Fast jeder Gärtner kennt das: Im Juni köpfen zwanzig Salate gleichzeitig, die Hälfte schießt weg, bevor man sie essen kann, und ab Juli ist Flaute. Dabei liegt die Lösung nicht in mehr Salat, sondern in klügerem Timing.
Wer statt eines großen Beets kleine Sätze im Abstand von zwei bis drei Wochen sät, erntet vom Frühjahr bis in den Herbst gleichmäßig frische Köpfe. Kombiniert mit Pflücksalat, der immer wieder nachwächst, hast du praktisch nie zu viel und nie zu wenig. Genau das schauen wir uns an.
Kopfsalat oder Pflücksalat?
Der Unterschied entscheidet, wie du erntest. Der Kopfsalat bildet einen festen Kopf, den du am Stück schneidest. Dann ist die Pflanze weg und der Platz frei für den nächsten Satz.
Der Pflück- oder Schnittsalat bildet keinen festen Kopf, sondern eine lockere Rosette. Du erntest immer nur die äußeren Blätter und lässt das Herz stehen. Aus dem Herz wachsen neue Blätter nach, oft über viele Wochen. Für eine durchgehende Ernte ist er der Schlüssel.
Vier Salattypen fürs Beet
Für jede Jahreszeit der passende Salat
- Pflück- und Schnittsalat
Lockere Rosetten wie Eichblatt oder Lollo. Immer wieder Blätter ernten, das Herz stehen lassen. Der Dauerlieferant. Zum Porträt: Eichblattsalat.
- Kopfsalat
Der Klassiker mit weichem, geschlossenem Kopf. Wird am Stück geerntet, ideal für die Aussaatstaffel. Zum Porträt: Kopfsalat.
- Romana und Bataviasalat
Aufrecht und knackig, hitzeverträglicher und schossfester als der zarte Kopfsalat. Die richtige Wahl für den Hochsommer.
- Feldsalat für den Winter
Der robuste Lückenfüller für die kalte Jahreszeit, gesät ab dem Spätsommer. Zum Porträt: Feldsalat.
So gelingt die Aussaatstaffel
Klein und oft säen
Säe alle zwei bis drei Wochen nur so viele Pflanzen, wie deine Familie in dieser Zeit isst. Eine kurze Reihe oder ein paar Töpfchen reichen völlig.
Nur andrücken, nicht bedecken
Salat ist ein Lichtkeimer. Streu die Samen dünn aus und drück sie nur an oder siebe hauchdünn Erde darüber. Zu tief gesät keimt er gar nicht.
Vorziehen und direkt säen mischen
Ziehe einen Teil auf der Fensterbank vor und pflanze ihn als kräftige Jungpflanze, säe einen anderen Teil direkt. So überbrückst du Wetterlaunen.
Nicht zu tief pflanzen
Setz Kopfsalat so, dass das Herz über der Erde bleibt. Sitzt er zu tief, fault er leicht am Ansatz. Halte je nach Sorte 25 bis 30 cm Abstand.
Pflücksalat laufend beernten
Beim Pflücksalat immer nur die äußeren Blätter nehmen und das Herz stehen lassen. So erntest du von einer Pflanze über Wochen immer wieder.
Im Hochsommer streikt der Salat gern schon bei der Keimung. Der Grund ist eine eingebaute Sicherung: Bei Hitze über etwa 22 bis 25 Grad legt der Samen eine Keimpause ein, damit er nicht in eine Dürre keimt.
Nicht mehr Salat, sondern öfter ein bisschen. Kleine Sätze schlagen das eine große Beet.
Die Kern-Regel für Dauer-Salat
Häufige Fragen
Warum schießt mein Salat, bevor ich ihn ernten kann?
Auslöser sind lange Tage und Hitze, oft zusammen mit Trockenstress. Der Salat schaltet auf Blüte und wird bitter. Gegenmittel sind schossfeste Sommersorten, gleichmäßiges Gießen und rechtzeitige Ernte.
Warum keimt meine Sommeraussaat nicht?
Weil Salat bei Hitze eine Keimpause einlegt. Über etwa 25 Grad bleibt der Samen liegen. Säe abends, halte kühl und feucht, oder quelle die Samen vorher ein bis zwei Tage im Kühlschrank vor.
Wie funktioniert Pflücksalat genau?
Du erntest immer nur die äußeren, größeren Blätter und lässt die inneren und das Herz stehen. Von dort wächst die Pflanze nach. So beerntest du eine einzige Pflanze über viele Wochen, statt sie am Stück zu schneiden.
Warum schmeckt mein Salat bitter?
Bitterkeit kommt vom beginnenden Schossen oder von Trockenstress. Ernte jung, gieße gleichmäßig und morgens, und wähle im Sommer milde, schossfeste Sorten. Nach dem Schnitt hilft kaltes Wasser, die Blätter knackig zu machen.

