Wissensdatenbank

Krankheiten & Schädlinge

Erkenne, was deinen Pflanzen zusetzt: 70 Krankheiten, Schädlinge und Nährstoffmängel, verknüpft mit den betroffenen Pflanzen.

KrankheitmittelMai–Sep

Grauschimmel

Botrytis cinerea

Grauschimmel ist ein Schwächeparasit, der überall dort zuschlägt, wo es feucht und eng ist. Auf reifen Erdbeeren, Tomaten oder Salatköpfen bildet sich ein typischer grau-pelziger Rasen, die Früchte faulen weich. Auch Jungpflanzen können daran umkippen.

SchädlinghochMai–Sep

Großer Kohlweißling

Pieris brassicae

Der Große Kohlweißling ist der auffällige weiße Falter, dessen gelb-schwarze Raupen Kohlpflanzen in kurzer Zeit bis auf die Blattrippen abfressen. Die Raupen leben gesellig, sodass eine einzige Pflanze schlagartig kahl sein kann. Verräterisch sind die gelben Eipakete und die grün-schwarzen Kotkrümel im Herz. Pro Jahr treten zwei bis drei Generationen auf.

MangelmittelJun–Sep

Kaliummangel

Kalium-Mangel

Kaliummangel zeigt sich zuerst an älteren, unteren Blättern: Die Ränder vergilben, verbräunen und rollen sich nach oben ein, während die Blattadern noch grün bleiben. Bei Tomate bleibt die Frucht am Stielansatz oft hart und grün (Grünkragen), bei Kartoffel und Apfel wirken die Blätter vorzeitig verbrannt und brüchig. Da Kalium für den Wasserhaushalt und die Zellstabilität wichtig ist, welken betroffene Pflanzen auch bei feuchtem Boden schneller und reagieren empfindlicher auf Trockenstress und Frost.

SchädlinghochMai–Aug

Kartoffelkäfer

Leptinotarsa decemlineata

Der gelb-schwarz gestreifte Kartoffelkäfer und seine roten Larven können ein Kartoffelbeet in wenigen Tagen kahl fressen. Die Weibchen legen orangefarbene Eigelege auf die Blattunterseite; aus ihnen schlüpfen die gefräßigen Larven, die den größten Schaden anrichten.

SchädlinghochJun–Okt

Kirschessigfliege

Drosophila suzukii

Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) ist eine kleine Fruchtfliege, die im Gegensatz zu heimischen Arten auch gesunde, noch reifende Früchte mit ihrem gezähnten Legebohrer anbohrt und dort Eier ablegt. Die schlüpfenden Maden fressen im Inneren weiter, wodurch die Frucht schnell weich wird, einsinkt und zu gären beginnt. Betroffen sind vor allem dünnhäutige Beeren und Steinobst; ein Befall zeigt sich oft erst kurz vor der Ernte an matschigen Stellen und im Fruchtfleisch sichtbaren kleinen Maden.

SchädlinghochMai–Jul

Kirschfruchtfliege

Rhagoletis cerasi

Die Kirschfruchtfliege legt ihre Eier ab Mitte Mai in gerade gelb werdende Süßkirschen; die geschlüpfte Made frisst im Fruchtfleisch und macht die Kirsche madig und faul. Betroffen sind vor allem mittel- bis spätreifende Sorten — sehr frühe Sorten entkommen dem Flug oft. Die Fliege erkennt die Reifefarbe, weshalb gelbe Klebefallen sie anlocken.

SchädlinghochApr–Sep

Kleine Kohlfliege

Delia radicum

Die Kohlfliege legt ihre Eier am Wurzelhals von Kreuzblütlern ab, und die weißen Maden fressen die Wurzeln und Wurzelhälse an. Befallene Jungpflanzen welken bei Sonne trotz feuchtem Boden, verfärben sich bläulich und lassen sich leicht aus der Erde ziehen. An Kohlrabi und Radieschen entstehen korkige Fraßstellen mit Fäulnis. Die erste Generation im kühlen Frühjahr ist meist die schädlichste.

KrankheithochMai–Sep

Kohlhernie

Plasmodiophora brassicae

Kohlhernie ist eine bodenbürtige Pilzkrankheit, die von Plasmodiophora brassicae verursacht wird und alle Kohlgewächse befällt. Der Erreger dringt über die Wurzelhaare ein und lässt die Wurzeln zu knollig verdickten Wucherungen anschwellen, die den Wasser- und Nährstofftransport blockieren. Du erkennst den Befall an welkenden Pflanzen bei Sonnenschein, gestörtem Wachstum und ausbleibender Kopfbildung; beim Ausgraben zeigen sich die typischen Wurzelknollen, die später faulen. Die Sporen bleiben viele Jahre im Boden lebensfähig, deshalb ist Vorbeugung wichtiger als spätes Eingreifen.

