Erkenne, was deinen Pflanzen zusetzt: 34 Krankheiten, Schädlinge und Nährstoffmängel, verknüpft mit den betroffenen Pflanzen.
Apfelwickler
Cydia pomonella
Der Apfelwickler ist die Ursache der klassischen wurmstichigen Äpfel: Der nachtaktive Falter legt ab Mai Eier an junge Früchte, die geschlüpfte Raupe bohrt sich zum Kerngehäuse durch und hinterlässt einen kotgefüllten Gang. Befallene Früchte reifen vorzeitig und fallen ab. Eine zweite Generation kann bei warmem Sommer im August nachlegen.
Birnenblattsauger
Cacopsylla pyri
Der Birnenblattsauger (Cacopsylla pyri) ist eine kleine Sprungwanze, die an Birnbäumen saugt und dabei klebrigen Honigtau absondert. Der Honigtau verklebt Blätter, Blüten und Früchte und bildet oft schwarzen Rußtau, der die Fotosynthese beeinträchtigt. Du erkennst den Befall an eingerollten, glänzend klebrigen Blättern, verkorkten Flecken auf den Früchten und den winzigen, springenden Insekten an der Blattunterseite.
Birnengallmücke
Contarinia pyrivora
Die Birnengallmücke ist eine kleine Mückenart, deren Larven sich direkt im jungen Fruchtfleisch von Birnen entwickeln. Die kleine Mücke legt die Eier schon in der Blüte ab, sodass die Schäden erst sichtbar werden, wenn die Früchtchen erbsengroß sind: Sie bleiben klein, verformen sich klumpig und bekommen dunkle Beulen. Betroffene Früchte fallen meist schon im Juni ab; schneidest du sie auf, findest du mehrere gelblich-weiße Maden im braunen, matschigen Fruchtfleisch.
Blattläuse
Aphidoidea
Blattläuse sind die häufigsten Saugschädlinge im Garten. Sie sitzen in dichten Kolonien an weichen Triebspitzen, saugen Pflanzensaft und scheiden klebrigen Honigtau aus, auf dem sich schwarzer Rußtau ansiedelt. Stark befallene Triebe verkrüppeln, außerdem übertragen Läuse Viren.
Buchsbaumzünsler
Cydalima perspectalis
Der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) ist die Raupe eines eingewanderten Kleinschmetterlings und der gefährlichste Schädling an Buchsbaum. Die Raupen fressen die Blätter kahl und hinterlassen dichte Gespinste sowie grüne Kotkrümel zwischen den Zweigen. Unbehandelt kann ein starker Befall eine ganze Pflanze innerhalb weniger Wochen zum Absterben bringen. Erkennbar sind die Raupen an ihrer grün-schwarzen Streifenzeichnung und dem schwarzen Kopf.
Dickmaulrüssler
Otiorhynchus sulcatus
Der Gefurchte Dickmaulrüssler ist ein nachtaktiver, flugunfähiger Käfer, dessen erwachsene Tiere typische buchtartige Kerben in die Blattränder fressen. Gefährlicher sind die Larven: Sie leben im Boden und fressen Wurzeln und Wurzelhals, sodass besonders Erdbeeren und Heidelbeeren plötzlich welken oder ganz absterben. Befall fällt oft erst auf, wenn die Pflanze schon kümmert.
Dickmaulrüssler-Engerling
Otiorhynchus sulcatus
Der Dickmaulrüssler-Engerling ist die Larve des nachtaktiven Käfers Otiorhynchus sulcatus und richtet den eigentlichen Schaden an. Während der Käfer oberirdisch typische, buchtenförmige Fraßspuren am Blattrand hinterlässt, frisst die cremeweiße, C-förmig gekrümmte Larve unter der Erde an Wurzeln und Wurzelhals. Betroffene Pflanzen wie Rhododendron, Erdbeere oder Funkie welken oft überraschend, obwohl der Boden feucht ist, weil die Wasserversorgung über die geschädigten Wurzeln nicht mehr funktioniert. Bei starkem Befall lässt sich die Pflanze fast wurzellos aus dem Topf heben.
Drahtwurm
Agriotes spp.
Drahtwürmer sind die gelb-braunen, harten Larven der Schnellkäfer und leben mehrere Jahre im Boden. Sie bohren schmale Gänge in Kartoffelknollen und Möhren, wodurch die Ernte unverkäuflich wird und über die Wunden oft Fäulnis nachzieht. Besonders stark tritt der Befall auf Flächen auf, die vorher Wiese oder stark vergrast waren.
