fahl-bronzefarben werden und vertrocknen. Bei starkem Befall überziehen feine Gespinste die Triebspitzen. Die nur 0,5 mm kleinen Tiere vermehren sich bei Hitze rasend schnell, sodass aus wenigen Milben in zwei Wochen eine Plage werden kann.