Solanum lycopersicum
Tomate
Volksnamen: Paradeiser, Liebesapfel
Foto: User:Luigi Chiesa · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Beschreibung
Die Tomate ist die beliebteste Kübel- und Beetfrucht im Hausgarten und stammt ursprünglich aus den Anden. Aus einem Korn ziehst du über den Sommer kiloweise Früchte, von der robusten Stabtomate bis zur Cherrytomate ‚Sungold’ oder der alten Sorte ‚Berner Rose’.
Pflegehinweise
Pflanze sie erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai · KW 20) an einen warmen, möglichst regengeschützten Platz. Gieße morgens direkt an die Wurzel, nie über die Blätter, und brich bei Stabtomaten regelmäßig die Geiztriebe aus. Eine Mulchschicht hält den Boden feucht und beugt Braunfäule vor.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, durchlässig, nährstoffreich
Tomaten wollen einen tiefgruendigen, lockeren, humusreichen Lehmboden, der gut durchlaessig ist und sich im Fruehjahr schnell erwaermt. Staunaesse vertraegst du schlecht, sorge fuer gute Drainage und einen pH-Wert zwischen 6,0 und 6,8, sonst leidet die Calcium-Aufnahme (Bluetenendfaeule).
Nachtschattengewächse (Tomate, Kartoffel, Paprika) starkzehrend und krankheitsanfällig — mindestens 4 Jahre Pause am selben Beet beugt Bodenmüdigkeit und Braunfäule vor.
Düngung
Starkzehrer
Monate
Apr–Aug
Vor dem Auspflanzen im Fruehjahr arbeitest du reifen Kompost flach in die Beeterde ein und harkst Hornspaene als Langzeit-Stickstoffquelle locker unter. Frischen Mist oder rohen Frischkompost vermeidest du direkt vor dem Pflanzen. Ab etwa zwei Wochen nach dem Einpflanzen versorgst du die Pflanze regelmaessig fluessig, etwa mit verduennter Brennnesseljauche oder Komposttee. Ab Bluete und Fruchtansatz im Sommer duengst du haeufiger und kaliumbetont, damit die Fruechte gut ausreifen. Nach der Haupternte im Herbst stellst du das Duengen ein.
Überwinterung
Die Tomate ist bei uns einjährig und stirbt beim ersten Frost ab — du brauchst nichts weiter zu tun, als im Frühjahr neu auszusäen oder Jungpflanzen ab Februar drinnen vorzuziehen. Nur wenn du eine besondere Sorte oder Kübelpflanze retten willst, schneidest du sie im Herbst kräftig zurück und stellst sie hell und frostfrei bei rund 10-15 °C auf, gießt sparsam und düngst nicht.
Vermehrung
Methoden
- Aussaat
- Stecklinge
Aussaat (Hauptmethode): Säe Tomatensamen zwischen Ende Februar und Ende März vor. Fülle Anzuchttöpfe oder -schalen mit feiner Aussaaterde und bedecke die Samen nur etwa 0,5 cm dünn – Tomaten sind Lichtkeimer, deshalb dürfen die Samen nicht zu tief liegen. Halte die Erde gleichmäßig feucht und schaffe mit einer Abdeckfolie oder einem Anzuchtdeckel ein warmes Kleinklima. Bei 20–22 °C zeigen sich die ersten Keimlinge nach etwa 10 Tagen. Stelle die Schale ab der Keimung an einen sehr hellen Ort – zu wenig Licht bei zu viel Wärme führt sonst zu langen, schwachen „vergeilten" Trieben. Sobald die Sämlinge zwei bis drei echte Blätter haben, pikierst du sie einzeln in nährstoffreichere Erde um. Wichtig: Nur samenfeste Sorten eignen sich für die Samengewinnung zur Weitervermehrung – bei F1-Hybriden sind die Nachkommen nicht sortenecht. Setze die Jungpflanzen erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai) ins Freiland oder Gewächshaus.
Stecklinge aus Geiztrieben (sortenechte Schnellvermehrung): Von Mai bis Ende August kannst du beim Ausgeizen anfallende Geiztriebe direkt als Stecklinge nutzen. Wähle kräftige Triebe von etwa 15–20 cm Länge, entferne die unteren Blätter und stelle den Steckling in ein Glas Wasser an einen warmen, halbschattigen Ort. Nach etwa einer bis zwei Wochen bilden sich Wurzeln – sobald sie einige Zentimeter lang sind, topfst du den Steckling in Anzuchterde um und setzt ihn dabei ruhig tief, bis fast zu den ersten Blättern, für einen stabilen Stand. Alternativ steckst du den Trieb direkt in feuchte Erde und deckst den Topf mit einer durchsichtigen Haube ab, die du täglich kurz lüftest. Die Stecklinge sind genetisch identisch mit der Mutterpflanze und damit sortenecht – ideal, um eine bewährte Sorte schnell zu vervielfältigen oder die Saison zu verlängern.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Spargelgewächse (Asparagaceae)
besonders bewährtSpargel und Tomate profitieren voneinander. Die Tomate hält den Spargelkäfer fern, der Spargel wehrt Fadenwürmer ab, die der Tomate schaden.
