Ribes rubrum
Rote Johannisbeere
Volksnamen: Ribisel, Träuble
Foto: Ivar Leidus · CC BY-SA 4.0 · Quelle
Beschreibung
Die Rote Johannisbeere trägt ab Ende Juni glänzende, säuerlich-frische Beeren in Trauben, ideal für Gelee, Saft und Kuchen. Sie ist anspruchslos, sehr winterhart und liefert schon im zweiten Standjahr verlässlich Ertrag. Sorten wie ‚Jonkheer van Tets’ reifen früh und reichlich.
Pflegehinweise
Pflanze den Strauch im Herbst (Oktober · KW 42) an einen halbschattigen bis sonnigen Platz mit humosem Boden. Schneide jährlich im Winter die ältesten Triebe bodennah heraus, denn rote Johannisbeeren fruchten am mehrjährigen Holz, halte etwa acht bis zehn Leittriebe verschiedenen Alters. Mulche flach, weil die Wurzeln dicht unter der Oberfläche liegen.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, feucht, durchlässig, nährstoffreich
Pflanz die Rote Johannisbeere in mittelschweren, humusreichen Boden, der Feuchtigkeit gut hält, aber keine Staunässe bildet — auf schweren Tonböden sorgst du für Abzug. Als Flachwurzler reagiert sie empfindlich auf Verdichtung: lockere die Erde nur oberflächlich und halte sie mit einer Mulchschicht aus Rasenschnitt feucht.
Düngung
Mittelzehrer
Monate
Feb, Mär, Apr, Nov
Düngst du organisch und früh, weil der Austrieb zeitig einsetzt: Bring im Spätherbst reifen Kompost rund um den Strauch flach ein, damit er über den Winter verfügbar wird. Im zeitigen Frühjahr folgt die Hauptgabe aus Kompost oder gut verrottetem Stallmist, ergänzt um Hornspäne für den frühen Stickstoffbedarf. Eine dünne Mulchschicht zwischen den Gaben hält die Feuchte und liefert laufend Nährstoffe nach. Halte den Stickstoff maßvoll — zu viel fördert Blattmasse statt Früchte.
Schnitt
Rote Johannisbeere trägt an zwei- bis dreijährigem Holz und kurzen Fruchtspießen — entferne im Spätwinter (Februar bis Anfang März, am laublosen Strauch gut überschaubar) jährlich 3–4 der ältesten Gerüstäste über 4–5 Jahre bodennah und lass junge Triebe nachwachsen. Genauso gut geht der Auslichtungsschnitt direkt nach der Ernte im Sommer.
Überwinterung
Die Rote Johannisbeere ist voll winterhart und braucht im Beet keinen Winterschutz — schneide im Herbst oder Spätwinter nur altes, abgetragenes Holz bodennah heraus. Im Kübel stellst du den Topf windgeschützt und umwickelst ihn bei langem Frost mit Vlies oder Jute, damit der Wurzelballen nicht durchfriert.
Vermehrung
Methoden
- Stecklinge
- Absenker
Die Rote Johannisbeere laesst sich am zuverlaessigsten durch Stecklinge vermehren. Schneide dazu im Herbst nach dem Laubfall (Oktober/November) oder alternativ im fruehen Fruehjahr vor dem Austrieb einjaehrige, bleistiftdicke Triebe in etwa 20 cm lange Stuecke. Setze die Schnitte leicht schraeg, knapp unterhalb einer Knospe, damit kein Wasser auf der Schnittflaeche steht. Stecke jedes Stueckholz so tief in lockere, humusreiche Erde, dass noch mindestens zwei Augen oberirdisch bleiben - der Rest bewurzelt sich im Boden. Waehle einen halbschattigen Standort und halte das Substrat gleichmaessig feucht. Bis zum folgenden Sommer hat sich ein eigenes Wurzelsystem gebildet; im Herbst kannst du die Jungpflanzen an den endgueltigen Standort versetzen. Als zweite Methode eignet sich der Absenker: Biege im Fruehjahr einen langen, bodennahen Trieb zur Erde, ritze die Unterseite an mehreren Stellen leicht an, bedecke diesen Abschnitt mit Erde und fixiere ihn mit einem Drahtbogen oder einem Stein. Der Trieb bleibt die ganze Saison mit der Mutterpflanze verbunden und wird erst im Herbst abgetrennt, wenn er gut verwurzelt ist - diese Methode hat eine sehr hohe Erfolgsquote. Aussaat ist theoretisch moeglich, liefert aber keine sortenechten Pflanzen und dauert deutlich laenger; fuer den Hausgarten nicht empfehlenswert.
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Gute Nachbarn
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Sorten
6 Sorten‚Heinemanns Rote Spätlese‘
Eine bewährte alte Spätsorte, die ihre Beeren erst dann reift, wenn die meisten anderen roten Johannisbeeren längst abgeerntet sind.
‚Jonkheer van Tets‘
Eine der frühesten roten Johannisbeeren und seit Jahrzehnten ein verlässlicher Klassiker im Hausgarten.
‚Junifer‘
Eine französische Sorte, die durch frühe, regelmäßige und sehr hohe Erträge überzeugt.
‚Rolan‘
Eine mittelspät reifende Sorte, die für ihren angenehm milden, fast süßen Geschmack geschätzt wird.
‚Rote Vierländer‘
Eine alte norddeutsche Landsorte aus den Vierlanden, dem traditionellen Obst- und Gemüsegebiet südöstlich von Hamburg.
‚Rovada‘
Die wohl ertragreichste rote Johannisbeere mit außergewöhnlich langen, gleichmäßig besetzten Trauben.
Erfahrungen aus echten Gärten
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