Solanum tuberosum
Kartoffel
Volksnamen: Erdapfel, Grundbirne
Foto: CC BY-SA 2.0 · Quelle
Beschreibung
Die Kartoffel ist die ertragreichste Knolle im Hausgarten und ein dankbarer Boden-Lockerer in der Fruchtfolge. Aus einer Pflanzknolle werden bis zur Ernte ein ganzer Eimer voll, ein Klassiker, der auch Kindern Freude macht.
Pflegehinweise
Lege die vorgekeimten Knollen ab April etwa eine Handbreit tief in lockere Erde und häufle die Pflanzen an, sobald sie 20 cm hoch sind, das schützt die Knollen vor Licht und Grünfärbung. Halte sie in Trockenphasen feucht; geerntet wird, wenn das Kraut abgestorben ist.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
sandig, lehmig, humos, durchlässig, nährstoffreich
Gib der Kartoffel einen lockeren, tiefgründigen und gut durchlässigen Boden – schwere, verdichtete Tonböden behindern die Knollenbildung und erschweren die Ernte. Halte den Boden leicht sauer (pH etwa 5,0–6,5) und kalke im Jahr vor dem Anbau nicht auf: Ein zu hoher pH-Wert fördert den Gewöhnlichen Kartoffelschorf. Sandiger Lehm oder humoser Sand erwärmt sich im Frühjahr schnell und ist ideal; Staunässe musst du unbedingt vermeiden.
Nachtschattengewächse (Tomate, Kartoffel, Paprika) starkzehrend und krankheitsanfällig — mindestens 4 Jahre Pause am selben Beet beugt Bodenmüdigkeit und Braunfäule vor.
Düngung
Starkzehrer
Monate
Mär–Apr
Arbeite im Herbst vor dem Anbau reifen Kompost oder gut verrotteten Stallmist flach ein – die Nährstoffe stehen dann im Frühjahr bereit. Frischen Mist solltest du meiden, weil er Krankheiten begünstigt. Im zeitigen Frühjahr, kurz vor dem Legen, arbeitest du zusätzlich Hornspäne oder Hornmehl flach ein, um die Startversorgung mit Stickstoff zu sichern. Beim Anhäufeln kannst du erneut etwas reifen Kompost in die Dämme geben.
Überwinterung
Hol die Kartoffeln vor dem ersten Frost komplett aus dem Boden — im Boden erfrieren die Knollen und faulen. Lagere sie danach kühl, dunkel, trocken, luftig und frostfrei (z. B. Keller), Saatknollen separat; im Frühjahr setzt du neu, denn Kartoffel wird im Garten einjährig gezogen.
Vermehrung
Methoden
- Kindel
- Stecklinge
Die Kartoffel wird im Hausgarten fast ausschließlich vegetativ vermehrt — das sichert Sortenreinheit und liefert bereits im ersten Jahr einen vollwertigen Ertrag.
Pflanzkartoffeln (Tochterknollen): Nach der Ernte legst du gesunde, mittelgroße Knollen (idealerweise 3–4 cm Durchmesser) von deinen ertragreichsten Pflanzen beiseite. Lagere sie kühl, dunkel und trocken bis zum Winter, dann ab Januar an einem hellen, kühlen Ort (10–15 °C), damit kurze, kräftige Keime entstehen. Sehr große Knollen kannst du kurz vor dem Legen mit einem sauberen Messer in Stücke schneiden — jedes Stück braucht mindestens ein „Auge". Ende März bis Mitte April (wenn kein Bodenfrost mehr droht) kommen die vorgekeimten Knollen 10–15 cm tief und 30–40 cm Abstand in die Erde.
Triebstecklinge (bei raren Sorten oder Saatgutmangel): Keime eine Handvoll Knollen ab Februar bei warmem Licht vor. Wenn die Triebe 5–8 cm lang sind, schneidest du sie knapp über dem Ansatz ab und steckst sie in feuchte Anzuchterde. An einem warmen, hellen Platz bewurzeln sie sich innerhalb von zwei Wochen und können dann wie normale Jungpflanzen weitergezogen werden. Diese Methode lohnt sich besonders, wenn du von einer seltenen Sorte nur wenig Ausgangsmaterial hast.
