Atriplex hortensis
Gartenmelde
Volksnamen: Spanischer Spinat, Gartenmelde Rot
Beschreibung
Die Gartenmelde ist ein altes Blattgemüse, das wie ein milderer Spinat schmeckt und ohne zu schießen den Frühsommer übersteht. Die rotlaubigen Sorten wie ‚Rubra' setzen mit ihren weinroten Blättern dekorative Akzente im Beet und im Salat. Sie wird über einen Meter hoch und liefert dir früh in der Saison reichlich Erntegut.
Pflegehinweise
Säe ab März direkt ins Beet, Gartenmelde keimt schon bei kühlen Temperaturen. Halte den Boden gleichmäßig feucht und ernte die jungen Blätter laufend von unten nach oben. Schneide die ersten Blütenstände aus, wenn du die Ernteperiode verlängern willst, oder lass die Pflanze für die Selbstaussaat stehen.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
humos, durchlässig, nährstoffreich
Gartenmelde ist sehr bodentolerant und gedeiht auf durchlässigen, humosen, frisch-feuchten Böden am besten. Staunässe meidet sie, leichte Sandböden verträgt sie bei genug Humus; den pH-Bereich nimmt sie sehr weit – von leicht sauer bis deutlich kalkhaltig.
Gänsefußgewächse (Rote Bete, Mangold, Spinat) mittelzehrend — rund 3 Jahre Pause reichen, vermeide direkte Abfolge innerhalb der Gruppe.
Düngung
Schwachzehrer
Monate
Mär–Apr
Im Frühjahr vor der Aussaat reifen Kompost flach einarbeiten – das reicht für einen guten Start. Auf sehr mageren Böden kannst du zusätzlich etwas Hornspäne flach unterhacken. Verzichte auf kräftige Stickstoffgaben, denn darauf reagiert die Gartenmelde mit erhöhter Krankheits- und Schädlingsanfälligkeit.
Überwinterung
Gartenmelde ist einjährig und stirbt im Herbst nach der Samenreife komplett ab — es gibt nichts zu überwintern. Lass im Spätsommer ein paar Pflanzen ausreifen und ernte die Samen oder lass sie sich selbst aussäen; ab März säst du dann neu ins Freiland.
Vermehrung
Methoden
- Aussaat
Gartenmelde vermehrst du ausschließlich über Samen — als einjährige Pflanze bildet sie keinen ausdauernden Wurzelstock, keine Ausläufer und kein teilbares oder holziges Gewebe, vegetative Methoden sind also keine Option. Die Direktaussaat ins Freiland gelingt zeitig, ab März, sobald der Boden offen ist; die Keimlinge vertragen leichte Fröste. Säe flach (etwa 1–2 cm tief, nur dünn mit Erde bedecken) in Reihen mit rund 40 cm Abstand und dünne in der Reihe später auf etwa 20 cm aus. Bis in den August kannst du etwa alle vier Wochen nachsäen, um laufend zarte Jungblätter ernten zu können. Die Keimung ist zügig und dauert bei rund 10–20 °C meist 7–14 Tage. Für eigenes Saatgut lässt du einzelne kräftige Pflanzen bis zur Samenreife im Spätsommer (etwa August/September) stehen, streifst die trockenen Samenstände ab und lagerst die Samen kühl, trocken, dunkel und luftig, damit nichts schimmelt. Am besten keimt frisches Saatgut: Die Keimkraft lässt schon ab dem zweiten Jahr deutlich nach und ist nach drei bis vier Jahren kaum noch brauchbar — säe von älterem Saatgut entsprechend dichter. Beachte, dass sich Gartenmelde leicht mit Wild- und anderen Melden-Arten kreuzt; für sortenreine Nachzucht (z. B. rote Formen) hilft räumliche Isolation. Lässt du einige Pflanzen aussamen, erscheinen im Folgejahr zuverlässig Selbstaussaat-Jungpflanzen — praktisch, aber auch reichlich.
Mischkultur
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
Erfahrungen aus echten Gärten
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