Urtica dioica
Große Brennnessel
Volksnamen: Brennnessel, Donnernessel
Foto: CC BY-SA 3.0 · Quelle
Beschreibung
Die Große Brennnessel ist weit mehr als Unkraut, die jungen Triebe ergeben ein spinatartiges, mineralstoffreiches Gemüse, die Blätter einen kräftigen Tee, und als Jauche düngt sie das halbe Beet. Eine wilde Ecke voller Brennnesseln ist außerdem Kinderstube für Schmetterlingsraupen.
Pflegehinweise
Gönne ihr eine eigene, stickstoffreiche und feuchte Ecke im Garten, denn über Wurzelausläufer breitet sie sich gern aus. Trage beim Ernten Handschuhe und schneide die obersten Triebspitzen vor der Blüte ab. Für Jauche setzt du ein Kilo Frischkraut auf zehn Liter Wasser an und lässt es etwa zwei Wochen gären.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, feucht, nährstoffreich
Du brauchst einen nährstoffreichen, humosen bis lehmigen Boden, der gleichmäßig feucht bleibt, aber keine Staunässe bildet. Die Brennnessel ist ein klassischer Stickstoffzeiger: Wo sie kräftig wächst, ist der Boden besonders nährstoffreich.
Düngung
Starkzehrer
Monate
Mär–Apr
Arbeite im Frühjahr vor dem Austrieb reifen Kompost flach in die Bodenoberfläche ein. Auf mageren Böden hilft zusätzlich eine stickstoffbetonte organische Gabe wie Hornspäne; auf nährstoffreichem Gartenboden reicht meist die jährliche Kompostgabe.
Überwinterung
Die Große Brennnessel ist vollständig winterhart und braucht keinen Schutz. Schneide die oberirdischen Triebe nach dem ersten Frost bodennah zurück — das tiefreichende Rhizom überdauert den Winter problemlos im Boden und treibt im Frühjahr zuverlässig neu aus. Damit sie sich nicht unkontrolliert ausbreitet, kannst du die Ausläufer mit einer Rhizomsperre oder durch regelmäßiges Herausstechen im Zaum halten.
Vermehrung
Methoden
- Aussaat
- Stecklinge
- Teilung
Die Brennnessel lässt sich auf drei praktikable Wege vermehren: durch Aussaat, durch Stecklinge und durch Wurzelteilung.
Aussaat: Brennnesselsamen sind Lichtkeimer – du drückst die feinen Samen nur leicht auf die Erdoberfläche, ohne sie zu bedecken. Aussaatzeit ist von Ende März bis Mitte Mai; du kannst direkt ins Beet säen oder in kleinen Töpfen vorziehen. Eine Herbstaussaat ins Freiland gelingt ebenfalls. Die Keimung setzt ab etwa 10 °C ein, am gleichmäßigsten bei rund 15–20 °C, und dauert etwa 10–14 Tage. Halte die Saat in dieser Zeit feucht. Reifen Samen sammelst du zwischen Juli und Herbst, wenn sich die Rispen bräunlich verfärben – am besten vor dem natürlichen Ausfallen.
Stecklinge: Im Frühjahr bis Frühsommer, wenn die Pflanze kräftig treibt, schneidest du etwa 10 cm lange Triebstücke knapp unterhalb eines Blattknotens. Setze den Steckling so in ein feuchtes, durchlässiges Substrat, dass der Knoten bedeckt ist – dort bilden sich die Wurzeln. Bei gleichmäßiger Feuchte und Wärme bewurzeln die Stecklinge zügig innerhalb von rund zwei Wochen. (Trage beim Schneiden Handschuhe.)
Wurzelteilung (Rhizome/Ausläufer): Das ist die schnellste Methode, wenn du bereits einen Bestand hast. Im Frühjahr oder Herbst gräbst du ein Stück Rhizom aus und schneidest es in etwa 8–10 cm lange Abschnitte mit ein paar Wurzelknoten. Diese setzt du flach und rund 40 cm voneinander entfernt in die Erde und hältst sie feucht, bis neue Triebe erscheinen. Wurzelteilungen wachsen fast immer an. Achte darauf, dass sich Brennnesseln über Wurzelausläufer und Bodentriebe stark ausbreiten – eine eingegrabene Wurzelsperre hilft, den Bestand zu begrenzen.
Mischkultur
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
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