Tipp gegen Virenbelastung: Lege die für die Weitervermehrung bestimmten Knollen nach der Ernte ein bis zwei Tage ans Licht, bevor du sie einlagerst — so bleiben deine Pflanzkartoffeln über die Jahre vitaler. Aus echtem Samen (TPS) lohnt sich die Vermehrung im Hausgarten nicht: Die Sämlinge sind nicht sortenecht und bilden im ersten Jahr nur winzige Knollen.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Spargelgewächse (Asparagaceae)
besonders bewährtSpargel und Tomate profitieren voneinander. Die Tomate hält den Spargelkäfer fern, der Spargel wehrt Fadenwürmer ab, die der Tomate schaden.
Zum Beispiel FunkieSpargelBlausternTraubenhyazintheHyazintheAmerikanische Agave
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Lippenblütler (Lamiaceae)
besonders bewährtBasilikum neben Tomate und Paprika verbessert nachweislich den Geschmack und hält Weiße Fliege und Blattläuse fern.
Zum Beispiel LavendelThymianBasilikumRosmarinSalbeiYsop und 30 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Raublattgewächse (Boraginaceae)
Borretsch lockt Bestäuber an und soll den Tomatenschwärmer von den Nachtschattengewächsen fernhalten.
Zum Beispiel BorretschEchter BeinwellEchtes LungenkrautNatternkopfSumpf-VergissmeinnichtVergissmeinnicht
Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis
Lieber nicht
Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Zwiebeln bremsen neben Kartoffeln und Tomaten das Wachstum der Nachtschattengewächse, die klassische Fruchtfolge-Regel gilt auch im Beet nebeneinander.
Zum Beispiel KnoblauchPorreeSchnittlauchNarzisseRocamboleElefantenknoblauch und 7 weitere Arten im Katalog
Quelle: Fruchtfolge-Grundregel
Korbblütler (Asteraceae)
Sonnenblumen geben Stoffe an den Boden ab, die das Knollenwachstum der Kartoffel hemmen, und konkurrieren zusätzlich um Wasser und Nährstoffe.
Zum Beispiel KopfsalatEchte KamilleEichblattsalatEissalatGewöhnlicher SonnenhutHerbstaster und 50 weitere Arten im Katalog
Quelle: Fruchtfolge-Grundregel
Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)
Kartoffel und Gurke teilen sich Krankheitserreger wie die Kraut- und Braunfäule und stehen sich als Starkzehrer im Weg.
Zum Beispiel Mexikanische MinigurkeInka-GurkeBittermeloneChayoteFeigenblattkürbisFlaschenkürbis und 3 weitere Arten im Katalog
Quelle: Fruchtfolge-Grundregel
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
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Sorten
12 Sorten‚Ackersegen‘
Eine robuste alte Lagersorte, die über Jahrzehnte als verlässliche Winterkartoffel diente.
‚Annabelle‘
Eine moderne, sehr frühe Salatkartoffel, die schon bald nach den Eisheiligen erste zarte Knollen liefert.
‚Bamberger Hörnchen‘
Eine fränkische Raritätensorte, deren längliche, oft gekrümmte Knollen ihr den Namen geben.
‚Bintje‘
Eine der bekanntesten Kartoffeln Europas und in Belgien und den Niederlanden die klassische Pommes-frites-Sorte.
‚Blauer Schwede‘
Eine alte blaufleischige Sorte, deren Knollen außen tiefblau-violett und innen durchgehend blau-violett gefärbt sind, ein echter Hingucker auf dem Teller.
‚Cilena‘
Eine festkochende Sorte mit länglich-ovalen, gelbfleischigen Knollen und glatter Schale.
‚Laura‘
Eine vorwiegend festkochende Sorte, die durch ihre rote Schale und das tiefgelbe Fleisch auffällt.
‚Linda‘
Ein Klassiker unter den festkochenden Speisekartoffeln, der dank seines feinen Aromas eine treue Fangemeinde hat, so…
‚Nicola‘
Eine bewährte festkochende Sorte mit länglichen, gleichmäßigen Knollen und tiefgelbem Fleisch.
‚Sárpo Mira‘
Eine moderne ungarische Züchtung, die für ihre außergewöhnlich hohe Widerstandskraft gegen Kraut- und Knollenfäule…
‚Sieglinde‘
Eine der ältesten noch angebauten deutschen Frühkartoffeln und über Generationen ein fester Begriff in der Küche.
‚Vitelotte‘
Eine alte französische Trüffelkartoffel mit länglich-knubbeligen Knollen, deren dunkelviolette Schale ein intensiv blau-violettes Fleisch verbirgt.
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