Zum Beispiel FunkieBlausternTraubenhyazintheHyazintheAmerikanische Agave
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Lippenblütler (Lamiaceae)
besonders bewährtBasilikum neben Tomate und Paprika verbessert nachweislich den Geschmack und hält Weiße Fliege und Blattläuse fern.
Zum Beispiel LavendelThymianRosmarinSalbeiYsopBohnenkraut und 25 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Raublattgewächse (Boraginaceae)
Borretsch lockt Bestäuber an und soll den Tomatenschwärmer von den Nachtschattengewächsen fernhalten.
Zum Beispiel Echtes LungenkrautNatternkopfSumpf-VergissmeinnichtVergissmeinnicht
Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis
Lieber nicht
Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Zwiebeln bremsen neben Kartoffeln und Tomaten das Wachstum der Nachtschattengewächse, die klassische Fruchtfolge-Regel gilt auch im Beet nebeneinander.
Zum Beispiel KnoblauchSpeisezwiebelNarzisseElefantenknoblauchRote ZwiebelSchalotte und 8 weitere Arten im Katalog
Quelle: Fruchtfolge-Grundregel
Korbblütler (Asteraceae)
Sonnenblumen geben Stoffe an den Boden ab, die das Knollenwachstum der Kartoffel hemmen, und konkurrieren zusätzlich um Wasser und Nährstoffe.
Zum Beispiel SonnenblumeEchte KamilleEichblattsalatEissalatGewöhnlicher SonnenhutHerbstaster und 49 weitere Arten im Katalog
Quelle: Fruchtfolge-Grundregel
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
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Sorten
16 Sorten‚Berner Rose‘
Eine der beliebtesten Fleischtomaten für den Hausgarten, rosa-rote, weichschalige Früchte mit wenig Kernen und einem vollen, süß-würzigen Aroma.
‚Black Krim‘
Eine dunkle Fleischtomate von der Halbinsel Krim, die Früchte färben sich bei Sonne braun-violett mit grünen Schultern…
‚Celsior‘
Eine moderne Cocktailtomate (F1-Hybride) mit ausgeprägter Braunfäule-Toleranz, gezüchtet für robusten Freilandanbau im Topf oder Beet.
‚De Berao‘
Eine wüchsige, spät reifende Sorte aus Osteuropa, bekannt für ihre Widerstandskraft und Robustheit auch bei schwierigem…
‚Dorenia‘
Eine moderne, braunfäuletolerante Stabtomate (F1-Hybride), die speziell für den ungeschützten Freilandanbau gezüchtet…
‚Gelbe Johannisbeere‘
Die gelbe Schwester der *‚Rote Murmel’*, eine Wildtomate mit winzigen, goldgelben Früchten in unzähligen kleinen…
‚Green Zebra‘
Eine auffällige Sorte mit grün-gelb gestreifter Schale, die auch reif grün bleibt, der Reifepunkt verrät sich nur durch…
‚Harzfeuer‘
Eine zuverlässige, frühe Salattomate (F1-Hybride) für Garten und Gewächshaus, rundliche, mittelgroße Früchte, die schon…
‚Matina‘
Eine alte, sehr frühe Salattomate mit fein gefiedertem, kartoffelblättrigem Laub, eines ihrer Erkennungsmerkmale.
‚Ochsenherz‘
Die große, herzförmige Fleischtomate (italienisch *Cuore di bue*), Früchte von 200 bis 400 Gramm mit dichtem, saftarmem…
‚Philovita‘
Eine moderne Cocktail- bzw. Cherrytomate (F1-Hybride) mit einer der besten Braunfäule-Toleranzen am Markt, ideal, wenn du im Freiland ohne Dach gärtnerst.
‚Rote Murmel‘
Eine echte Wildtomate (Johannisbeertomate) mit unzähligen winzigen, erbsengroßen Früchten, robust, anspruchslos und…
‚San Marzano‘
Die klassische italienische Flaschen- bzw. Eiertomate für Sugo und Konserven, längliche, festfleischige Früchte mit…
‚Sungold‘
Eine orangegelbe Cherrytomate (F1-Hybride), die für ihren außergewöhnlich süßen, fast tropischen Geschmack berühmt ist…
‚Tigerella‘
Eine frühe, dekorative Salattomate mit rot-orange gestreifter Schale, die im reifen Zustand wie ein kleiner Tiger gemustert ist.
‚Yellow Submarine‘
Eine kleine, leuchtend gelbe Birnen- bzw. Flaschentomate, die in dichten Rispen reift und durch ihre fröhliche Farbe und Form auffällt.
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