KrankheithochMär–Mai

Kräuselkrankheit

Taphrina deformans

Die Kräuselkrankheit befällt Pfirsich und Nektarine schon beim Austrieb. Die jungen Blätter werden blasig verdickt, kräuseln sich und färben sich gelb-rot bis purpurn. Bei starkem Befall wirft der Baum die Blätter ab, treibt geschwächt neu aus und verliert deutlich an Ertrag. Die Infektion findet ausschließlich in der kühl-nassen Austriebsphase statt.

KrankheithochJun–Sep

Kraut- und Braunfäule

Phytophthora infestans

Die Kraut- und Braunfäule ist die gefürchtetste Krankheit an Tomate und Kartoffel. Bei feuchtwarmem Wetter breitet sich der Pilz rasant aus: erst braun-graue Flecken auf den Blättern, dann ein weißer Pelz auf der Unterseite, schließlich faulen Stängel und Früchte. Befallene Pflanzen sind oft innerhalb weniger Tage verloren.

SchädlingmittelMai–Sep

Lauchmotte

Acrolepiopsis assectella

Die Lauchmotte ist ein kleiner nachtaktiver Falter, dessen Raupen sich in die Blätter und Schäfte von Porree, Knoblauch und Zwiebeln bohren. Sie hinterlassen längliche, fensterartig durchscheinende Fraßstellen und Bohrgänge im Herz, über die häufig Fäulnis eindringt. Befallene Herzblätter knicken oder verdrehen sich. In warmen Sommern treten zwei Generationen auf.

KrankheitmittelJun–Okt

Lauchrost

Puccinia allii

Lauchrost ist eine Pilzkrankheit an Porree, Knoblauch, Zwiebel und Schnittlauch. Auf Blättern und Blattscheiden bilden sich leuchtend orangegelbe, längliche Sporenlager, die aufbrechen und rostfarbenes Pulver abstäuben. Bei starkem Befall vergilbt das Laub und stirbt vorzeitig ab — der Lauch bleibt verwendbar, treibt aber schwächer und bildet dünnere Stangen.

SchädlinghochApr–Aug

Lilienhähnchen

Lilioceris lilii

Das Lilienhähnchen (Lilioceris lilii) ist ein auffälliger, leuchtend roter Käfer, der sich auf Lilien, Kaiserkronen und den Türkischen Drachenkopf spezialisiert hat. Sowohl die Käfer als auch ihre Larven fressen an Blättern, Trieben und Blüten, bei starkem Befall bleiben oft nur die Blattadern übrig. Erkennbar sind die Larven an ihrem schwarzbraunen, schleimigen Kotbelag, den sie sich zum Schutz auf den Rücken packen. Von April bis August legt das Weibchen orangefarbene Eier in Reihen an die Blattunterseite.

MangelgeringJun–Sep

Magnesiummangel

Magnesium-Mangel

Bei Magnesiummangel hellt sich das Blattgewebe zwischen den Adern auf, während die Adern grün bleiben. Anders als beim Eisenmangel beginnt das an den älteren, unteren Blättern, weil die Pflanze das bewegliche Magnesium aus alten Blättern in den Neuaustrieb umlagert. Tomaten auf leichten Böden und Apfelbäume mit reichem Fruchtbehang zeigen das besonders im Hochsommer.

KrankheitmittelMai–Okt

Malvenrost

Puccinia malvacearum

Malvenrost wird durch den Pilz Puccinia malvacearum verursacht und befällt Stockrosen, Malven, Eibisch und Gemüsemalve. Du erkennst ihn an gelblichen Flecken auf der Blattoberseite, denen auf der Unterseite orangebraune Sporenpusteln gegenüberstehen. Bei starkem Befall vertrocknen die Blätter von unten nach oben und fallen vorzeitig ab, sodass die Pflanze über den Sommer zunehmend kahl wirkt.

MangelmittelMai–Aug

Manganmangel

Mangan-Mangel

Manganmangel zeigt sich als netzartige Chlorose: Die Blattadern bleiben grün, während die Flächen dazwischen hellgrün bis gelb ausbleichen. Das Schadbild tritt zuerst an den jüngeren und mittleren Blättern im oberen Triebbereich auf und ähnelt auf den ersten Blick Eisenmangel, unterscheidet sich aber durch feine braune Pünktchen im aufgehellten Gewebe. Betroffen sind vor allem Moorbeetpflanzen wie Heidelbeere, Rhododendron und Azalee sowie Reben, meist auf Böden mit zu hohem pH-Wert. Bei stärkerem Mangel bleibt der Trieb schwach und Blätter fallen vorzeitig ab.

