Paeonia officinalis
Pfingstrose
Volksnamen: Echte Pfingstrose, Bauernpfingstrose, Gemeine Pfingstrose
Foto: Franz Xaver · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Beschreibung
Die Pfingstrose ist eine treue Bauerngarten-Staude, die mit den Jahren immer üppiger blüht und ein ganzes Menschenleben am selben Platz ausharren kann. Ihre prall gefüllten, oft kräftig roten Blüten erscheinen pünktlich um Pfingsten herum im Mai und Juni und duften zart. Einmal richtig gesetzt, will sie vor allem in Ruhe gelassen werden.
Pflegehinweise
Pflanze die Pfingstrose im September (KW 38) an einen sonnigen Platz und setze die Knospen nur etwa drei Zentimeter tief, zu tief gepflanzt verweigert sie die Blüte. Verzichte aufs Umpflanzen, das nimmt sie übel. Schneide das Laub erst im Spätherbst (November · KW 45) bodennah ab und stütze die schweren Blütenstände bei Regen mit einem Staudenring.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, durchlässig, nährstoffreich
Pfingstrosen wollen tiefgründigen, lockeren, lehmig-humosen Boden mit guter Drainage — Staunässe ist die häufigste Ursache für schlechtes Anwachsen. Lockere den Boden vor dem Pflanzen tief auf; auf schwerem Ton hilft grober Sand, auf leichtem Sand etwas reifer Kompost. Setze die Augen (Triebknospen) nur 3–5 cm unter die Erdoberfläche — zu tiefes Pflanzen ist der häufigste Grund, warum eine Pfingstrose nicht blüht.
Düngung
Mittelzehrer
Monate
Mär, Apr, Jul
Pfingstrosen brauchen wenig — sie sind eher mäßige Zehrer und reagieren auf zu viel Stickstoff mit viel Laub statt Blüten. Im Frühjahr, sobald die roten Triebspitzen erscheinen (März/April), arbeitest du etwas reifen Kompost flach um die Pflanze ein und harkst Hornspäne leicht in die oberste Bodenschicht — das versorgt sie langsam bis zur Blüte. Nach der Blüte (Juli) reicht eine dünne Mulchschicht aus reifem Kompost, damit die Pflanze Blütenanlagen fürs Folgejahr bildet. Dünge nicht im Herbst, das regt unerwünschtes Wachstum kurz vor dem Winter an.
Überwinterung
Die Bauern-Pfingstrose ist voll winterhart und braucht im DACH-Tiefland keinen Schutz; nur frisch gepflanzte Exemplare deckst du im ersten Winter locker mit Reisig ab. Schneide das welke Laub im Herbst nach dem ersten Frost an einem trockenen Tag bodennah zurück und entferne es, damit Pilze keinen Überwinterungsort finden.
Vermehrung
Methoden
- Teilung
- Aussaat
Die bewährteste Methode für Paeonia officinalis ist die Wurzelteilung im frühen Herbst, am besten von Anfang September bis Ende Oktober, wenn die Pflanze in die Ruhephase geht. Stich den Wurzelballen großzügig mit dem Spaten aus und hebe die ganze Pflanze heraus. Teile den Wurzelballen mit einem scharfen Messer so, dass jedes Teilstück mindestens 3–5 der typisch roten Triebknospen ("Augen") trägt. Pflanze die Teilstücke sofort an einem sonnigen Standort in lockeren, gut durchlässigen Boden ein — die Augen dürfen nur etwa 3–5 cm unter der Erdoberfläche liegen. Zu tief gepflanzte Pfingstrosen treiben viel Laub, aber kaum oder keine Blüten. Nach ein bis zwei Jahren blühen die Teilstücke in der Regel wieder. Echte Stecklinge funktionieren bei der Staudenpfingstrose nicht, da sie keine verholzenden Triebe bildet — Teilung ist hier der zuverlässige Weg.
Die Aussaat ist möglich, aber sehr zeitaufwändig: Frische Samen direkt nach der Reife im Spätsommer aussäen, denn frische Samen keimen deutlich besser als getrocknete. Pfingstrosensamen sind Kaltkeimer mit einer doppelten Keimhemmung — eine harte Samenschale und keimhemmende Stoffe verzögern die Keimung, die oft erst nach dem zweiten Winter erfolgt. Halte das Substrat dauerhaft leicht feucht und gib der Aussaat Geduld. Sämlinge blühen erst nach etwa 4–7 Jahren, und bei Sorten sind die Nachkommen meist nicht sortenecht. Die Aussaat lohnt daher hauptsächlich für Wildtypen oder zur Neuzüchtung.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
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