Punica granatum
Granatapfel
Volksnamen: Granatapfelbaum, Grenadine
Foto: H. Zell · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Beschreibung
Der Granatapfel ist ein laubabwerfender Strauch mit feurig orangeroten Trichterblüten im Sommer und ledrigen Früchten voller saftig-süßsaurer Samenperlen. In milden Weinbauklimaten kann er ausreifen, in den meisten DACH-Lagen bleibt er ein Kübelpflanze, deren Früchte nur in langen, warmen Sommern voll reifen. Härtere Sorten überstehen im geschützten Stand leichte Fröste, jung sollte er aber frostfrei überwintern.
Pflegehinweise
Stelle den Granatapfel ab Mitte Mai (KW 20) vollsonnig und warm nach draußen, eine Südwand speichert die nötige Wärme. Gieße durchdringend, lasse die Erde aber zwischendurch abtrocknen. Dünge von April bis August mäßig. Überwintere ihn kühl bei 0 bis 8 Grad, da er als Laubabwerfer dann auch dunkel stehen darf. Schneide im Frühjahr (März · KW 12) auslichtend, bevor er austreibt.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
sandig, lehmig, durchlässig, kalkliebend
Gib dem Granatapfel einen sehr gut durchlässigen, sandig-lehmigen Boden in voller Sonne — Staunässe ist die größte Gefahr und führt schnell zu Wurzelfäule. Er ist kalkverträglich und kommt auch mit neutralen bis leicht alkalischen Böden gut zurecht, ist also kein Säureliebhaber. Im Kübel eine durchlässige, humose Mischung mit kräftiger Drainageschicht wählen.
Düngung
Mittelzehrer
Monate
Mär–Aug
Arbeite im Frühjahr (März/April) reifen Kompost und Hornspäne flach im Wurzelbereich ein. Von Mai bis August während Wachstum und Blüte regelmäßig mit organischem Material nachversorgen, dabei nicht zu stickstoffbetont — zu viel Stickstoff treibt Blätter auf Kosten von Blüten und Früchten. Ab Ende August nicht mehr düngen, damit die Triebe ausreifen und die Pflanze sich auf den Winter einstellt.
Überwinterung
Hol den Granatapfel im Kübel ab Oktober ins helle oder dunkle, frostfreie Winterquartier (Keller, Garage) bei wenigen Grad über null, gieße nur sparsam und lass die Erde nicht ganz austrocknen. Frühestens nach den Eisheiligen Mitte Mai darf er wieder raus; nur in milden Weinbaulagen gelingt mehrjährig Eingewurzeltes im Freiland mit dicker Laub-Reisig-Mulchschicht und Vlies um die Krone.
Vermehrung
Methoden
- Stecklinge
- Absenker
- Aussaat
Stecklinge (bevorzugte Methode): Schneide im späten März oder frühen April halbverholzte Seitentriebe des Vorjahres, etwa 10–15 cm lang, direkt unter einem Blattknoten. Entferne die unteren Blätter und stecke die Triebe 5–7 cm tief in ein feuchtes, durchlässiges Substrat aus Sand und Anzuchterde. Halte es gleichmäßig leicht feucht und stelle die Töpfe warm und hell, aber ohne direkte Mittagssonne; eine übergestülpte Folie oder Haube hält die Luftfeuchte hoch. Nach etwa 6–8 Wochen haben sich in der Regel erste Wurzeln gebildet; sobald neue Blätter austreiben, kannst du in nährstoffreichere Erde umtopfen. Holzstecklinge aus dem Winterschnitt (Januar–Februar, fingerdicke, unbelaubte Triebe, ca. 20 cm lang) sind ebenfalls möglich und bewurzeln im Frühjahr zuverlässig.\n\nAbsenker (Luftabsenker): Wähle einen kräftigen, 2–3-jährigen Zweig. Ringe die Rinde auf etwa 3–4 cm Breite ab, feuchte die Stelle an und umhülle sie mit feuchtem Kokosmark oder Moos, das du mit Folie luftdicht einbindest. Nach einigen Wochen bilden sich an der Stelle Wurzeln; dann kannst du den Absenker direkt unterhalb der Verwurzelung abtrennen und eintopfen. Diese Methode ist besonders für ältere Pflanzen geeignet, bei denen Stecklinge schwieriger anwachsen.\n\nAussaat: Spüle die Samen aus frischen Früchten sauber und weiche sie etwa 12–24 Stunden in zimmerwarmem Wasser ein. Säe von Februar bis März aus und drücke die Samen nur leicht auf feuchte Anzuchterde – Granatapfelsamen sind Lichtkeimer und werden nur ganz dünn bedeckt. Eine Folie oder Haube hält die Feuchtigkeit; bei über 20 °C dauert die Keimung etwa 3–6 Wochen. Beachte: Aus Samen gezogene Pflanzen blühen und fruchten oft erst nach vielen Jahren (bis zu 10) und entsprechen nicht zwingend der Mutterpflanze (nicht sortenecht). Für Zierformen oder zum Experimentieren ist die Aussaat trotzdem reizvoll.
Mischkultur
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
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