SchädlinghochMai–Okt

Möhrenfliege

Psila rosae

Die Möhrenfliege legt ihre Eier an den Wurzelhals von Doldenblütlern, und die Maden fressen rostbraune Gänge dicht unter der Schale der Rübe. Befallene Möhren und Pastinaken werden bitter, holzig und faulen im Lager schnell. Ein erstes Zeichen ist rötlich verfärbtes Laub. Die Fliege fliegt in zwei bis drei Generationen von Mai bis in den Herbst.

KrankheitmittelJun–Sep

Möhrenschwärze (Alternaria)

Alternaria dauci

Die Möhrenschwärze wird durch den Pilz Alternaria dauci verursacht und gehört zu den häufigsten Blattkrankheiten bei Möhren und verwandten Doldenblütlern. Du erkennst sie an schwarzbraunen, unregelmäßigen Flecken auf den Blattfiedern, die sich bei feuchtem Wetter schnell ausbreiten und das Laub vertrocknen lassen. Bei starkem Befall stirbt das Kraut so weit ab, dass die Ernte erschwert wird, die Wurzel selbst bleibt meist unbeschadet.

KrankheithochJul–Okt

Monilia-Fruchtfäule

Monilia fructigena

Die Monilia-Fruchtfäule lässt reifende Früchte an Baum und Lager braun verfaulen. Auf den faulen Stellen bilden sich kreisförmig angeordnete, polsterartige Sporenlager. Der Pilz dringt fast nur durch Verletzungen ein — Wespenfraß, Hagel oder Schorfrisse sind die typischen Eintrittspforten. Die vertrockneten Fruchtmumien am Baum sind die Infektionsquelle fürs nächste Jahr.

KrankheithochMär–Mai

Monilia-Spitzendürre

Monilia laxa

Die Monilia-Spitzendürre infiziert Steinobst über die offene Blüte und wandert von dort in den Trieb. Befallene Blüten und Triebspitzen welken schlagartig und vertrocknen braun, als hätte sie Frost erwischt — daher die Verwechslung. Besonders Sauerkirschen wie die ‚Schattenmorelle’ sind anfällig, wenn es zur Blüte nasskalt ist.

KrankheithochJan, Feb, Mär, Apr, Sep, Okt, Nov, Dez

Obstbaumkrebs

Neonectria ditissima

Obstbaumkrebs wird durch den Pilz Neonectria ditissima verursacht und befällt vor allem Kernobst wie Apfel, Birne und Quitte. Typisch sind eingesunkene, ringförmige Wunden an Ästen und Trieben, um die sich die Rinde wallartig aufwölbt und in konzentrischen Schichten verdickt. Bei starkem Befall stirbt der Trieb oberhalb der Wunde ab, im Winter zeigen sich oft kleine rötliche Sporenlager auf der kranken Rinde. Auch Blüten und Früchte können faulen und zu Fruchtmumien eintrocknen.

SchädlinghochJun–Sep

Pflaumenwickler

Grapholita funebrana

Der Pflaumenwickler ist das Pendant zum Apfelwickler an Steinobst: Der Falter legt ab Juni Eier an junge Früchte, die Raupe bohrt sich zum Stein durch und löst Gummifluss sowie vorzeitige, „falsche“ Reife mit Fruchtfall aus. Aufgeschnittene Früchte zeigen die rötliche Raupe und einen kotgefüllten Gang. Bei warmem Spätsommer folgt eine schädlichere zweite Generation im August.

KrankheithochApr–Okt

Phytophthora-Wurzel- und Triebfäule

Phytophthora spp.

Phytophthora-Wurzel- und Triebfäule wird durch bodenbürtige Pilze der Gattung Phytophthora verursacht, die vor allem bei Staunässe aktiv werden. Betroffene Pflanzen welken trotz feuchtem Boden, Blätter verfärben sich fahl oder rötlich und einzelne Triebe sterben ab. Am Wurzelhals zeigt sich beim Freilegen eine dunkle, breiige Rinde mit scharfer Grenze zum gesunden Holz. Ohne Gegenmaßnahmen kann die ganze Pflanze innerhalb weniger Wochen absterben.

KrankheitmittelJun–Dez

Rhododendron-Knospenbräune

Pycnostysanus azaleae

Die Rhododendron-Knospenbräune wird durch den Pilz Pycnostysanus azaleae verursacht und befällt vor allem Rhododendron und Azalee. Betroffene Blütenknospen verfärben sich braun bis grauschwarz, vertrocknen und öffnen sich im Frühjahr nicht mehr; sie bleiben oft monatelang oder bis ins nächste Jahr am Strauch hängen. Im Herbst und Winter erkennst du den Pilz an feinen, borstenartigen schwarzen Fruchtkörpern, die aus den Knospenschuppen wachsen. Der Pilz nutzt häufig Einstichstellen der Rhododendronzikade als Eintrittspforte, deshalb tritt die Knospenbräune oft gemeinsam mit Zikadenbefall auf.