Wenn dir Kopfsalat zu brav ist, sind Rucola und die Asia-Salate genau dein Ding: würzig, schnell und unkompliziert. Von der Aussaat bis zur ersten Ernte vergehen oft nur drei bis vier Wochen, und danach liefert dieselbe Reihe über Wochen nach.
Zwei Dinge solltest du kennen, dann macht diese Gruppe nur Freude. Erstens schießen die scharfen Kreuzblütler bei Sommerhitze rasch und werden dann streng im Geschmack. Zweitens knabbert der Erdfloh gern Löcher in die jungen Blätter. Beides bekommst du leicht in den Griff.
Die scharfen Schnellsalate
Rucola, auch Rauke genannt (Eruca sativa), und die asiatischen Blattsenfe (Brassica rapa) sind eng verwandt. Alle bilden ihre Schärfe über Senföle, dieselben Stoffe, die auch Senf und Kresse ihren Pfiff geben. Und alle wachsen erfreulich schnell.
Das Prinzip ist bei allen gleich: dünn säen, jung ernten und immer wieder nachschneiden. Aus dem stehen gebliebenen Herz treiben neue Blätter nach. So beerntest du eine Aussaat mehrfach, statt sie am Stück zu roden.
Vier schnelle Scharfmacher
Für Salat mit Pfiff
- Rucola
Der Klassiker mit nussig-scharfem Aroma. Die milde Salatrauke wächst am schnellsten, die ausdauernde Wilde Rauke ist deutlich schärfer. Zum Porträt: Rucola.
- Mizuna
Fein geschlitzte Blätter, angenehm mild und saftig. Ein Asia-Salat, der auch Anfängern gelingt und wenig schießt. Zum Porträt: Mizuna.
- Pak Choi
Der zarte Senfkohl bildet lockere Blattstiele und kommt roh wie gedünstet zum Einsatz. Am besten im Herbst. Zum Porträt: Pak Choi.
- Asia-Mix und Senfkohl
Bunte Mischungen aus verschiedenen Blattsenfen bringen scharfe Abwechslung in die Salatschüssel. Zum Porträt: Senfkohl.
So gelingen dir die Schnellsalate
Dünn und direkt säen
Säe die feinen Samen dünn in flache Rillen direkt ins Beet, ab KW 12 bis 16 im Frühjahr und wieder ab KW 32 bis 38 im Spätsommer. Vorziehen lohnt sich nicht, das geht so schnell.
Gleichmäßig feucht halten
Halte den Boden feucht, dann keimen die Salate zügig und wachsen zart. Trockenheit macht sie scharf und lockt den Erdfloh an.
Cut and come again ernten
Schneide die Blätter etwa 2 bis 3 cm über dem Boden ab und lass das Herz stehen. Nach ein bis zwei Wochen treibt es nach und du erntest erneut.
Im Herbst nachlegen
Nutze den zweiten Satz ab Spätsommer. Bei kürzeren, kühleren Tagen schießen die Salate kaum und schmecken am mildesten und zartesten.
Kommst du mit der Ernte nicht hinterher oder wird es zu heiß, schießen die Pflanzen und schieben einen Blütenstiel. Das ist kein Drama, nur das Ende der Blatternte.
Dünn säen, jung schneiden, feucht halten. Und für den mildesten Geschmack den Satz in den Herbst legen.
Die Kern-Regel für scharfe Schnellsalate
Häufige Fragen
Warum ist meine Rucola so bitter und scharf?
Weil sie zu alt ist oder unter Sommerhitze und Trockenheit litt. Beides treibt die Senföle hoch und leitet das Schossen ein. Ernte jung, gieße gleichmäßig und säe für milde Blätter im Herbst.
Wie funktioniert Cut and come again?
Du schneidest die Blätter knapp über dem Boden ab und lässt das Herz stehen. Aus diesem wachsen neue Blätter nach, sodass du dieselbe Reihe zwei- bis dreimal beernten kannst, bevor sie schießt.
Was sind die vielen kleinen Löcher in den Blättern?
Das ist der Erdfloh, ein winziger Käfer, der bei Trockenheit und Wärme aktiv wird. Halte den Boden feucht und deck die Saat mit einem engmaschigen Vlies ab, dann bleiben die Blätter heil.
Wann schmecken die Salate am besten?
Aus der Herbstaussaat. Kühlere, kürzere Tage bremsen das Schossen, die Blätter bleiben zart und mild. Auch die Frühjahrssaat ist gut, nur der Hochsommer ist heikel.
Was ist der Unterschied zwischen Salatrauke und Wilder Rauke?
Die einjährige Salatrauke wächst schnell und schmeckt milder. Die ausdauernde Wilde Rauke hat schmalere Blätter, ist deutlich schärfer und treibt nach dem Schnitt immer wieder aus. Beides läuft im Handel unter Rucola.