Engerlinge (Gartenlaubkäfer)
Phyllopertha horticola
Engerlinge sind die Larven des Gartenlaubkäfers (Phyllopertha horticola) und leben meist ein Jahr, in kühleren Lagen bis zu zwei Jahre im Boden, wo sie Wurzeln und Knollen fressen. Betroffene Pflanzen welken plötzlich, wachsen schlecht und lassen sich oft mühelos aus der Erde heben. Du erkennst den Schädling an den C-förmig gekrümmten, cremeweißen Larven mit brauner Kopfkapsel direkt unter der Grasnarbe oder im Wurzelbereich. Im Mai und Juni schwärmen die erwachsenen, rotbraunen Käfer und legen ihre Eier bevorzugt in kurz gehaltenem Rasen ab.
Erdfloh
Phyllotreta
Erdflöhe sind winzige, schwarz oder metallisch glänzende Käfer, die bei Berührung flohartig wegspringen. Sie schlagen bei trocken-warmem Wetter unzählige kleine runde Löcher in junge Blätter von Radieschen, Rucola und Rettich, sodass die Blätter wie durchsiebt aussehen. Keimlinge können bei Massenbefall ganz absterben, während ältere Pflanzen den Fraß meist wegstecken.
Feuerwanze
Pyrrhocoris apterus
Die Feuerwanze (Pyrrhocoris apterus) ist eine auffällige, rot-schwarz gemusterte Wanze, die sich gern in großen Gruppen an sonnenwarmen Stellen versammelt, oft direkt am Stamm von Stockrose, Malve, Eibisch oder Hibiskus. Sie saugt vor allem an Samen und weichen Trieben, richtet an der Pflanze selbst aber meist kaum sichtbaren Schaden an. Erkennbar ist der Befall an dichten Ansammlungen der Tiere, besonders im Frühjahr und Spätsommer an Stammbasis und Blattachseln.
Frostspanner (Kleiner Frostspanner)
Operophtera brumata
Der Kleine Frostspanner fällt im Frühjahr durch seine grünen, beim Kriechen „Katzenbuckel“-spannenden Raupen auf, die ab dem Austrieb Knospen, Blüten und junge Blätter durchlöchern und verspinnen. Die Weibchen sind flügellos und wandern im milden Spätherbst zu Fuß die Stämme hinauf, um an den Knospen ihre Eier abzulegen. Bei Massenvermehrung bleibt von jungen Trieben nur das Blattgerippe.
Gemeine Spinnmilbe
Tetranychus urticae
Die Gemeine Spinnmilbe tritt vor allem bei trockener Hitze im Gewächshaus auf und saugt an der Blattunterseite, wodurch die Blätter zuerst hell gesprenkelt, dann fahl-bronzefarben werden und vertrocknen. Bei starkem Befall überziehen feine Gespinste die Triebspitzen. Die nur 0,5 mm kleinen Tiere vermehren sich bei Hitze rasend schnell, sodass aus wenigen Milben in zwei Wochen eine Plage werden kann.
Großer Kohlweißling
Pieris brassicae
Der Große Kohlweißling ist der auffällige weiße Falter, dessen gelb-schwarze Raupen Kohlpflanzen in kurzer Zeit bis auf die Blattrippen abfressen. Die Raupen leben gesellig, sodass eine einzige Pflanze schlagartig kahl sein kann. Verräterisch sind die gelben Eipakete und die grün-schwarzen Kotkrümel im Herz. Pro Jahr treten zwei bis drei Generationen auf.
Kartoffelkäfer
Leptinotarsa decemlineata
Der gelb-schwarz gestreifte Kartoffelkäfer und seine roten Larven können ein Kartoffelbeet in wenigen Tagen kahl fressen. Die Weibchen legen orangefarbene Eigelege auf die Blattunterseite; aus ihnen schlüpfen die gefräßigen Larven, die den größten Schaden anrichten.
Kirschessigfliege
Drosophila suzukii
Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) ist eine kleine Fruchtfliege, die im Gegensatz zu heimischen Arten auch gesunde, noch reifende Früchte mit ihrem gezähnten Legebohrer anbohrt und dort Eier ablegt. Die schlüpfenden Maden fressen im Inneren weiter, wodurch die Frucht schnell weich wird, einsinkt und zu gären beginnt. Betroffen sind vor allem dünnhäutige Beeren und Steinobst; ein Befall zeigt sich oft erst kurz vor der Ernte an matschigen Stellen und im Fruchtfleisch sichtbaren kleinen Maden.
Kirschfruchtfliege
Rhagoletis cerasi
Die Kirschfruchtfliege legt ihre Eier ab Mitte Mai in gerade gelb werdende Süßkirschen; die geschlüpfte Made frisst im Fruchtfleisch und macht die Kirsche madig und faul. Betroffen sind vor allem mittel- bis spätreifende Sorten — sehr frühe Sorten entkommen dem Flug oft. Die Fliege erkennt die Reifefarbe, weshalb gelbe Klebefallen sie anlocken.
Kleine Kohlfliege
Delia radicum
Die Kohlfliege legt ihre Eier am Wurzelhals von Kreuzblütlern ab, und die weißen Maden fressen die Wurzeln und Wurzelhälse an. Befallene Jungpflanzen welken bei Sonne trotz feuchtem Boden, verfärben sich bläulich und lassen sich leicht aus der Erde ziehen. An Kohlrabi und Radieschen entstehen korkige Fraßstellen mit Fäulnis. Die erste Generation im kühlen Frühjahr ist meist die schädlichste.
Lauchmotte
Acrolepiopsis assectella
Die Lauchmotte ist ein kleiner nachtaktiver Falter, dessen Raupen sich in die Blätter und Schäfte von Porree, Knoblauch und Zwiebeln bohren. Sie hinterlassen längliche, fensterartig durchscheinende Fraßstellen und Bohrgänge im Herz, über die häufig Fäulnis eindringt. Befallene Herzblätter knicken oder verdrehen sich. In warmen Sommern treten zwei Generationen auf.
Lilienhähnchen
Lilioceris lilii
Das Lilienhähnchen (Lilioceris lilii) ist ein auffälliger, leuchtend roter Käfer, der sich auf Lilien, Kaiserkronen und den Türkischen Drachenkopf spezialisiert hat. Sowohl die Käfer als auch ihre Larven fressen an Blättern, Trieben und Blüten, bei starkem Befall bleiben oft nur die Blattadern übrig. Erkennbar sind die Larven an ihrem schwarzbraunen, schleimigen Kotbelag, den sie sich zum Schutz auf den Rücken packen. Von April bis August legt das Weibchen orangefarbene Eier in Reihen an die Blattunterseite.
Möhrenfliege
Psila rosae
Die Möhrenfliege legt ihre Eier an den Wurzelhals von Doldenblütlern, und die Maden fressen rostbraune Gänge dicht unter der Schale der Rübe. Befallene Möhren und Pastinaken werden bitter, holzig und faulen im Lager schnell. Ein erstes Zeichen ist rötlich verfärbtes Laub. Die Fliege fliegt in zwei bis drei Generationen von Mai bis in den Herbst.
Pflaumenwickler
Grapholita funebrana
Der Pflaumenwickler ist das Pendant zum Apfelwickler an Steinobst: Der Falter legt ab Juni Eier an junge Früchte, die Raupe bohrt sich zum Stein durch und löst Gummifluss sowie vorzeitige, „falsche“ Reife mit Fruchtfall aus. Aufgeschnittene Früchte zeigen die rötliche Raupe und einen kotgefüllten Gang. Bei warmem Spätsommer folgt eine schädlichere zweite Generation im August.
Rhododendronzikade
Graphocephala fennahi
Die Rhododendronzikade (Graphocephala fennahi) ist eine auffällig türkisgrün gefärbte, orangerot gestreifte Zikade, die vom Frühsommer bis in den Herbst an Rhododendron und Azalee saugt. Ihre gelbgrünen Larven sitzen schon ab Mai auf der Blattunterseite, die springenden erwachsenen Tiere erscheinen ab Juli. Der direkte Saugschaden zeigt sich als helle, gesprenkelte Flecken auf den Blättern, die eigentliche Gefahr ist aber die Eiablage in die Knospenschuppen im Spätsommer und Herbst: Dabei gelangen Sporen des Pilzes Pycnostysanus azaleae in die Wunden, die betroffenen Blütenknospen verfärben sich braun bis schwarz und vertrocknen über Winter, bevor sie im Frühjahr aufblühen können. Am besten erkennst du den Befall an den gut sichtbaren Zikaden auf der Blattunterseite und an den geschwärzten, filzigen Knospen im Spätwinter.
Rosenblattwespen
Endelomyia aethiops
Die Larven der Schwarzen Rosenblattwespe (Endelomyia aethiops) schaben ab Ende Juni das Blattgewebe an der Blattoberseite ab und lassen nur die dünne, durchscheinende Haut der Unterseite und die Blattadern stehen. Diese fensterartigen Stellen trocknen bald braun ein, sodass befallene Blätter aus der Ferne wie versengt wirken; später kommen Löcher und Kerben am Blattrand dazu. Erkennbar sind die gelblich-grünen, nacktschneckenähnlichen Larven mit gelbbraunem Kopf, die auf der Blattoberseite von Rose, Kletterrose und Apfelrose sitzen. Die Blattwespe bildet in unseren Breiten nur eine Generation pro Jahr.